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Design mit Leuchtkraft

| Redakteur: Peter Reinhardt

Glasfasern mit seitlich abstrahlendem Licht bieten große gestalterische Möglichkeiten für neue Beleuchtungskonzepte in der Medizintechnik. Der Technologiekonzern Schott hat hierfür ein innovatives Modul entwickelt; die Design-Agentur Corpus-C dazu kreative Design-Lösungen und -Ideen – etwa zur Beleuchtung von Servicerobotern oder Magnetresonanztomografen.

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Illumamed-Sidelights (hier in Grün): Die Lichtmodule eignen sich zur Signalisierung des Betriebszustandes medizinischer Geräte, aber auch zur Ausleuchtung von MRT-Röhren. Deren elektromagnetisches Feld wird von faseroptischen Lichtleitern nicht manipuliert.
Illumamed-Sidelights (hier in Grün): Die Lichtmodule eignen sich zur Signalisierung des Betriebszustandes medizinischer Geräte, aber auch zur Ausleuchtung von MRT-Röhren. Deren elektromagnetisches Feld wird von faseroptischen Lichtleitern nicht manipuliert.
( Bild: Schott )

Licht wird auch in der Welt der Medizin als Gestaltungselement immer wichtiger. War sein Einsatz lange Zeit geprägt von Funktionalität und reinem Anwendernutzen, soll gezielte Beleuchtung heute auch designerische oder therapeutische Effekte fördern.

Licht belebt

In medizinischen Umgebungen von Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Fachpraxen kann farbiges Ambiente-Licht die sterile Klinikatmosphäre und damit die Stimmung der Patienten aufhellen oder als optischer Signalgeber für den Betriebszustand medizinischer Geräte dienen. So wird in einigen Kliniken bereits der Blaulichtanteil der Beleuchtung im Tagesverlauf sukzessive erhöht, da sich so die Konzentrationsfähigkeit hoch halten lässt. „Zum einen kommt bei diesem beginnenden Trend die verstärkte Orientierung an mehr Patienten- und Mitarbeiterfreundlichkeit zum Ausdruck. Zum anderen dient individuelles Licht-Design Geräteherstellern auch als Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb. Beides wird nun zunehmend genutzt“, erläutert Sebastian Maier, Geschäftsführer von Corpus-C. Die Design-Agentur aus Fürth ist spezialisiert auf kreatives Produktdesign, kombiniert mit technisch komplexen Produktlösungen für Medizintechnik, Pharma und Labor.

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Mit dem Lichtleitermodul Illumamed-Sidelight von Schott haben die fränkischen Gestalter ein Produkt gefunden, das zentrale Bedürfnisse modernen Medical Designs erfüllt. Die flexible, biegefähige Konturbeleuchtung besteht aus hochwertigen Stufenindexfasern, in die mittels Leuchtdioden Licht eingekoppelt wird. Dabei sorgt eine spezielle Fertigungstechnik dafür, dass das eingespeiste Farblicht seitlich zur Faseroberfläche austritt und entlang der gesamten Lichtstrecke homogen abstrahlt. Das sorgt für hohe optische Attraktivität. Die als Lichtquellen verwendeten sind zudem extrem langlebig, energieeffizient und wartungsfreundlich. „Solche Dinge sind im medizinischen Bereich ein Muss“, urteilt Sebastian Maier.

Design für Serviceroboter

Corpus-C hat das Lichtleitermodul für eine Designstudie zum Thema Serviceroboter genutzt. Zwei Prototypen des Think Tank von Kuka wurden zunächst gebaut und auf Messen und repräsentativen Veranstaltungen eingesetzt. Die Roboter können selbstständig fahren, Wege erkennen, Getränke oder andere Dinge transportieren. Ihre Form ist teils einer menschlichen Person nachempfunden. Über ein Touch-Display können sie auch lachen, Emotionen zeigen und Eingaben entgegennehmen. „Think Tank lässt sich als Vorstudie für den Einsatz etwa in Kliniken oder im Pflegebereich betrachten. Roboter-Services sind hier durchaus ein Zukunftsthema“, erklärt Maier. Der Lichtleiter von Schott dient im Falle der Roboter hauptsächlich der Design-Wirkung und soll Aufmerksamkeit schaffen. Er leuchtet das Geräteinnere, das sich über seitliche, abnehmbare Türen öffnen lässt und als Ablageplatz dient, gleichmäßig und homogen aus. Die Lichtfarbe ist über eine Fernbedienung regelbar, und auch Lichteffekte lassen sich simulieren.

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Licht ins MRT bringen

Illumamed-Komponenten von Schott eignen sich aber auch für viele weitere Anwendungen. So gab es bisher nur beschränkte Ausleuchtungsmöglichkeiten von MRT-Geräten, da deren elektromagnetisches Feld von der Stromversorgung einer Lichtquelle manipuliert würde. Glasfasern leiten jedoch nur das Licht. Die mit Strom gespeisten LED-Lichtquellen lassen sich außerhalb platzieren. Damit ließe sich eine angenehme MRT-Beleuchtung realisieren, um klaustrophobische Reaktionen aufzufangen, so Maier: „Von zehn Patienten weigert sich im Durchschnitt einer, sich in die MRT-Röhre zu legen. Licht wirkt da wahre Wunder. Für uns Designer sind Glasfaser-Lichtleiter deshalb sehr interessant, gerade in schwer ausleuchtbaren oder wenig zugänglichen Bereichen.“ Der Designer hält die faseroptischen Lichtleiter wegen ihrer großen Leuchtkraft und homogenen, ruhigen Lichtverteilung außerdem für geeignet zur Anzeige von Gerätefunktionen und Betriebszuständen. Auch die Ausstattung von Operationsausrüstung wie Tischen, Schwenkarmen, Leuchten oder Versorgungseinheiten sei mit der Konturbeleuchtung, deren Licht kaum störend wirkt, denkbar. LED-Technik setzte die Design-Agentur Corpus-C bereits vor Jahren als Orientierungs- und Therapielicht in einem Deckenversorgungssystem ein. Damals war dies eine kostspielige und vor allem auch wartungsaufwendige Sache. „Das ist mit den Lichtleitern von Schott als Gestaltungselement vorbei“, so Maier, der die Designorientierung des Technologiekonzerns hervorhebt: „Diese Offenheit und Innovationskraft brauchen wir Designer, finden sie aber selten.“

Kontakt:

Schott AG Lighting and Imaging

D-55127 Mainz

www.illumamed.com

Corpus-C Design Agentur GmbH

D-90763 Fürth

www.corpus-c.de

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