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Hannover Messe 2017 Neue Werte schaffen

Redakteur: Luca Meister

Rund 6.500 Aussteller und mehr als 200 000 Besucher erwartet die Hannover Messe. Mit der Industrial Automation, MDA – Motion, Drive & Automation steht wieder die grosse Ausgabe bevor. Novum dabei: Die Oberflächentechnik-Messe ist nun in der Industrial Supply untergebracht. Unverändert bleiben die Messen Digital Factory, Energy, ComVac und Research & Technology.

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Präzis ineinander verzahnt: Sinnbild für das Resultat der Networking-Möglichkeiten, die Hannover bietet.
Präzis ineinander verzahnt: Sinnbild für das Resultat der Networking-Möglichkeiten, die Hannover bietet.
(Bild: Deutsche Messe)

Die vergangene Hannover Messe hat ein deutliches Zeichen gesetzt: Integrated Industry ist von der Vision zur Realität geworden – mit mehr als 400 Anwendungsbeispielen für die Digitalisierung von Produktion und Energie. Damit aus der Fabrik der Zukunft jedoch kein Luftschloss wird, muss der konkrete Nutzen für Industrie, Mitarbeiter und Gesellschaft noch stärker in den Vordergrund treten. «Damit die Digitalisierung von Produktion und Energie flächendeckend voranschreitet, muss die Industrie die Nutzen­argumentation noch deutlicher führen als bisher», sagt Dr. Jochen Köckler, Vorstand der Deutschen Messe AG. «Die Unternehmen aus Industrie und Energie müssen erkennen, welche direkten und langfristigen Vorteile sie aus der Digitalisierung ziehen können. Dabei entsteht die zusätzliche Wertschöpfung nicht nur an der Maschine in der Produktion. Neue Geschäftsmodelle und Effekte für den einzelnen Mitarbeiter werden zum zusätzlichen Treiber für den Unternehmenserfolg.» Das wird zum Thema der diesjährigen Hannover Messe.

Integrated Industry

Unter dem Motto «Integrated Industry – Creating Value» rückt die Hannover Messe 2017 Trends wie Cobots (kollaborative Roboter), Digital Twin (digitaler Zwilling), Energieeffizienz, Predictive Maintenance (vorausschauende Instandhaltung) sowie intelligente Materialien und Beschichtungen in den Mittelpunkt. Unternehmen sind heute mit einer Vielzahl von technologischen Möglichkeiten konfrontiert, deren Auswirkungen sie oft nur schwer einschätzen können. Hier setzt die Hannover Messe an und zeigt dieses Jahr der Industrie Wege auf, wie Unternehmen, auch mit begrenzten Ressourcen, die Potenziale der Digitalisierung erkennen und für sich nutzen können. Köckler: «Industrie 4.0 bedeutet nicht den abrupten Austausch aller Produktionsanlagen auf einen Schlag. Z. B. können neuartige Sensoren an bestehende Anlagen angedockt werden, um Daten zu erfassen, auszuwerten und daraus Verbesserungen im Produktionsprozess abzuleiten oder neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.» Die Hannover Messe 2017 wird damit zum Wegweiser für Besucher aus der produzierenden Industrie, die das Potenzial der Digitalisierung für ihr Unternehmen ausschöpfen und ihre Produktion Schritt für Schritt zur Fabrik 4.0 ausbauen wollen.

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Integrated Energy

Die Digitalisierung wird auch die Energiebranche komplett verändern. Das Energiesystem der Zukunft wird über intelligente Kommunikationsnetze von der Produktion bis hin zum Verbrauch regel- und steuerbar sein. Erst die Digitalisierung ermöglicht den fundamentalen Umbau von alten Kraftwerksstrukturen zu einer erneuerbaren, dezentralen und effizienten Energieerzeugung und leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende. Wie sich der Energiemarkt künftig verändern wird und welche Faktoren einen entscheidenden Einfluss haben werden, präsentieren Unternehmen unter dem Motto Integrated Energy. «Die Hannover Messe steht für vernetzte Lösungen entlang der gesamten energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette – von der Erzeugung, Übertragung, Verteilung und Speicherung bis hin zu alternativen Mobilitätslösungen», sagt Köckler.

