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Coronavirus: Branchen-Ticker für die Medizintechnik

Medtech-Unternehmen erwarten Umsatzminus / parts2clean abgesagt

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Firmen zum Thema

Normenreihe für saubere Atemgeräte

[Do 16.04.2020, 11:18] Ausrüstung und Schutzvorkehrungen im medizinischen Bereich sind angesichts der Covid-19-Pandemie noch relevanter als ohnehin schon. In diesem Zusammenhang ist die neu erschienene Normenreihe DIN EN ISO 18562 „Beurteilung der Biokompatibilität der Atemgaswege bei medizinischen Anwendungen“ hilfreich für Hersteller von medizinischen Beatmungsgeräten und Unternehmen, die nun ad hoc und ohne Vorerfahrung solche Geräte produzieren wollen. Die Normenreihe soll die Patientensicherheit verbessern und steht ab sofort bis auf Weiteres kostenlos (https://www.beuth.de/de/sonderausgaben-normen-medizinische-ausruestung) zur Verfügung. Sie definiert Prüfverfahren und Akzeptanzkriterien, mit denen sich einschätzen lässt, wie hoch das Risiko ist, dass der Gasstrom der Geräte potenziell gefährliche Stoffe auf den Patienten überträgt. Die Verfahren sind Teil des Risikomanagementprozesses der Hersteller.

Schutzbrillen gemeinsam herstellen

[Do 16.04.2020, 09:07] Auf Initiative des deutschen Kunststoffmaschinenbauers Arburg haben der Schweizer Spezialchemiekonzern Ems-Chemie, der deutsche Schutz- und Sicherheitsbrillen-Hersteller Uvex und eben Arburg darüber nachgedacht, wie Rettungsdiensten, Krankenhäusern und medizinischem Personal in der aktuellen Situation schnell geholfen werden kann. Die Antwort: Herstellung von Schutzbrillen zum Schutz des Augen- und Bindehautgewebes vor Kontamination, gedacht für Fachpersonal wie Ärzte, Pfleger, Schwestern und Einsatzhelfer. Im Falle der Schutzbrillen sei mit einigen Abstimmungs- und Koordinationsmaßnahmen zwischen den drei seit langem bereits partnerschaftlich intensiv zusammenarbeitenden Unternehmen schnell klar gewesen, dass diese Artikel mit einem relativ geringen Aufwand in relevanter Stückzahl bei Arburg hergestellt werden können. So war es gleichzeitig logisch, dass man im Stammwerk Loßburg so schnell wie möglich mit der Produktion einer ersten Charge von 20.000 Brillen beginnen würde, um einem unmittelbaren Mangel Abhilfe zu schaffen. „Denn alle drei Partner wissen, was Kunststoff gerade in der Medizintechnik leisten kann. Wir sorgen mit unserer Aktion dafür, dass entstandene Engpässe unmittelbar behoben werden. Und das zum Nutzen für viele der Helfer, auf die es jetzt besonders ankommt“, so Gerhard Böhm, Geschäftsführer Vertrieb bei Arburg.

50.000 MNS-Masken pro Tag

[Do 16.04.2020, 08:12] Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen baut gemeinsam mit der IBF Automation GmbH aus Freudenberg im Auftrag der Moss GmbH aus Lennestadt im Sauerland eine Produktionsanlage für MNS (Mund-Nasen-Schutz)-Masken in Deutschland auf. Die Projektpartner haben sich das ambitionierte Ziel gesteckt, innerhalb von nur vier Wochen eine Produktionsanlage aufzubauen, mit der sich täglich circa 50.000 MNS-Masken produzieren lassen. Dazu greifen sie auf bereits bestehende Konstruktionspläne der Moss GmbH zurück und nutzen das jahrelange Know-how von Fraunhofer IPT und IBF Automation im Bereich des Sondermaschinenbaus und der Automatisierung. Anschließend sollen drei weitere Anlagen in Deutschland aufgestellt werden, um die Produktion auf täglich 200.000 Masken ausweiten zu können.

Internationale Lieferketten bedroht

[Do 16.04.2020, 07:24] Reduzierte Luftfrachtkapazitäten stellen die Spectaris-Mitgliedsunternehmen zunehmend vor Herausforderungen im Auslandsgeschäft, wie eine aktuelle Mitgliederbefragung des Industrieverbandes für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik vom 6. und 7. April zeigt. Demnach führt die Verknappung zu bis zu fünffach höheren Transportkosten und bedroht insbesondere die wichtigen Im- und Exportrouten in die USA und nach China. Die Güter werden üblicherweise auch als Beifracht mit Passagierflugzeugen transportiert, die allerdings zur Eindämmung des Virus massiv reduziert wurden. „In den letzten Wochen hat sich gezeigt, dass vor allem die Medizintechnik sowie die Analysen-, Bio- und Labortechnik samt ihrer Zulieferer einen unverzichtbaren Beitrag im Kampf gegen das Corona-Virus leisten. Damit das auch so bleibt, müssen internationale Lieferketten erhalten bleiben und das zu bezahlbaren Kosten", betont Spectaris-Geschäftsführer Jörg Mayer. Zudem sind krisenrelevante Güter wie Labor- und Medizintechnik bevorzugt an den Flughäfen abzufertigen.

