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Besorgniserregende Stoffe

Reach: 10 neue gefährliche Substanzen erweitern die Liste

| Redakteur: Peter Reinhardt

Die Europäische Chemikalienagentur hat zehn weitere Substanzen auf die Kandidatenliste der besonders besorgniserregenden Stoffe gesetzt. Hersteller und Verarbeiter der Substanzen sind zur Informationsweitergabe verpflichtet.

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Reach: Gesundheitsschutz ist das Kernanliegen der Verordnung
Reach: Gesundheitsschutz ist das Kernanliegen der Verordnung
(Bild: reach-compliance.ch)

Die Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe enthält nunmehr 191 Substanzen, informiert der Fachverband der Bauelemente Distribution (FBDi). Neu dazugekommen sind D4 / Octamethylcyclotetrasiloxane (EC-Nr. 209-136-7), D5 / Decamethylcyclopentasiloxane (EC-Nr. 208-764-9) und D6 / Dodecamethylcyclohexasiloxan (EC-Nr. 208-762-8).

Für alle drei gilt gleichermaßen:

Toxische (PBT) und vPvB (sehr persistent und sehr bioakkumulierbar) Eigenschaften, enthalten in Reinigungs- und Waschmitteln

Blei – EC Nr. 231-100-4: Fortpflanzungsgefährdend; findet Einsatz in Metallen, Schweiß- und Lötprodukten, zur Metalloberflächenbehandlung und in Polymeren.

Dinatriumoctaborat – EC Nr. 234-541-0: Fortpflanzungsgefährdend; ist in Frostschutzmitteln, Wärmeträgerflüssigkeiten, Schmierstoffen und Fetten sowie in Reinigungs- und Waschmitteln enthalten.

Benzo[ghi]perylen – EC Nr. 205-883-8: Toxisch (PBT) und vPvB-Eigenschaften; ist normal unter Reach nicht registriert, kommt als Bestandteil oder Unreinheit in anderen Substanzen vor.

Hydriertes Terphenyl – EC Nr. 262-967-7: vPvB-Eigenschaften; findet Einsatz als Plastikzusatz, Lösungsmittel, in Beschichtungen, in der Kleb-und Dichttechnik und in Wärmeträgerflüssigkeiten.

Ethylendiamin (EDA) – EC Nr. 203-468-6: Atemwegssensibilisierende Eigenschaften; Einsatzbereiche sind u.a. Kleb- und Dichttechnik, Beschichtungsprodukten, Füllern, in Kitten, pH-Regulatoren und Wasserbehandlungsprodukten.

TMA (Benzene-1,2,4-tricarboxylic-1,2-anhydride) – EC Nr. 209-008-0: Atemwegssensibilisierende Eigenschaften; kommt in der Produktion von Polymeren und Plastikprodukten vor.

DCHP (Dicyclohexyl phthalate) – EC Nr. 201-545-9: Fortpflanzungsgefährdende und endokrin wirkende Eigenschaften; findet Einsatz u.a. in der Produktion von Plastisol, PVC, Plastikprodukten.

Zwar besteht mit der Aufnahme in die Kandidatenliste noch keine Zulassungspflicht für die betroffenen Hersteller und/oder Importeure, dennoch verweist der FBDi ausdrücklich auf sofortige Verpflichtungen für Unternehmen in Verbindung mit den in der Kandidatenliste aufgeführten Stoffe:

Hersteller und Verarbeiter der Substanzen sind – sofern mehr als 0,1 Gewichtprozent eines SVHCs in den Teilerzeugnissen enthalten ist – dazu verpflichtet, über das Vorhandensein eines SVHCs unaufgefordert in der Lieferkette zu informieren.

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Basierend auf dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom September 2015 gilt der Grenzwert von 0,1 Masseprozent schon für Erzeugnisse, die Teil eines anderen Erzeugnisses sind – d.h. als Erzeugnis gilt jede einzelne Komponente eines Produkts und nicht nur das Endprodukt.

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Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke Elektronikpraxis.

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