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Aesculap

„Stärkere Wachstumsimpulse erst wieder im Jahr 2015“

| Redakteur: Peter Reinhardt

Die Aesculap AG hat sich auch im Jahre 2013 positiv entwickelt. Allerdings konnte die angestrebte Wachstumsdynamik nicht erreicht werden. Das liegt laut Analyse des Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel vor allem an Währungseinflüssen und der schwierigen wirtschaftlichen Situation vieler Krankenhäuser.

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Pressekonferenz mit den Aesculap-Vorständen: (von links) Dr. Dirk Freund (Forschung & Entwicklung), Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel (Vorsitzender) und Dr. Joachim Schulz (Produktion & Logistik).
Pressekonferenz mit den Aesculap-Vorständen: (von links) Dr. Dirk Freund (Forschung & Entwicklung), Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel (Vorsitzender) und Dr. Joachim Schulz (Produktion & Logistik).
( Bild: Reinhardt )

„Der Krankenhausmarkt ist weltweit weiterhin stark unter Druck“, so Knaebel auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Tuttlingen. Die Anzahl der profitabel arbeitenden Krankenhäuser nehme ab und die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme sei aufgrund der kritischen Finanzlage vieler Länder sehr angespannt. „Somit bleibt für dringend notwendige Investitionstätigkeiten der Krankenhäuser weiterhin nur wenig Spielraum, wobei sich insbesondere in Deutschland der Investitionsstau inzwischen auf über 50 Mrd. Euro beläuft“, zitiert Knaebel Schätzungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).

Starker Euro zehrt Wachstum auf

Die starke Entwicklung des Euro führe zudem zu einer relativen Schwäche verschiedener wichtiger Währungen, wie zum Beispiel des US-Dollars, des japanischen Yen, des brasilianischen Real und auch des chinesischen RMB. Obwohl weiterhin die Patientenversorgung in allen Industrieländern gesichert ist, so nehmen doch in vielen Ländern die Wartezeiten für den Erhalt einer Behandlung stetig zu. „In diesem Zusammenhang werden insbesondere Investitionsgüter in den Krankenhäusern inzwischen sehr zurückhaltend erworben“, stellt Knaebel fest.

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Die Betrachtung der wichtigsten Märkte von Aesculap zeige, dass sich das erzielte Wachstum entweder aufgrund starker Währungseinflüsse nicht in Euro abbilde oder aber sich die wesentlichen Märkte aus anderen Gründen nicht so dynamisch entwickeln könnten, wie ursprünglich angenommen. Im Wesentlichen reduzierten die Währungseinflüsse den erzielten Umsatz von Aesculap um 3,8 Prozent bzw. 54,7 Mio. Euro.

Die vorrangigen Wachstumstreiber des Jahres 2013 waren Russland, Lateinamerika und Asien, wobei in Asien ein Großteil des Wachstums durch die Währungseffekte aufgezehrt wurde. In Europa konnte im letzten Quartal 2013 eine gewisse Konsolidierung der verschiedenen Märkte beobachtet werden. Allerdings fehlten die großen Wachstumsimpulse, um das gesamte Geschäftsjahr noch positiver zu gestalten. Das starke Wachstumsniveau in China wurde 2013 leicht gebremst, so dass es nur noch knapp zweistellig über dem Vorjahr 2012 lag. „Trotz der verhaltenen Wachstumsdynamik konnte bei einer stabilen Ergebnisverbesserung weiterhin ein profitables Wachstum erzielt werden“, so Knaebels Bilanz.

Aesculap investiert wie noch nie

Insgesamt sei das Geschäftsjahr 2013 bemerkenswert für Aesculap gewesen. So erreichten beispielsweise die Investitionen in neue Fertigungsanlagen ein Rekordniveau. In Tuttlingen wurde das Mehrzweckgebäude Bau 71 für den Technischen Service, die Materialver- und entsorgung sowie für die Schmiede seiner Bestimmung übergeben. Der Bau der Innovation Factory konnte aufgrund der milden Witterung im Winter 2013/2014 unvermindert fortgesetzt werden. Beide Fertigungseinheiten in Tuttlingen sind sowohl im Budget- als auch im Zeitplan.

Weitere wesentliche Investitionen von Aesculap werden in Penang in Malaysia getätigt, wo der seit 1973 bestehende Fertigungsstandort komplett modernisiert wird. Diese Investition werde ebenfalls im Jahre 2014 abgeschlossen. Die Investition in Penang ist Teil eines konzernweiten Investitionsprogrammes von rund 500 Mio. Euro für diesen wichtigen Produktionsstandort der B. Braun Melsungen AG. Ziel aller Investitionen sei die Ökonomisierung der Fertigung. Die Investitionsaktivitäten von Aesculap werden auch im Jahre 2014 ungehindert fortgeführt.

Bestes Ergebnis der Unternehmensgeschichte

Stichwort B. Braun Melsungen AG: Auch B. Braun hat ein erfolgreiches Geschäftsjahr abgeschlossen. 2013 erzielte der B. Braun-Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 5.169,5 Mio. Euro (Vorjahr: 5.047,8 Mio. Euro) und steigerte den Umsatz gegenüber dem Vorjahr in Euro um 2,4 Prozent. In den Märkten wuchs der Umsatz in lokalen Währungen um 5,8 Prozent. Den Konzernjahresüberschuss verbesserte das Unternehmen um 9,3 Prozent auf 315,5 Mio. Euro (Vorjahr: 288,6 Mio. Euro). „Wir sind mit dem besten Ergebnis der Unternehmensgeschichte in unser Jubiläumsjahr gestartet“, betont Prof. Dr. Heinz-Walter Große, Vorstandsvorsitzender der vor 175 Jahren gegründeten B. Braun Melsungen AG.

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2014 erwartet Aesculap 5 Prozent Umsatzwachstum

Für das Geschäftsjahr 2014 erwartet Aesculap ein organisches Umsatzwachstum von zirka fünf Prozent. Entsprechendes Mengen- und Umsatzwachstum wird weiterhin in den Regionen Lateinamerika, Asien und in zunehmendem Maße auch wieder in Europa zu finden sein. Die etablierten Märkte, vor allem in Nordamerika, werden sich für das Jahr 2014 mit einer verhaltenen Wachstumsdynamik weiterentwickeln. Stärkere Wachstumsimpulse für die Medizintechnik werden in den wesentlichen Märkten erst wieder im Jahre 2015 erwartet.

Anlass für diesen verhaltenen Optimismus bieten neben neuen Produkten unter anderem die von Aesculap erfolgreich ausgebauten produktassoziierten Dienstleistungen, bei denen der Wissensaustausch und der Wissenstransfer um das angebotene Produkt vom Hersteller zum Kunden erfolgt. „Das wird weiterhin ein Erfolgsgeheimnis für die Wachstumsstrategie sein“, so Knaebel, der in diesem Zusammenhang gerne von kommerziellen Dienstleistungen spricht. Dieser beratungsorientierte Vertriebsansatz soll neben den Geschäftsbereichen Surgical Technologies und Orthopädie auch auf andere Geschäftsbereiche ausgeweitet werden, um die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Leistungserbringer zu sichern und auszubauen.

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