Über die intelligente Fabrik hinausgehen

Produkte bleiben künftig nach der Auslieferung mit dem Hersteller vernetzt und versorgen ihn permanent mit wertvollen Daten. So können Unternehmen zusätzliche internetbasierte Dienstleistungen entwickeln und auch ausserhalb ihrer klassischen Branchengrenzen Märkte erobern. In Hannover zeigen Zulieferunternehmen, dass sie mit den Mitteln der Digitalisierung Lösungen anbieten können, die schneller, innovativer und stärker individualisiert sind als bisher. Diesen Aspekt der Digitalisierung berücksichtigt das Leitthema «Integrated Industry – Creating Value» ebenfalls: «In der Entwicklung ganz neuer Geschäftsmodelle und der Erschliessung entsprechender Märkte liegt das grösste Wertschöpfungspotenzial der Digitalisierung», sagt Köckler. «In Hannover werden Kooperationen zwischen IT und Maschinenbau, zwischen Start-up und Konzern geschlossen. Tragfähige 4.0-Geschäftsmodelle, aber auch disruptive Business-Ideen – das werden wir im April zu sehen bekommen.»

Auch in Zeiten allgegenwärtiger Digitalisierung: Der wesentliche Faktor für den Unternehmens­erfolg ist und bleibt der Mensch. Daher bezieht sich das Messemotto auch auf die Mitarbeiter in der Produktion. Durch Industrie-4.0-Technologien werden die Tätigkeiten des Fabrikarbeiters spannender, abwechslungsreicher und seine Arbeitszeit damit noch «wertvoller». Er ist zunehmend Problemlöser, Entscheider, Innovator und Treiber für mehr Wertschöpfung. Doch auch das geschieht nicht von allein. Entscheidend ist, dass Qualifizierungsmassnahmen Fachkräfte auf die neue Arbeitswelt 4.0 vorbereiten «In Zukunft wird es immer mehr intelligente Arbeitsplätze in der Fabrik geben, die sich dem Kenntnisstand des Mitarbeiters anpassen und ihn bei seiner Arbeit unterstützen», erklärt Köckler. «Gleichzeitig muss er aber in einer agilen und flexiblen Fabrik lernen, mit Virtual Reality und Augmented Reality, Datenbrillen, Smartphones und Tablets umzugehen. All diese Werkzeuge der Digitalen Fabrik werden auf der Messeausgabe 2017 eine prominente Rolle spielen.»

Partnerland Polen

Mit dem Partnerland Polen wird die Deutsche Messe die deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen weiter beflügeln. Die polnische Industrie beeindruckt in zahlreichen Branchen mit Innovationen und Wachstum. Das ist für Unternehmen und Investoren aus aller Welt interessant. Marc Siemering, Geschäftsbereichsleiter der Hannover Messe, ist überzeugt: «Das Timing für das Partnerland Polen ist perfekt. Polens Wirtschaft entwickelt sich seit vielen Jahren sowohl schnell als auch stabil und hat ambitionierte Ziele.» Aktuell verfolgt das polnische Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung im Übrigen einen «Plan zur verantwortungsvollen Entwicklung». Dieses Programm setzt auf Reindustrialisierung, Entwicklung innovativer Unternehmen, Bildung von Entwicklungskapital, Erschliessung ausländischer Märkte und Investitionsförderung. Insgesamt 150 polnische Firmen stellen in Hannover aus.

Industriekongress, Start-ups, Hermes Award

Die Hannover Messe bietet über 80 Konferenzen und Foren mit rund 1700 Vorträgen und deckt damit alle relevanten Industriethemen ab: Industrie 4.0, IoT, digitale Transformation, Cybersicherheit, intelligente Netze, dezentrale Energieversorgung usw.

Die Nachfrage nach Start-ups aus dem industriellen Bereich steigt ständig. Young Tech Enterprises in Halle 3 ist der Anlaufpunkt für die Start-up-Szene und bringt Unternehmer und neu gegründete Unternehmen mit Start-up-Netzwerken, Accelerators und Wirtschaftsförderungsgesellschaften zusammen. Das Programm umfasst ein zentrales Forum, Wettbewerbe und Matchmaking-Veranstaltungen sowie Workshops.

Der Gewinner des Hermes Awards 2017 wird im Rahmen der Eröffnungsfeier ausgezeichnet. Alle für diesen Preis nominierten Produkte werden vom 24. bis 28. April im Bereich der Research & Technology in Halle 2 präsentiert. -mei- SMM

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