Gerresheimer hilft in Indien

[15.04.2020, 13:05] Die Gerresheimer Werke im indischen Kosamba folgen dem Hilferuf der Landesregierung des Bundesstaates Gujarat und versorgen Mitarbeiter und Wanderarbeiter, die vom Reiseverbot aufgrund der Grenzschließungen wegen Covid-19 betroffen sind, mit 500 Lebensmittelpaketen. „Die 500 Pakete werden den Familien helfen, diese für sie nicht einfache Zeit, zu überstehen. Sie erhalten Lebensmittel bis zum Ende der Sperrzeit. Außerdem haben wir unsere rund 350 Mitarbeiter im Rahmen einer One-Day-Challenge aufgerufen, die sie ermuntert, den Betroffenen freiwillig einen Tageslohn zu spenden“, sagt Lakshmananarayanan Reddy, Werksleiter bei Gerresheimer in Kosamba. Gerresheimer produziert seit Jahren in seinen ISO-zertifizierten Werken in Indien Glas- und Kunststoffbehälter für flüssige und feste Medikamente nach international gültigen Standards.

Mitarbeiter ver- und ausleihen

[Mi 15.04.2020, 12:10] Wer jetzt dringend personelle Unterstützung benötigt, kann über eine neue Onlineplattform Unternehmer kontaktieren, die Mitarbeiter kurzfristig entleihen können. Die kostenfreie und branchenübergreifende Onlineplattform Teamtausch wurde gemeinsam von Inform und der Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) entwickelt. So funktioniert es: Auf www.teamtausch.de geben Unternehmen mit aktuell geringem Arbeitsaufkommen an, wie viele Arbeitskräfte sie temporär entleihen können. Betriebe, die aktuell personelle Unterstützung benötigen, geben an, wie viele Mitarbeiter sie für welche Tätigkeiten in welcher Region suchen. Die Plattform führt passende Unternehmen dann branchenübergreifend zusammen.

Mit 3D-Druckern gegen das Virus

[Mi 15.04.2020, 11:01] Die Newtec GmbH, Spezialist für sicherheitsrelevante elektronische Systeme, engagiert sich in der Makers-Vs-Virus-Bewegung. Das Unternehmen produziert Halterungen für Gesichtsschilde (Face Shields), die Ärzten und Pflegern zur Verfügung gestellt werden. Newtecs 3D-Drucker, die normalerweise im Einsatz sind, um schnelle Prototypen herzustellen, drucken nun rund um die Uhr Rahmen für Gesichtsschilde zum Schutz gegen Sars-CoV-2-Infektionen. Die Face Shields bestehen aus einem transparenten Kunststoffschild und einem 3D-gedruckten Rahmen, der als Halterung für den Schild dient. Als zusätzlicher Schutz zur Atemmaske verringert dieser transparente PET-Schild die Gefahr, dass Infektionserreger durch Tröpfchen in die Augen gelangen. Die gedruckten Masken werden aktuell vor allem über die Ulmer Makers-Vs-Virus-Gruppe verteilt und gingen so bisher u. a. an das Zentrum für Strahlentherapie Freiburg sowie an Zahnarztpraxen aus der Region.

Gesichtsschutz gegen Tröpfcheninfektion

[Mi 15.04.2020, 10:18] Medizinische Fachkräfte sind dem Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2 im besonderen Maße ausgesetzt. Intensivpflege- und Rettungsdienst-Mitarbeiter, alle Fachkräfte im Krankenhaus, in der stationären und ambulanten Pflege sowie niedergelassene Ärzte und deren PraxisteAMS müssen vor einer Tröpfcheninfektion bestmöglich geschützt werden. Der Bedarf an Schutzkleidung für medizinische Fachkräfte ist aktuell sehr hoch und kann kaum gedeckt werden. Die Atmos Medizintechnik GmbH & Co. KG hat darauf kurzfristig reagiert und für das Atmos Headpiece, ein bewährtes Kopfteil, das mit Stirnleuchte bestückt im HNO-Bereich zum Einsatz kommt, einen Gesichtsschutz entwickelt. Der Atmos PRotection Shield ist ein auswechselbarer transparenter Schutzschild, der den gesamten Gesichtsbereich abdeckt – und auf diese Weise einfach, aber effektiv das Infektionsrisiko minimiert. Das Kopfteil lässt sich bequem den ganzen Tag tragen. Dafür ist es ergonomisch geformt, verfügt über einen individuell einstellbaren Kopfbügel und ein Neopren-Polster. Das Kopfteil ist wischdesinfizierbar, das Band, mit dem der PRotection Shield befestigt wird, waschmaschinengeeignet.

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