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Medizintechnik für Metallbearbeiter Roadshow mit 11 Fachvorträgen und Live-Vorführungen

Autor / Redakteur: Peter Reinhardt / Stéphane Itasse

Geballtes Know-how erwartet die Teilnehmer der Roadshow „Medizintechnik für Metallbearbeiter“, die die Fachmagazine MM MaschinenMarkt und DeviceMed im Juni an drei Standorten veranstalten. Neben elf Fachvorträgen entlang der gesamten Prozesskette zur Fertigung von Implantaten und Instrumenten gibt es in Vorführungen Ausschnitte aus der Fertigung live unter Span zu sehen. Geographisch ausgewogen verteilt macht die Roadshow am 12.6. in Erlangen, am 19.6. in Bielefeld und am 26.6. in Schorndorf Station.

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Erste Station der Roadshow „Medizintechnik für Metallbearbeiter“ ist am 12.6.2012 im Technologie- und Applikationszentrum von Siemens in Erlangen. (Bild: Siemens)
Erste Station der Roadshow „Medizintechnik für Metallbearbeiter“ ist am 12.6.2012 im Technologie- und Applikationszentrum von Siemens in Erlangen. (Bild: Siemens)

Was die Veranstalter auf die Beine gestellt haben, kann sich sehen lassen. Anerkannte Experten von Zerspanungstechniken für Metallbearbeiter kommen zu den jeweils eintägigen Terminen zusammen.

Prozessvalidierung in der Medizintechnik

Einführend erklärt Martin Rümke, Senior Consultant der Chemgineering AG, den Teilnehmern anhand von Best Practice-Beispielen, wie die Prozessvalidierung in der Medizintechnik zugleich pragmatisch, risikobasiert und compliant erfolgt. Denn die Validierung von Produktionsprozessen ist ein gleichermaßen essentielles wie kritisches Element für die Sicherheit und Funktionsfähigkeit von Medizinprodukten.

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Vom CT-Bild zum personalisierten Implantat

Steigender Kostendruck, die Einhaltung von hohen Produktqualitätszielen und maximale Zeiteffizienz sind drei der Herausforderungen, denen sich Hersteller von medizinischen Produkten im stetig wachsenden Medizintechnikmarkt stellen müssen. Dazu kommen immer kleinere Chargen in der Fertigung bis Losgröße eins. Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist eine perfekte Abstimmung der einzelnen Elemente innerhalb der Prozesskette unverzichtbar. Sabine Fietz, Business Manager Medizintechnik bei Siemens, zeigt, wie eine optimierte Prozesskette vom CT-Bild bis zum personalisierten Implantat ausschaut. Dazu passend stellt ein Referent von Open Mind vor, wie sich CAD/CAM-Prozesse für die Fertigung von Medizinprodukten adaptieren und automatisieren lassen.

Entwicklungstrends in der Produktionstechnik

Die weltweiten Märkte für Hüft-, Knie- und andere Implantate stellt Dr. Uli Sutor von DMG/Mori Seiki in den Mittelpunkt seines Vortrags. Die daraus resultierenden Anforderungen an Materialien und Werkzeugmaschinen kommen dabei ebenso zur Sprache wie ein Ausblick auf anstehende Neuentwicklungen. Abgerundet wird das Thema Produktionstechnik durch Thomas Wengi von GF AgieCharmilles, der die Möglichkeiten der Mikroerosion in der Medizintechnik vorstellt.

Werkzeuge spannen und einstellen

Als Schnittstelle zwischen Werkzeug und Maschine bei der in der Medizintechnik üblichen Hochgeschwindigkeitsbearbeitung wird auf der Roadshow auch die die richtige Werkzeugaufnahme nicht außer Betracht gelassen. Denn höchste Genauigkeit am Werkstück kann mit hoher Geschwindigkeit nur dann erzeugt werden, wenn alle Glieder der Prozesskette höchste Qualitätslevel erreichen. Warum sich gerade die Schrumpftechnik für die μ-genaue Bearbeitung anbietet, erläutert Oliver Lechner von der Haimer GmbH.

Ergänzend stellt Torsten Schulz von Zoller vor, warum Einstell-, Mess- und Prüftechnik für Präzision und Qualitätssicherung in der Medizintechnik fundamentaler Bestandteil der Prozesskette sind. Die lückenlose Prüfung, Rückverfolgung und Dokumentation von Zerspanungswerkzeugen ist hier ein Muss.

Innovative Werkzeug- und Zerspanungstechnologien für anspruchsvolle Werkstoffe

Den Einfluss der Hochdruckkühlung auf die Zerspanung moderner Medical-Werkstoffe im Zusammenspiel mit innovativen Werkzeugkonzepten und Möglichkeiten zur Prozessoptimierung präsentiert Sabine Schmoll, Iscar. Zusätzlich beschäftigt sich Peter Kalenbach von der Walter Deutschland GmbH mit den Anforderungen von Medizintechnik-Materialien und deren Auswirkungen auf die Zerspanbarkeit. Anhand von konkreten Bauteilen werden Bearbeitungslösungen mit Standardwerkzeugen gezeigt. Zur besseren Verständlichkeit gibt es Bearbeitungsfilme zu sehen

Kühlschmierstoffe und Qualitätssicherung für die Medizintechnik

Als Referenten-Duo durchleuchten Detlef Stülzebach und Daniel Schär von der Blaser Swisslube AG Zerspanungsprozesse nach weiteren Verbesserungspotenzialen. Ihr Medium sind dabei die Kühlschmierstoffe (KSS). Gemeinsam zeigen sie, welche Aspekte z.B. in der Implantatfertigung vom verwendeten KSS beeinflusst werden können und wie die Bearbeitungsergebnisse durch die Wahl des richtigen KSS optimiert werden können.

Abgeschlossen wird die Prozesskette der Medizintechnikfertigung durch einen Vortrag von Dr. Jan Linnenbürger, Renishaw. Er gibt tiefe Einblicke in die eigene spanende Fertigung des Messtechnikspezialisten und leitet daraus Möglichkeiten und Maßnahmen für die Medizintechnik ab.

Das Gehörte live erleben

Grau ist alle Theorie, deshalb wird auf der Roadshow auch die Praxis nicht zu kurz kommen. Live unter Span gibt es unter anderem Ausschnitte aus der Fertigung von Knie-Implantaten (Fräsen/Dreh-Fräsen) und Herzventilen (Drehen) zu sehen. Zudem stehen die Referenten auf begleitenden Ausstellungen für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.

Weitere Informationen und Anmeldung hier.

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