Biohacking

„Tätowierte“ Fitnesstracker

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Leiterplatten als temporäre Tattoos: Ein Verbund an Biosensoren, einem Mikrocontroller und einem Bluetooth-Low-Energie-Modul wird mittels leitfähiger Tinte zu einem geschlossenen System verbunden und auf die Haut geklebt.
Leiterplatten als temporäre Tattoos: Ein Verbund an Biosensoren, einem Mikrocontroller und einem Bluetooth-Low-Energie-Modul wird mittels leitfähiger Tinte zu einem geschlossenen System verbunden und auf die Haut geklebt. (Bild: Chaotic Moon / YouTube)

Wearables auf der Haut: Mit TechTats schlägt Mobil-Entwickler Chaotic Moon eine Form temporärer elektronischer Tattoos vor. Mit leitfähiger Tinte verbundene Bauteile könnten etwa zum Aufzeichnen von Gesundheitsdaten dienen.

Das von Chaotic Moon präsentierte Konzept enthält einen ATiny85-Mikrocontroller und einige LEDs, die über leitfähige Tinte mit Temperatur- und Lichtsensoren verbunden sind. Über eine BLE-Verbindung (Bluetooth Low Energy) können die über das System aufgezeichneten Daten an eine Smartphone-App übermittelt werden.

Biowearables unauffällig unter der Kleidung tragen

Ein solches „Tech Tattoo“ bietet gegenüber anderen Wearables den Vorteil, dass sie sich direkt an nahezu jeder beliebigen Körperstelle anbringen lassen. Diese „Biowearables“ können also auch weniger auffällig unter der Kleidung getragen werden.

Von aufklebbaren Fitnesstrackern bis zu NFC-Tattoos

Die TechTats befinden sich derzeit im Prototypenstadium. Das Designstudio Chaotic Moon, seit Sommer 2015 Teil der internationalen Marketingagentur Accenture, zeigt sich zuversichtlich, das Produkt in naher Zukunft zur Marktreife zu bringen. In einem Interview mit Technikblog Techcrunch sieht Ben Lamm, CEO von Chaotic Moon, vielfältige Möglichkeiten für den Alltagsgebrauch: neben aufklebbaren Fitnesstrackern könne man sich etwa die Technologie auch als sichere Methodik zum Bezahlen per NFC-Tattoo, zum Tracken verlorengegangener Kinder im Vergnügungspark oder für diverse militärischen Applikationen vorstellen. Eine permanente Tätowierung wäre nach einem Sprecher des Unternehmens im Übrigen zwar auch denkbar, angesichts der Geschwindigkeit, mit der sich Technologien weiterentwickeln, aber wenig praktikabel.

Die Idee, Tattoos mit Elektronik zu kombinieren, ist nicht neu: Im Sommer 2014 stellten Forscher der University of California, San Diego, beispielsweise einen aufklebbaren Sensor vor, der aus Körperschweiß Strom erzeugte.

Dieser Artikel ist erschienen auf www.konstruktionspraxis.vogel.de.

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