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Siemens Financial Services Technologie und Finanzierung

Autor / Redakteur: Autor | Kai-Otto Landwehr / Peter Reinhardt

Die IT-Branche macht es bereits seit Jahrzehnten. Und auch die Fertigungsindustrie findet Geschmack daran: In Zusammenarbeit mit Finanzierungsanbietern nutzen Hersteller die Finanzierung ihres Equipments zur Absatzförderung und steigern damit Verkaufszahlen und Kundenbindung.

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Moderne Medizintechnik ist teuer: Mit eigenen Finanzierungsangeboten kurbeln Gerätehersteller den Verkauf an und erhöhen die Kundenbindung.
Moderne Medizintechnik ist teuer: Mit eigenen Finanzierungsangeboten kurbeln Gerätehersteller den Verkauf an und erhöhen die Kundenbindung.
(Bild: Siemens)

Weltweit ist der Gesundheitssektor von erheblichen Sparzwängen geprägt. Zugleich bemühen sich Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen darum, durch den Einsatz moderner Medizintechnik beste Behandlungs- und Diagnoseergebnisse zu gewährleisten. Um Hilfestellung bei der Bewältigung dieses Spagats zu bieten, gehen immer mehr Medizintechnikhersteller dazu über, alternative Finanzierungslösungen anzubieten.

Der Service lohnt sich

Mit Hilfe alternativer Finanzierungen bleiben nicht nur die Kreditlinien der Kunden bei ihren jeweiligen Hausbanken unberührt. Der erweiterte Service, das Zeigen von Branchenexpertise und eine bessere Transparenz über Ersatz- und Folgeinvestitionen stärken zudem die Kundenbeziehungen. So helfen IT-Anbieter ihren Kunden beispielsweise mit integrierten Leasingangeboten dabei, Informationstechnik in Firmen oder öffentlichen Einrichtungen auf den neuesten Stand zu bringen. Und auch viele Hersteller von Industriemaschinen erleichtern Fertigungsunternehmen den Erwerb von Anlagen und Maschinen mit Hilfe von individuell zugeschnittenen Mietkauflösungen.

Davon profitieren nicht zuletzt die Technologieanbieter selbst. Denn die Kombination von Technologie und Finanzierung durch die Zusammenarbeit mit einem starken Finanzierungspartner bietet einen klaren Wettbewerbsvorteil, der sich langfristig positiv auf Cashflow, Liquidität und Rating auswirkt.

Alternative mit Potenzial

Auch im Bereich der Medizintechnik entdecken die Hersteller zunehmend die Vorteile von Equipmentfinanzierungen zur Absatzförderung. Gemäß einer Studie von Siemens Financial Services (SFS), die im Jahr 2014 unter den 40 weltweit größten Medizingeräteherstellern durchgeführt wurde, ist der Anteil der mit Hilfe alternativer Finanzierungsmodelle vertriebenen Geräte in den vorhergehenden 24 Monaten durchschnittlich um 6,9 Prozent jährlich gewachsen. Über 60 Prozent der befragten Unternehmensvertreter erwarten, dass sich dieser Trend in den nächsten zwei Jahren weiter fortsetzen wird. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Medizintechnologie typischerweise von kurzen Innovationszyklen geprägt ist. Der Erwerb von Equipment löst daher in vielen Fällen Folgeinvestitionen aus, beispielsweise um Upgrades durchzuführen oder die neueste Gerätegeneration anzuschaffen.

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Kunden haben Kapitalnot

Für Gesundheitsanbieter, die häufig mit knappen Budgets konfrontiert sind, stellen die damit verbundenen Investitionen oft eine Herausforderung dar. So geben zwei Drittel der befragten Medizingerätehersteller an, dass ihre Kunden Kapitalengpässe spüren, und 57 Prozent sehen eine steigende Nachfrage nach maßgeschneiderten Finanzierungslösungen bei ihren Kunden, um so neue Ausrüstung erwerben zu können. Außerdem beobachten 64 Prozent der Befragten, dass immer mehr Kunden die Gesamtbetriebskosten von Anlagen und Geräten stärker in ihre Investitionsentscheidungen einbeziehen. Daher sind langfristig vor allem Finanzierungsmodelle gefragt, die neben den reinen Anschaffungskosten auch Ausgaben für zum Beispiel Inbetriebnahme, Wartung oder Upgrades von Anfang an mit berücksichtigen.

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Gesund finanzieren

Anstatt medizinische Ausrüstung klassisch zu kaufen, bevorzugen inzwischen viele Gesundheitsanbieter, für die Nutzung der jeweiligen Geräte zu zahlen. Hier können so genannte Operating-Lease-Modelle eine passende Finanzierungslösung darstellen. Solche Vereinbarungen werden häufig gemäß dem Prinzip Pay-as-you-earn gestaltet. Die Kunden können die Nutzungsdauer und die Ratenhöhe im Rahmen einer vertraglich vereinbarten Mindestlaufzeit flexibel an ihre Situation anpassen. Das ermöglicht eine transparente Kalkulation und effiziente Verwaltung anfallender Behandlungskosten.

Zudem können Kunden zum Vertragsende in der Regel wählen, ob sie das Equipment kaufen, weiternutzen, aufrüsten oder zurückgeben. Dabei übernimmt der Finanzierungspartner das Restwert- beziehungsweise Wiedervermarktungsrisiko und sichert den Kunden so höchste Flexibilität. Fördermittel können ebenfalls für die Nutzungsraten herangezogen werden. Mietkauf vereint also die Vorteile von Leasing und klassischem Kredit. Anstatt den kompletten Anschaffungspreis auf einmal begleichen zu müssen, leisten die Gesundheitsdienstleister über einen variabel zu vereinbarenden Zeitraum monatliche Zahlungen. In den Raten können neben den reinen Gerätekosten auch Wartung und Mehrwertsteuer mit berücksichtigt werden.

So wird die Finanzierbarkeit der Investition sichergestellt und der Kunde profitiert von kalkulierbaren Ausgaben über die gesamte Vertragslaufzeit. Zugleich wird das Equipment den Mietkäufern von Anfang an wirtschaftlich zugerechnet, so dass sie Abschreibungsvorteile, Steuervergünstigungen oder Fördermittel nutzen können. Mit Zahlung der letzten Rate geht dann auch das zivilrechtliche Eigentum auf die Mietkäufer über.

Autor: Kai-Otto Landwehr, Leiter Commercial-Finance-Geschäft bei Siemens Financial Services.

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