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Anecto Viel Wissen konzentriert auf wenig Raum

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Fördermaßnahmen der Regierung, eine gut ausgebildete Arbeitnehmerschaft sowie die flächenmäßig geringe Größe des Landes – es ist die Kombination dieser drei Faktoren, die Irland als Fertigungsstandort so attraktiv macht. Am Beispiel eines irischen Prüflabors wird deutlich, warum die Insel auch als Fertigungsstandort für deutsche Medizintechnikunternehmen interessant ist.

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Akkreditiertes Prüflabor: Anecto bietet seit einigen Jahren auch Testlösungen für Kunden aus der Medizintechnik an.
Akkreditiertes Prüflabor: Anecto bietet seit einigen Jahren auch Testlösungen für Kunden aus der Medizintechnik an.
(Bild: Anecto)

Wenn am 23. Oktober die Konferenzmesse Med in Ireland im Dubliner Convention Center ihre Pforten öffnet, dann ist unter den ausstellenden Firmen auch Anecto vertreten, ein akkreditiertes Testlabor und Testentwicklungsunternehmen aus Galway. Die Region in und um Galway gilt im Land als ein Hauptstandort der Medizingeräteindustrie, der jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von über 7,9 Mrd. Euro exportiert. Zu dem Wachstum, das die irische Medizintechnik in den letzten beiden Jahrzehnten verzeichnen kann, hat auch Anecto mit seinen ISO-zertifizierten Testlaboren an der Westküste Irlands beigetragen. 1994 als Prüflabor für Elektrogeräte gegründet, führt das Unternehmen heute auch Produkttests an Medizingeräten und -verpackungen durch.

Investitionen in F&E

In starkem Maße verantwortlich für das Unternehmenswachstum sowie das Wachstum der Branche allgemein sind langfristige Investitionen der irischen Regierung in die wissenschaftliche Forschung. So wurden zwischen 2007 und 2013 bereits 8,2 Milliarden Euro in einen sogenannten Nationalen Entwicklungsplan investiert – und ein Ende der Investitionen ist derzeit nicht in Sicht. Vielmehr plant die Regierung eine Fortsetzung, indem sie beispielsweise zusammen mit privaten Investoren Forschungseinrichtungen im ganzen Land mit einer Summe von 300 Millionen Euro unterstützt. Das steuerliche Umfeld trägt ein Übriges zur Attraktivität Irlands als Standort für global agierende Unternehmen bei.

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Michael Connolly, Verkaufsleiter bei Anecto, fasst dies wie folgt zusammen: „Firmen, die in Irland forschen, entwickeln und produzieren lassen, finden hier eine hohe Konzentration an Fachwissen auf relativ kleinem Raum. Dies trifft im Besonderen auf den Großraum Galway zu. Hier haben sich viele Firmen als Experten in einer bestimmten Marktnische etabliert.“ Wie ist es dazu gekommen?

Junge Fachkräfte

„Alles hat damit begonnen, dass Weltkonzerne aus der Medizintechnik sich in Irland und speziell im Westen des Landes niedergelassen haben. Angezogen von den günstigen finanziellen Rahmenbedingungen, die die Politik geschaffen hatte, trafen sie hier auf eine junge, gut ausgebildete und vor allem englischsprachige Arbeitnehmerschaft. Die ersten Unternehmen kamen folglich überwiegend aus den USA oder Großbritannien.“ Was dann eintrat, könnte man als Dominoeffekt bezeichnen: „Je mehr Firmen sich hier angesiedelt haben, umso mehr Aktivitäten haben in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Produktion stattgefunden. Damit einhergehend ist der Ausbildungsgrad der Fachkräfte gestiegen, ebenso das Fachwissen von externen Lieferanten und Dienstleistern.“

Übertragen auf Anecto bedeutet dies: Mit dem Fachwissen seiner Mitarbeiter war das Unternehmen nun in der Lage, auch Testlösungen für Kunden aus der Medizintechnik zu entwickeln. „Es ist relativ schwierig, wenn nicht gar unmöglich, außerhalb Irlands eine so hohe Konzentration an Expertenwissen auf so kleinem Raum vorzufinden“, konstatiert Connolly. Die Verfügbarkeit hochqualifizierter, englischsprachiger Fachkräfte ist ein Grund, warum Firmen auch weiterhin in Irlands Medizinbranche investieren; beispielsweise weltweit agierende Konzerne wie Boston Scientific oder Dupont, die ihren Hauptsitz in den USA haben – beide im Übrigen langjährige Kunden von Anecto. Darüber hinaus ist man bei Anecto zu dem Schluss gekommen, dass man ohne Handelsbeziehungen mit Kontinentaleuropa schnell an die eigenen Grenzen stoßen würde. Deshalb ist das Unternehmen seit rund zehn Jahren auch auf dem deutschen Medizintechnikmarkt vertreten. Anecto verfügt nicht nur über eine deutschsprachige Internetpräsenz, sondern auch über deutschsprachige Mitarbeiter. Verkaufsleiter Michael Connolly resümiert: „Wir sind stolz, dass wir mit 80 Prozent der 20 weltweit größten Medizingerätehersteller zusammenarbeiten. Und wir glauben: Unser Fachwissen ist sehr attraktiv auch für deutsche Medizintechnikunternehmen.“

Kontakt:

Anecto Ltd

IE-Galway

www.anecto.com

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