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Deutschlandweit erstmalige Implantation Rückenmarksstimulator gegen fortgeschrittene Herzschwäche

Redakteur: M.A. Frauke Finus

Ein Rückenmarksstimulator gegen fortgeschrittene Herzschwäche ist erstmals im Rahmen einer weltweiten Studie in Deutschland von Spezialisten des Marienhospitals Herne implantiert worden. Bisher war eine Behandlung nur durch Medikamente und für wenige Patienten mit dem Einsatz von Herzschrittmachern möglich.

Das Operationsteam der deutschlandweit erstmaligen Implantation mit dem Patienten v. l. n. r.: Prof. Dr. Hans-Joachim Trappe, Direktor der Medizinischen Klinik II, Dr. Luc Claeys, leitender Arzt der Abteilung Gefäßchirurgie, Dieter Steenker und Dr. Magnus Prull, Oberarzt der Medizinischen Klinik II.
Das Operationsteam der deutschlandweit erstmaligen Implantation mit dem Patienten v. l. n. r.: Prof. Dr. Hans-Joachim Trappe, Direktor der Medizinischen Klinik II, Dr. Luc Claeys, leitender Arzt der Abteilung Gefäßchirurgie, Dieter Steenker und Dr. Magnus Prull, Oberarzt der Medizinischen Klinik II.
(Bild: Stiftung Katholisches Krankenhaus Marienhospital Herne)

Der implantierbare Neuro-Stimulator (INS) hat etwa die Größe einer Stoppuhr. Mit einer Elektrode verbunden bildet er den Rückenmarksstimulator, der derzeit an weltweit 30 Herz-Zentren mit nur 70 Probanden getestet wird. Auch das Marienhospital gehört zu den hochspezialisierten Zentren. Der behandelte Patient ist der einzige Teilnehmer in Deutschland.

Herzschwäche durch leichte elektrische Signale verbessern

„Ziel der Studie ist es herauszufinden, ob sich eine schwere Herzschwäche durch leichte elektrische Signale ans Rückenmark verbessern lässt“, so Direktor Prof. Dr. Hans-Joachim Trappe, der dem Spezialistenteam angehört, das den 60-jährigern Patienten mit langjähriger Herzinsuffizienz operiert hat. Bisher erfolgte die Behandlung von Herzinsuffizienz vorwiegend mit Medikamenten. Kombiniert mit dem Einsatz von Herzschrittmachern, die in der Nähe des Herzens implantiert werden, zeigten sich im Rahmen einer Resynchronisationstherapie bereits gute Ergebnisse: Abnahme der Sterblichkeit, Zunahme der Lebensqualität und eine Rückentwicklung des vergrößerten Herzmuskels.

Mit einem Rückenmarksstimulator könnten mehr Patienten behandelt werden

Der Nachteil von Herzschrittmachern: Der Einsatz ist nur bei einem sehr geringen Anteil der Betroffenen möglich, da ihr Krankheitsbild zahlreichen engen Kriterien entsprechen muss. „Leider kommt es in seltenen Fällen auch vor, dass es Patienten trotz Herzschrittmacher nicht besser geht. Die neuartige Stimulation des Herzens über das Rückenmark könnte eine echte Alternative darstellen, die bei viel mehr Patienten anwendbar ist. Sollte die Studie über die nächsten Jahre erfolgreich verlaufen, würden sicherlich viele Betroffene profitieren,“ so Trappe.

Kontakt:

St. Vincenz Gruppe Ruhr

D-44649 Herne

www.vincenzgruppe.de

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