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Fraunhofer IWU/Kunstgelenk-Netzwerk Neuentwicklungen für OP-Saal und Rehaklinik

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Auf dem Fraunhofer-Gemeinschaftsstand der Medtec Europe in Halle 7 zeigt das vom Fraunhofer IWU koordinierte Kunstgelenk-Netzwerk Endoprothetik aktuelle Forschungs- und Entwicklungsergebnisse. Ein weiteres Exponat ist ein medizinisches Therapiegerät zur Behandlung kindlicher Skoliose.

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Bisher ein Novum: Im Kunstgelenk Netzwerk Endoprothetik wird ein Messsystem zur Ermittlung der Beinlänge und des Hüftrotationszentrums entwickelt und erprobt.
Bisher ein Novum: Im Kunstgelenk Netzwerk Endoprothetik wird ein Messsystem zur Ermittlung der Beinlänge und des Hüftrotationszentrums entwickelt und erprobt.
(Bild: Fraunhofer IWU)

Das im März 2013 gegründete Kunstgelenk-Netzwerk Endoprothetik, ein Zusammenschluss von 13 Industriepartnern und 9 Forschungseinrichtungen, hat sich zum Ziel gesetzt, entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Implantats Lösungen zu erarbeiten – von der klinischen Anforderung über die Entwicklung, Fertigung und Zulassung bis hin zum Vertrieb.

Software für den OP-Saal

Im Rahmen der Messe werden eine Implantations-Planungssoftware, ein Messsystem zur Ermittlung der Beinlänge und des Hüftrotationszentrums sowie ein modulares Hüftimplantat als Gesamtlösung vorgestellt. Auf der Grundlage der als Prototyp entwickelten Lösungen kann die Nachhaltigkeit von Hüftimplantationen signifikant gesteigert werden. Der Operateur erhält im OP-Saal die Möglichkeit, mit der Planungssoftware die vorher berechnete Position des Implantats mit der OP-Situation abzugleichen. Ein neues Messsystem ermittelt gleichzeitig mit hoher Genauigkeit die exakte Beinlänge und das Hüftrotationszentrum. Erkannte Abweichungen können mit Hilfe des modularen Hüftimplantates direkt korrigiert werden.

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Skoliose-Therapiegerät

Bis zu 80 Prozent aller Kinder in Deutschland haben eine Haltungsschwäche, die sich zu einer Skoliose entwickeln kann. Die FED-Methode (Fixation, Elongation, Derotation) korrigiert die skoliotische Wirbelsäulenverkrümmung durch intervallartige Druck- und Entlastungsphasen und verkürzt dadurch die Dauer konservativer Therapiemethoden. Auf der Grundlage dieser Methode sowie Therapeuten- und Patientenbefragungen in Rehabilitationskliniken wurde am Fraunhofer IWU ein Gerätekonzept entwickelt, das auf die ergonomischen und psychischen Bedürfnisse des Patienten eingeht. Die Integration von Sensorik und Aktorik ermöglicht ein Feedbacksystem, das den Patienten durch das Aufzeigen seiner Erfolge zur aktiven Mitarbeit motiviert. Das intuitive Bedienkonzept verringert das Risiko einer Fehlbedienung durch den Therapeuten und verbessert die Therapievor- und -nachbereitung.

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