France

Spritzgießmaschine zur Fertigung von Mikroteilen

Redakteur: Peter Reinhardt

Firma zum Thema

Einkaufsführer 2010 Update: Kunststoffverarbeitung:

Auf der Fachmesse K 2010 in Düsseldorf hat die Männer Group kürzlich ihre neue Spritzgießmaschine » micro-män 50« vorgestellt. Sie bündelt die Kompetenzen aus Präzisionsformenbau, Nadelverschlusstechnik und elektrischer Spritzgießtechnik.

Das Konzept unterscheidet sich von den klassischen Spritzgießmaschinen schon in seiner Grundkonstruktion: Mit einer gekühlten, aus einem Stück gefertigten Maschinenplatte aus Stahl und der 3-Punkt Lagerung ähnelt die stabile Konstruktion der von hochpräzisen Messmaschinen. Die vollelektrische Spritz- und Schließeinheit werden mit Torquemotoren angetrieben, so dass kein Getriebe benötigt wird.

Anders als bei herkömmlichen Spritzgießmaschinen finden der variotherme Prozess und die Entnahme der Teile außerhalb der Schließeinheit statt. Das Herzstück dieses Konzepts ist der »track-män«: Die 2-teilige Werkzeughälfte besitzt einen Formeinsatz sowie ein integriertes Auswerferpaket - und wird nach dem Einspritzen aus der Schließeinheit heraus zu den einzelnen Funktionsstationen transportiert. In der Standardausführung ist die Produktionszelle mit vier Funktionsmodulen ausgestattet, die der »track-män« mittels eines Transportsystems ansteuert. Dieses besteht aus längsseitig angebrachten Lineareinheiten. An den Eckpunkten werden die Werkzeughälften mittels pneumatischer Drehantriebe umgesetzt.

Nach dem Einspritzen wird die bewegliche Werkzeughälfte zusammen mit dem Formteil zum Kühlen weitergeleitet. Die Kontaktkühlung funktioniert auf Wasserbasis. Es folgen zwei Entnahmestationen - eine für den Anguss und eine für die Spritzgussteile. Abschließend geht es weiter zur Aufheizstation, die das Werkzeug in einem zweistufigen induktiven Verfahren erwärmt, und von dort erneut zum Einspritzen. Somit führt die Anlage gleichzeitig mehrere Prozesse aus.

Der Clou: Durch die Verwendung mehrerer Werkzeughälften innerhalb eines Produktionszyklus‘ ist es möglich, Teile mit verschiedenen Geometrien ohne Umrüsten der Maschine zu fertigen. Das ist insbesondere bei der Produktion kleinerer Mengen vorteilhaft. Zusätzlich lässt sich die Werkzeughälfte mit einem Chip versehen, auf dem die erforderlichen Spritzparameter gespeichert sind. Das Konzept der »micro-män 50« bietet die Möglichkeit, weitere Module in das lineare System der Produktionszelle einzubinden, beispielsweise ein Einlegemodul oder eine Montageeinheit.

Die Spritzeinheit ist so gestaltet, dass es möglich ist, handelsübliches Granulat zu verarbeiten. Die 2-stufige Schneckenvorplastifizierung mit Kolbeneinspritzung arbeitet nach dem Prinzip First-In/First-Out. Das sorgt für eine geringe Verweilzeit der Formmasse und ermöglicht so höhere Taktraten. Abhängig vom Kolbendurchmesser erreicht die Spritzeinheit einen Spritzdruck bis 3.000 bar.

Kontakt::

Männer Solutions for Plastics D-79353 Bahlingen a.K. www.maenner-group.com