Smarte Kleidung

Textilstruktur soll Herzmuskel unterstützen

| Redakteur: Ira Zahorsky

Herzfrequenz-Messung per Wearable gibt es schon länger. Für Textilien, die das Herz stimulieren können, werden die Grundlagen in der Hochschule Niederrhein entwickelt
Herzfrequenz-Messung per Wearable gibt es schon länger. Für Textilien, die das Herz stimulieren können, werden die Grundlagen in der Hochschule Niederrhein entwickelt (Bild: ©Petr Ciz - Fotolia.com)

Der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein fördert die Entwicklung smarter Textilien.Ein geplantes Projekt ist die Entwicklung faserbasierter elektrochemischer Transistoren für ein textiles Gewebe. Dies soll Patienten mit Herzinsuffizienzen unterstützen.

Prof. Dr. Anne Schwarz-Pfeiffer arbeitet an der Entwicklung faserbasierter elektrochemischer Transistoren für ein textiles Gewebe. Die Langzeitvision ist eine elektronische Textilstruktur, die gezielt den Herzmuskel stimulieren und somit ein insuffizientes Herz unterstützen kann.

Ziel der Mönchengladbacher Professorin ist es, faserbasierte elektrochemische Transistoren zu entwickeln. Dazu werden elektrisch-leitfähige Fäden mit einem leitfähigen Polymer beschichtet und in Kett- und Schussrichtung, das heißt kreuzend, in einem textilen Gewebe verarbeitet. Auf ihrem Kreuzungspunkt werden Halbleitermaterialien punktförmig aufgetragen, so dass ein elektrochemischer Transistor und somit ein Transistorknoten entsteht. So können von außen steuerbare Schaltvorgänge ausgelöst werden.

Grundlage für textile Medizinprodukte

Diese Entwicklung soll dann Grundlage für eine zukünftige Anwendung in textilen Medizinprodukten sein. Angedacht ist eine elektronische Textilstruktur, die den Herzmuskel gezielt an gewünschten Stellen und in bestimmten Zeitabständen elektrisch stimulieren kann. Auf diese Weise kann ein insuffizientes Herz unterstützt werden.

Die Professorin hat jetzt den Zuschlag von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bekommen, im Rahmen der Projektakademie Medizintechnik das Thema „Filamentbasierte Transistorenmatrix für medizinische Hybridsysteme“ anzugehen. Dafür erhält sie Drittmittel in Höhe von 23.400 Euro für zwölf Monate.

„Die Projektakademie soll Professoren von Hochschulen für angewandte Wissenschaften die grundlagenorientierte Forschung zugänglicher machen. So werden wir ganz gezielt bei der Antragstellung von erfahrenen und erfolgreichen DFG-Antragstellern und von der DFG selbst geschult“, erklärt Anne Schwarz-Pfeiffer, die am Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik lehrt.

Dieser Artikel ist erschienen auf www.egovernment-computing.de.

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