France

Medica 2013 Quo vadis Medizin(-technik)?

Autor / Redakteur: Autor | Joachim Schäfer / Kathrin Schäfer

Der globale Gesundheitsmarkt wächst jährlich um rund sechs Prozent. In den meisten Ländern entwickeln sich die Gesundheitsmärkte schneller als das Bruttoinlandsprodukt. Hält dieser Trend an, steigt der weltweite Gesundheitsmarkt von aktuell gut 5 Billionen auf rund 15 Billionen Euro im Jahr 2030. Welche technischen Trends und Neuerungen der Markt bietet, zeigt die diesjährige Medica vom 20. bis 23. November in Düsseldorf.

Firmen zum Thema

Der globale Gesundheitsmarkt wächst jährlich um rund sechs Prozent. Welche technischen Trends und Neuerungen er bietet, zeigt die diesjährige Medica vom 20. bis 23. November in Düsseldorf.
Der globale Gesundheitsmarkt wächst jährlich um rund sechs Prozent. Welche technischen Trends und Neuerungen er bietet, zeigt die diesjährige Medica vom 20. bis 23. November in Düsseldorf.
(Bild: Messe Düsseldorf/Constanze Tillmann)

Treiber der aktuellen Entwicklung sind eine alternde Gesellschaft in vielen Staaten, in anderen wiederum ein starkes Bevölkerungswachstum, der technische Fortschritt und vor allem die Zunahme der Kaufkraft in weiten Teilen der Welt. Die Zahlen entstammen der Studie „Weltweite Gesundheitswirtschaft – Chancen für Deutschland“, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie von der Unternehmensberatung Roland Berger erstellt worden ist. Sie begründen, warum auch die Anbieter von Medizintechnik sowie ihre Zulieferer trotz einer aktuell eher moderaten Nachfrageentwicklung als Ergebnis der Finanzkrise mittel- und langfristig von positiven Marktvorzeichen ausgehen können.

Starker Bedarf an medizintechnischer Basisausstattung

Ungeachtet einer insgesamt wachsenden Nachfrage nach medizinischer Versorgung und den damit verbundenen Medizinprodukten und Medizintechnologien verändert sich sukzessive die Struktur der Nachfrage. Sie unterscheidet sich länderbezogen teils erheblich hinsichtlich der Art der nachgefragten Produkte und Systeme. So ist in Folge einer zunehmenden Versorgungsdichte, also einer steigenden Zahl an ambulanten Versorgungszentren und Kliniken, in vielen Schwellenländern ein starker Bedarf an medizintechnischer Basis-Ausstattung im Sinne einer breiten Grundversorgung gegeben. Die Innovationsorientierung ist vergleichsweise gering. In den „klassischen“ Märkten, beispielsweise in den großen Industrienationen Europas sowie Nordamerikas und in Japan, steigt der Kostendruck in den Gesundheitssystemen. Das dämpft einerseits zwar die Nachfrage. Jedoch kommen hier Wachstumsimpulse verstärkt vom privatfinanzierten Gesundheitsmarkt und die Innovationsorientierung ist insgesamt höher, so beispielsweise der Tenor der HWWI-Studie von der HSH Nordbank.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 11 Bildern

Gleichermaßen vielschichtig präsentiert sich der globale Markt in Bezug auf das Angebot. Einst eher als Low-Price-Anbieter betrachtet stellen sich etwa Großkonzerne aus China weltweit dem Wettbewerb mit den marktbestimmenden „Big Playern“ und haben die Qualität ihrer Produkte sowie ihr Service-Angebot deutlich gesteigert. Und auch Unternehmen aus aufstrebenden Schwellenländern wie Indien, Malaysia oder Thailand beliefern längst nicht mehr nur ihre heimischen Märkte. Ob Katheter, Latexhandschuh oder Produkte für die Wundbehandlung – in stark preisorientierten Marktsegmenten haben sie auch in Kliniken Europas oder Amerikas ihre Abnehmer.

Die Medica als Spiegel wachsender Internationalität

Aus diesen Kennzeichen der Marktentwicklung heraus erklärt sich, warum die Medizinmesse Medica ihre Position als maßgebende Plattform für länderübergreifendes Business, Information und den Expertenaustausch kontinuierlich ausbauen konnte. Der hohe Internationalitätsgrad auf der Aussteller- sowie Besucherseite ist ein Beleg dafür. Fast drei Viertel der mehr als 4.500 Aussteller der Medica 2012 waren internationale Beteiligungen. Zugleich kam mehr als jeder zweite der insgesamt 130.600 Fachbesucher nicht aus Deutschland an den Rhein.

Konzentration der Einkaufsmacht auf einige wenige

Die Medica spiegelt einen generellen Trend, der sich auf Grund der Strukturveränderungen in den Gesundheitssystemen der meisten Nationen auch in den kommenden Jahren sicherlich noch verstärken wird: Die Einkaufsmacht konzentriert sich in den immer größer werdenden Klinikverbünden und Klinikkonzernen. Wer hier zu entscheiden hat, gleich ob aus dem medizinischen Bereich oder dem Management kommend, trägt eine besondere Verantwortung bereits auf Basis der Gesamtvolumina der zu tätigenden Investments.

Entsprechend hoch ist mit 93 Prozent mittlerweile die Entscheiderquote, wobei zur Medica 2012 allein gut 3.000 Klinikdirektoren kamen. Ein sehr hoher Wert, wenn man bedenkt, dass Deutschland selbst gerade noch kaum mehr als 2.000 Kliniken zählt, ein Drittel davon in der Hand von (größeren) privaten Klinikketten.

(ID:42273020)