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Arburg Verarbeitung von Flüssigsilikon für Medizintechnikprodukte

| Redakteur: Dorothee Quitter

Arburg stellt auf seinem Messestand die Verarbeitung von Flüssigsilikon (LSR) mit einem elektrischen Allrounder vor.Die Reinraumanbindung der Maschine erfolgt über ein gekapseltes Förderband.

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Der auf der Medtec Europe 2015 präsentierte elektrische Allrounder 470 A ist speziell für die Verarbeitung von LSR und für den Einsatz in der Medizintechnik ausgestattet.
Der auf der Medtec Europe 2015 präsentierte elektrische Allrounder 470 A ist speziell für die Verarbeitung von LSR und für den Einsatz in der Medizintechnik ausgestattet.
(Bild: Arburg)

LSR verfügt z. B. über hohe Wärmebeständigkeit und Flexibilität sowie über ein sehr gutes Rückstellverhalten. Für die Medizintechnik wichtig ist die gute Beständigkeit hinsichtlich der üblichen Sterilisationsverfahren, auch im Bereich der Mehrfachsterilisation. Das einfache Einfärben sowie die Kombinierbarkeit mit verschiedenen Metallen und Kunststoffen machen den Einsatz von Flüssigsilikonen für eine Vielzahl von Anwendungen interessant. Aufgrund seiner physiologischen Unbedenklichkeit ist LSR für die Anwendung in der Medizintechnik prädestiniert. Auch dank zunehmender Materialvielfalt wird der Markt für LSR-Anwendungen in den nächsten Jahren weiter wachsen.

Elektrischer Allrounder für LSR-Verarbeitung

Auf der Medtec Europe 2015 präsentiert Arburg einen elektrischen Allrounder 470 A mit 1000 kN Schließkraft und Spritzeinheit 170, der speziell für die Verarbeitung von LSR ausgestattet ist. Mit einem 4-fach-Werkzeug der Firma Rico werden drei Gramm Faltenbalge gespritzt. Je vier Teile werden in einer Zykluszeit von 40 Sekunden frei fallend hergestellt. Das Werkzeug verfügt über offene Kaltkanaltechnik in Direktanspritzung. Dadurch entstehen grat- und damit nachbearbeitungsfreie Teile. Entformt wird der Artikel automatisiert durch eine pneumatisch betätigte innovative Abstreifvorrichtung von Rico. Das Material Silpuran 6000/50 kommt von der Firma Wacker, die Dosieranlage von der Firma Reinhardt.

Saubere Produktionsumgebung

Der Allrounder ist speziell für die Fertigung in sauberer Umgebung ausgestattet und verfügt über ein Reinraummodul, eine Selektiereinheit in Edelstahl und ein verlängertes Maschinenförderband mit Tunneleinhausung zur Andockung an den Reinraum. Hinzu kommen die lichtgraue Farbe und erhöhte Maschinenfüße für eine einfache Reinigung.

Die direkt wirkenden servoelektrischen Antriebe der Maschine sind serienmäßig gekapselt und flüssigkeitstemperiert, was eine saubere und emissionsarme Produktionsumgebung sicherstellt. Die Energierückspeisung beim Abbremsen wirkt energieeffizient. Ein Reinluftmodul mit Ionisierung (Klasse ISO 3) über der Schließeinheit stellt schließlich die notwendige saubere Atmosphäre zur Verfügung. Die Möglichkeit, die Teile über ein gekapseltes Förderband direkt in einen Reinraum zu transportieren, wird durch Reinraum-Wandelemente angedeutet. Eine solche Lösung ist sehr platzsparend und wirtschaftlich, da Maschine und LSR-Dosieranlage außerhalb des Reinraum installiert sind. Dadurch reduziert sich das notwendige Volumen des Reinraums deutlich. (qui)

Medtec 2015: Halle 5, Stand B04

Dieser Artikel ist erschienen auf www.konstruktionspraxis.vogel.de.

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