PIP-Skandal

Urteil für Jean-Claude Mas im Prozess um billige Brustimplantate

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Vier Jahre Haft für Jean-Claude Mas – laut einschlägigen Medien-Berichten ist heute das Urteil für den Gründer des französischen Unternehmens Poly Implant Prothèse verkündet worden. Viel zu milde, so lauten die Leser-Kommentare auf Zeit Online und tagesschau.de.

Ein Gericht in Marseille habe es als erwiesen angesehen, dass der 74-Jährige seine Kunden jahrelang bewusst getäuscht habe, meldet die Internetseite der ARD-Sendung „Die Tagesschau“. Weiter heißt es, Mas habe zwar zugegeben, die Brustimplantate mit einem nicht zugelassenen, billigeren Industriesilikon gefüllt zu haben, bestreite aber eine Gesundheitsgefährdung durch diese Polster. Ebenfalls schuldig gesprochen worden, allerdings mit leichteren Strafen davongekommen, seien vier frühere Mitarbeiter von PIP.

Laut Internetportal der Wochenzeitung Die Zeit sind allein in Deutschland schätzungsweise mehr als 5.000 Frauen Billig-Implantate von PIP eingesetzt worden. Der Betrug sei 2010 aufgeflogen, nachdem sich Hinweise auf eine erhöhte Reißanfälligkeit der Produkte gehäuft hatten.

BfArM rät zu Explantation

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat erst vor wenigen Wochen seine Empfehlung vom Januar 2012 bekräftigt, die Implantate von PIP explantieren zu lassen. Mittel- und langfristige Gesundheitsrisiken schließt das BfArM weiterhin nicht aus. Bis zum 31. Oktober 2013 habe man außerdem bereits 1.565 Meldungen zu Explantationen von mit PIP-Silikon-gefüllten Implantaten erhalten, so das BfArM. In knapp 30 Prozent der Meldungen mit Angaben zum Implantatzustand sei eine Ruptur mindestens eines Implantates festgestellt worden. Und in zirka 24 Prozent sei von Bleeding, also dem Austreten von Silikon aus der Implantathülle, berichtet worden.

Ein viel zu mildes Urteil?

Die Kommentare der Leser in den Foren der Berichterstattung sind eindeutig: Von einem „Schlag ins Gesicht der Opfer“ ist auf Zeit Online die Rede. „Ein unverständliches Urteil“, postet ein anderer Leser. Etwas moderater fällt die Analyse eines weiteren Kommentars aus: Das verhängte Strafmaß entspreche dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Nicht alle Beiträge bleiben jedoch sachlich. Und auch auf tagesschau.de werden Unverständnis und Empörung geäußert. Das Urteil sei ein Witz, immerhin habe man aus reiner Profitgier mit dem Leben und der Gesundheit der Betroffenen gespielt. Die Allgemeinheit, das heißt Krankenkassen und Versicherungen, trügen die Kosten für den Schaden, so der Hinweis. Dass der Verurteilte mittellos ist und keinen Schadensersatz leisten könne, wird bezweifelt.

Weiterführende Links:

Bericht und Kommentare auf Zeit Online

Bericht und Kommentare auf tagesschau.de

Empfehlung des BfArM

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