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Implantate Projektteam entwickelt Verfahren für künstliches Gewebe

Redakteur: Jürgen Schreier

Eine große Herausforderung bei der Herstellung künstlichen Gewebes für Implantate ist die Bereitstellung mehrlagiger Zellschichten, die über ein Versorgungssystem mit Nährstoffen versorgt werden können. Dieser Aufgabe widmet sich nun ein Konsortium von 16 europäischen Partnern aus Industrie und Forschung unter der Federführung des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT.

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Projektteam „ArtiVasc 3D“ hat es sich zum Ziel gesetzt, ein neues Verfahren zur Züchtung von künstlichem Ersatzgewebe zu entwickeln. (Bild: Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT)
Projektteam „ArtiVasc 3D“ hat es sich zum Ziel gesetzt, ein neues Verfahren zur Züchtung von künstlichem Ersatzgewebe zu entwickeln. (Bild: Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT)

Eine große Herausforderung bei der Herstellung künstlichen Gewebes für Implantate ist die Bereitstellung mehrlagiger Zellschichten, die über ein Versorgungssystem mit Nährstoffen versorgt werden können. Dieser Aufgabe widmet sich nun ein Konsortium von 16 europäischen Partnern aus Industrie und Forschung unter der Federführung des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT.

Gewebe soll vaskularisiert sein

Am 23. und 24. November 2011 veranstaltete das Fraunhofer ILT das Kickoff-Treffen des Projekts „ArtiVasc 3D“. Die Europäische Union fördert dieses Projekt innerhalb des 7. Rahmenprogramms mit 7,8 Mio. Euro. Ein Team aus Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Medizinern hat es sich zum Ziel gesetzt, ein neues Verfahren zur Züchtung von künstlichem Ersatzgewebe zu entwickeln. Das Gewebe soll vaskularisiert sein, also mit einem Versorgungssystem ähnlich dem natürlichen Adernnetz versehen sein.

Bisher kann Haut, die auf eine Vaskularisierung verzichten kann, lediglich mit einer Fläche kleiner 1 cm² und einer Dicke von 1-2mm gezüchtet werden. Für größere und dickere Gewebeflächen ist eine Vaskularisierung allerdings unabdingbar und kann mit heutigen Verfahren nicht hergestellt werden.

In den kommenden vier Jahren soll durch die Kombination verschiedener Technologien aus dem Bereich des Rapid Prototyping und der Biofunktionalisierung ein Prozess entwickelt werden, der den Aufbau vaskulärer Gefäße in Kombination mit einem Trägersystem ermöglicht.

Künstliche Haut dient als in vitro Testsystem

Diese Gefäße und das Trägersystem sollen mit körpereigenen Zellen besiedelt werden und so den Aufbau von Fettgewebe und schließlich künstlicher Haut ermöglichen. Zum einen soll diese künstliche Haut als in vitro Testsystem dienen, um beispielsweise Tierversuche zu reduzieren, zum anderen soll sie direkt als Hautimplantat eingesetzt werden können.

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