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ZVEI-Forderung Telemedizin muss Teil der Regelversorgung sein

| Redakteur: Peter Reinhardt

Bislang gehören telemedizinische Maßnahmen nicht zu den Regelleistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung. Zwar hat der Gesetzgeber den Gemeinsamen Bundessausschuss (GBA) im Versorgungsstrukturgesetz beauftragt, verbindlich zu prüfen, inwieweit ambulante telemedizinische Leistungen in den einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) für ärztliche Leistungen aufgenommen werden können, doch das genügt dem ZVEI nicht.

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„Die Rahmenbedingungen müssen langfristig so angepasst werden, dass die sektorenübergreifende Zusammenarbeit verbessert werden kann“, Hans-Peter Bursig, Leiter des ZVEI-Kompetenzzentrums Gesundheitswirtschaft
„Die Rahmenbedingungen müssen langfristig so angepasst werden, dass die sektorenübergreifende Zusammenarbeit verbessert werden kann“, Hans-Peter Bursig, Leiter des ZVEI-Kompetenzzentrums Gesundheitswirtschaft
(Bild: ZVEI)

Ob ein Patient z.B. bei der Betreuung chronischer Krankheiten von innovativer Technik profitiert, hängt derzeit mehr oder minder vom Zufall bzw. von seiner Krankenkasse ab. „Wir begrüßen daher ausdrücklich, dass Telemedizin erstmals in einem Gesetz Erwähnung findet und mit konkreten Maßnahmen gefördert wird“, so Hans-Peter Bursig, Leiter des ZVEI-Kompetenzzentrums Gesundheitswirtschaft.

Komplexität telemedizinischer Versorgung berücksichtigen

Dennoch haben der ZVEI und seine Mitglieder die Sorge, dass der Prüfauftrag an den GBA zu eng gefasst ist und dem Potenzial der Telemedizin nicht gerecht wird. „Es sollte nicht nur um die Erbringung ambulanter, telemedizinischer Leistungen und die dafür nötigen Abrechnungsziffern gehen. Die meisten telemedizinischen Leistungen sind sektorenübergreifend und lassen sich daher im derzeitigen Vergütungssystem nur schwer abbilden“, erläutert Bursig.

So werden beispielsweise beim Telemonitoring eines chronisch kranken Patienten die einzelnen Teilleistungen von niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern und Telemedizin-Zentren erbracht, die jeweils eigene Abrechnungssysteme haben. Diese Komplexität telemedizinischer Versorgung müsse in der Überprüfung durch den Bewertungsausschuss berücksichtigt werden.

Sektorenübergreifende Zusammenarbeit verbessern

Ob das geschehen ist, wird sich erst zeigen, wenn der GBA Ende März 2013 das endgültige Ergebnis des Prüfauftrages vorstellt. Der Auftrag des Gesetzgebers sollte genutzt werden, die Etablierung telemedizinischer Anwendungen für eine flächendeckende Versorgung in der Regelversorgung einzuleiten. „Die Rahmenbedingungen müssen langfristig so angepasst werden, dass die sektorenübergreifende Zusammenarbeit verbessert werden kann. Letztendlich, sollten mehr Patienten mit telemedizinischen Maßnahmen behandelt werden können“, fordert Bursig.

Der ZVEI-Arbeitskreis „Telehealth“ begleitet den Prüfauftrag und hat der Selbstverwaltung deshalb auch das Know-how der Mitglieder angeboten, um bei der zielführenden Umsetzung des Prüfauftrages zu unterstützen. In dem Arbeitskreis tauschen sich ZVEI-Mitglieder und andere interessierte Unternehmen branchenübergreifend über Erfahrungen aus Projekten aus und diskutieren, wie Telehealth in Deutschland gefördert werden kann.

Kontakt:

ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.

D-60528 Frankfurt am Main

www.zvei.org

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