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Podiumsdiskussion: »Der Laser kennt keine Grenzen – nur Horizonte«

Redakteur: Peter Reinhardt

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Licht ist ein universelles Werkzeug. Der Laser bearbeitet filigrane Strukturen in der Mikrobearbeitung und Medizintechnik ebenso, wie er im Schiffsbau 30 mm dicke Bleche schneidet oder schweißt. Anlässlich des 50. Geburtstags der Lasertechnologie haben jüngst Experten bei Trumpf in Ditzingen über deren Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft diskutiert. Um das Fazit vorweg zu nehmen: Trotz seines Siegeszuges in der industriellen Materialbearbeitung steht das Werkzeug Laser erst am Anfang seiner Möglichkeiten und die besten Jahre kommen noch. Der Laser kann und wird entscheidende Antworten geben wie Produkte in Zukunft besser und effizienter gefertigt werden können.

Bezüglich des aktuellen Status Quo stellt Peter Leibinger, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Lasertechnik und Elektronik bei Trumpf fest, dass die Idee des »Universallasers« nicht wahr geworden ist. Vielmehr würden heute deterministisch die Anforderungen unterschiedlichster Applikationen abgearbeitet. »Dabei werden auch etablierte Strahlquellen wie CO2 weiter erforscht« macht Prof. Thomas Graf als Institutsleiter für Strahlwerkzeuge an der Universität Stuttgart deutlich. Er sieht die Entwicklung längst noch nicht abgeschlossen, sondern ist vielmehr überzeugt, dass pfiffige Ideen auch weiterhin für Fortschritte sorgen werden. Dem kann Prof. Dr. Reinhart Poprawe vom Fraunhofer Institut für Lasertechnik nur zustimmen, schließlich sei doch das Bessere der Feind des Guten. Und so verfolgt er anstelle einer Universallaser-Strategie das Ziel des »Tailored Lights« – also Licht nach Maß.

Doch bei aller Euphorie über die Möglichkeiten der Fertigung mit Lasertechnologie hat es für die Besucher auch kritische Stimmen zu hören gegeben. So beklagt beispielsweise Wolfgang Weil, Geschäftsführender Gesellschafter der Weil Engineering GmbH, als erfahrener Anwender, dass das Umfeld der Lasertechnologie zurzeit zu teuer sei. Dabei hat er vor allem die Prozessüberwachung und die Sicherheit im Visier. Auch Ralf Goldbrunner von der Krones AG ist als Anwender trotz aller Möglichkeiten noch nicht ganz zufrieden. Sein Wunsch: Den Laser auch für kleine Stückzahlen und einzelne Prozesse wirtschaftlich einsetzen zu können.

Trumpf GmbH + Co. KG D-71254 Ditzingen www.trumpf.com