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EU-Medizinprodukteverordnung

Übergabe eines Positionspapiers an EU-Kommissar Dr. Tonio Borg

| Redakteur: Peter Reinhardt

Die regionale Clusterorganisation Medical Mountains, die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg und Vertreter der baden-württembergischen Medizintechnikbranche haben am Donnerstagabend ein von 350 Unternehmen unterschriebenes Positionspapier an den EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, Dr. Tonio Borg, übergeben. Die Übergabe erfolgte in den Räumen von Karl Storz in Tuttlingen.

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Übergabe des Positionspapiers zur EU- Medizinprodukteverordnung an den EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, Dr. Tonio Borg (Mitte). Von links: Dr. Andreas Schwab, Tuttlingens Oberbürgermeister Michael Beck, Dr. h.c. mult. Sybill Storz, Dr. Tonio Borg, Thomas Albiez und Yvonne Glienke.
Übergabe des Positionspapiers zur EU- Medizinprodukteverordnung an den EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, Dr. Tonio Borg (Mitte). Von links: Dr. Andreas Schwab, Tuttlingens Oberbürgermeister Michael Beck, Dr. h.c. mult. Sybill Storz, Dr. Tonio Borg, Thomas Albiez und Yvonne Glienke.
(Bild: Karl Storz)

In dem Papier weisen die Unterzeichner auf teilweise existenzgefährdende Folgen des EU-Gesetzesentwurfs zur Medizinprodukteverordnung hin. Sie üben jedoch nicht nur Kritik, sondern bieten auch konstruktive Verbesserungsvorschläge für anschließende Verhandlungen mit der EU an.

18.000 Arbeitsplätze in und um Tuttlingen sichern

Allein in Tuttlingen sind über 400 Unternehmen der Medizintechnik zu Hause. Die 350 Unterzeichner des Positionspapiers stellen 18.000 Arbeitsplätze, knapp 80 Prozent zählen zum Mittelstand und haben weniger als 50 Beschäftigte. „Diese Arbeitsplätze gilt es zu sichern“, hebt IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez hervor. Denn gerade diese Firmen würden die Innovation in der Medizintechnik vorantreiben - zum Wohle und zur Sicherheit der Patienten. „Wenn die EU ihren Gesetzentwurf durchbringt, wird diese Innovationskraft eingeschränkt. Denn die Zulassungsverfahren sollen erheblich ausgeweitet werden. Das macht die Markteinführung von Neuentwicklungen schlicht zu teuer“, ergänzt Clustermanagerin Yvonne Glienke.

„Die hiesigen Unternehmen aus der Medizintechnik stehen für weltweit sehr geschätzte sowie hoch innovative Produkte und prägen damit ganz entscheidend den Wirtschaftsstandort Tuttlingen. Ich setze mich weiterhin entschieden für eine Stärkung des Verbraucherschutzes bei Medizinprodukten ein und werde mich gerade deshalb im laufenden Gesetzgebungsverfahren auf europäischer Ebene für die berechtigten Anliegen unserer hiesigen, vielfach kleineren und mittelständischen Unternehmen im Sinne einer guten und ausgewogenen Lösung stark machen“, hat Dr. Andreas Schwab, Europaabgeordneter für Südbaden klar Stellung bezogen. Er ist es auch gewesen, der den EU-Kommissar in das Weltzentrum der Medizintechnik eingeladen hatte.

Große und kleine Unternehmen stehen hinter dem Positionspapier

Gastgeberin Dr. h.c. mult. Sybill Storz, Geschäftsführerin von Karl Storz, hofft, mit dem Positionspapier, hinter dem auch kleine Unternehmen stehen, noch Wirkung zu erzielen: „Wir sehen den Besuch als positives Signal, dass sich die Kommission für unsere Argumente und Anregungen interessiert. Wir werden auch weiterhin den Kontakt zur europäischen und deutschen Politik halten, um sicherzustellen, dass wir auch zukünftig ein Innovationsführer sein können, der sichere Produkte anbietet“.

EU-Kommissar Dr. Tonio Borg nimmt die Anliegen der Medizintechnikbranche nach eigenem Bekunden sehr ernst und hat versprochen, das Thema seinem Nachfolger zu übergeben. Ihm sei durch das Gespräch mit den Unternehmen bewusst geworden, wie stark der Mittelstand durch diese Verordnung betroffen ist, und er wolle diese Unternehmen unterstützen.

Kontakt:

Medical Mountains AG

D-78532 Tuttlingen

www.medicalmountains.de

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