In eigener Sache

Vogel Stiftung widmet 30.000 Euro Forschungsförderpreis an Unipräsident Forchel

| Redakteur: Peter Reinhardt

Dr. Kurt Eckernkamp (rechts) überreicht Unipräsident Alfred Forchel in der Neubaukirche die Urkunde mit dem Förderbescheid.
Dr. Kurt Eckernkamp (rechts) überreicht Unipräsident Alfred Forchel in der Neubaukirche die Urkunde mit dem Förderbescheid. (Bild: Rudi Merkl)

Die Vogel Stiftung hat Unipräsident Alfred Forchel anlässlich seines 65. Geburtstags einen mit 30.000 Euro dotierten Forschungsförderpreis gewidmet. Dessen Ziel ist es, eine schnelle und zielgerichtete Behandlung von Schlaganfällen zu ermöglichen.

Im August dieses Jahres konnte der Präsident der Julius-Maximilians-Universität (JMU) seinen 65. Geburtstag feiern. Zu diesem Anlass hatte die Universität nun Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Kirche und Wirtschaft zu einem Festsymposium in die Neubaukirche eingeladen.

Eine besondere Überraschung überreichte dabei Dr. Kurt Eckernkamp an Alfred Forchel. Eckernkamp war viele Jahre Geschäftsführer und Aufsichtsratsvorsitzender der Vogel-Mediengruppe in Würzburg; gemeinsam mit seiner Gattin Nina Eckernkamp-Vogel gründete er 2010 die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp, die sich der Förderung von Bildung, Wissenschaft, Medizin und Kultur verschrieben hat.

Durch gute Forschung Leben retten

Das Geschenk: ein Forschungsförderpreis in Höhe von 30.000 Euro, der dem Unipräsidenten gewidmet ist. „Ich möchte Ihren Geburtstag, Herr Präsident, zum Anlass nehmen, im Namen der Vogel Stiftung Ihnen und der Universität herzlich Danke zu sagen für Ihre Unterstützung und die überaus erfolgreiche Kooperation“, sagte Eckernkamp beim Überreichen der Urkunde. Unter dem Leitgedanken „Durch gute Forschung Leben retten“, soll das Geld dafür eingesetzt werden, die Versorgung von Schlaganfallpatienten in Unterfranken zu verbessern.

Die beteiligten Wissenschaftler können dabei auf bereits existierende Strukturen zugreifen: Das Schlaganfallnetzwerk TRANSIT-Stroke wurde 2011 unter der Federführung des Universitätsklinikums Würzburg gegründet. Es bietet allen angebundenen Kliniken in Unterfranken eine lückenlose Schlaganfallversorgung mit den neuesten medizinischen Diagnostik- und Therapieoptionen. Durch die telemedizinische Vernetzung der Kliniken können vor allem schwer betroffene Patienten zeitgerecht in die entsprechend spezialisierten Zentren verlegt werden, um hier eine optimale medizinische Behandlung zu erhalten.

Neue Therapie nach einem Schlaganfall

In der jüngsten Vergangenheit hat die Therapie des Schlaganfalls eine bahnbrechende Neuerung erfahren. Durch spezielle Verfahren können verschlossene Gefäße wiedereröffnet und die Durchblutung des Gehirns wiederhergestellt werden. Dieses Verfahren ist vergleichbar mit der Durchführung eines Herzkatheters nach einem Herzinfarkt und verbessert sowohl das funktionelle Ergebnis wie auch das Überleben des Patienten mit einem Schlaganfall.

Diese neue Methode wurde nun am Universitätsklinikum Würzburg etabliert und wird mit großem Erfolg angewendet. Die mechanische Wiedereröffnung von Gefäßen des Gehirns ist der bisherigen Akuttherapie mit Gerinnsel auflösenden Medikamenten überlegen. Allerdings ist die Therapie nur für eine Untergruppe der Schlaganfallpatienten mit Verschluss eines großen Gefäßes geeignet – etwa zehn bis 15 Prozent aller Schlaganfälle.

Die beste Behandlung für die Betroffenen

In einem nächsten Schritt wollen die Beteiligten deshalb ein Verfahren etablieren, das sicherstellt, dass diejenigen Patienten, die von diesem Verfahren am meisten profitieren, identifiziert und schnellstmöglich in ein spezialisiertes Behandlungszentrum eingeliefert oder aus einer anderen Klinik verlegt werden, die das Verfahren selbst nicht vorhält. Um dies zu erreichen, müssen sowohl die Strukturen des TRANSIT-Stroke Netzwerkes als auch die notfallmedizinische Versorgungsstrategie angepasst werden. Das Ziel ist es, Schlaganfallpatienten die jeweils beste Behandlung ohne Zeitverzögerung anzubieten.

Schulungen stehen am Anfang

Schulungen sollen den erstversorgenden Notärzten die klinischen Entscheidungskriterien vermitteln, die einen umgehenden Transport in ein Zentrum sinnvoll machen, das die mechanische Wiedereröffnung des verschlossenen Gefäßes durchführen kann. In Unterfranken sind diese Zentren aktuell die überregionalen Schlaganfalleinheiten in Bad Neustadt und Schweinfurt (zu bestimmten Zeiten) und das Universitätsklinikum Würzburg mit 24-stündiger Rufbereitschaft.

Darüber hinaus muss die teleradiologische Vernetzung unter den an TRANSIT beteiligten Kliniken verbessert werden, um die großen Gefäßverschlüsse sicher durch Spezialisten zu diagnostizieren und die Verlegungen aus anderen Kliniken zu steuern. Diese Maßnahmen erfordern einen hohen strukturellen Aufwand; zusätzlich müssen weitreichende Fortbildungs- und Schulungsmaßnahmen für Kliniken, Notärzte und Rettungsdienst durchgeführt werden.

Das hierfür geplante Projekt ist interdisziplinär angelegt, daran beteiligt sind Experten aus der Neurologie, der Epidemiologie, der Neuroradiologie und Notfallmedizin.

Hocherfreut zeigte sich Unipräsident Alfred Forchel über diese Unterstützung. „Das Projekt verbessert die Lebensqualität nach einem Schlaganfall und rettet Leben. Außerdem kommt es den Menschen der Region Unterfranken unmittelbar zu Gute“, sagte er und dankte Kurt Eckernkamp herzlich.

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