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Nutzenbewertung von Medizinprodukten wird immer wichtiger

| Redakteur: Peter Reinhardt

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Das Thema Nutzenbewertung wird im Bereich der Medizinprodukte in Zukunft immer wichtiger werden. Dabei geht es um Bewertungsinstrumente wie beispielsweise randomisierte Studien und Versorgungsforschungsprojekte wie Register.

Kriterien und Anforderungen müssten dabei von der Industrie, dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gemeinsam erarbeitet werden, verdeutlichten Experten der BVMed-Konferenz »Nutzen von neuen medizintechnischen Produkten und Verfahren« am 13. April 2011 in Berlin. Ein Lösungsvorschlag für die Finanzierung einer unabhängigen Nutzenbewertung ist die Einführung eines Innovationspools. Dabei handele es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt. Der BVMed-Vorschlag wurde von dem Gesundheitsökonomen Prof. Dr. Edmund Neugebauer unterstützt.

Dr. Stefan Sauerwald vom IQWiG betonte die Bedeutung von randomisierten Studien für die Nutzenbewertung. Diese seien aber für Produkte mit geringerem Risiko der Medizinprodukte-Klassen 1 und 2a in der Regel nicht gefordert. Damit würden über 90 Prozent der Medizinprodukte aus den erhöhten Anforderungen zum Nutzenbeleg herausgenommen werden. Randomisierte Studien würden demnach vor allem für Medizinprodukte, die ein höheres Risiko haben und eine Neuentwicklung darstellen, künftig stärker gefordert sein. Dr. Gabriela Soskuty von B. Braun verdeutlichte, dass der richtige Zeitpunkt der Nutzenbewertung bei Medizinprodukten dabei schwer festzulegen sei, da es im Unterschied zu Arzneimitteln insbesondere für die Anwender eine »Lernkurve« neuer Verfahren gebe. Das Modell des GKV-Spitzenverbandes, über Innovationszentren neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden zu evaluieren, lehnten die Deutsche Krankenhausgesellschaft und Vertreter der Ärzteschaft auf der Konferenz einhellig ab.

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