Designaffairs

Mit allen Sinnen erleben

| Redakteur: Peter Reinhardt

(Bild: Designaffairs)

Materialien für die Medizintechnik müssen verschiedensten technischen Spezifikationen gleichzeitig entsprechen, um den Anforderungen an Hygiene, Handhabung und Sicherheit zu genügen. In einer physischen Materialbibliothek macht Designaffairs mehr als 1.800 Materialien zum Erlebnis für alle Sinne.

Um Medizinprodukte und deren Handling durch verbesserte Materialeigenschaften noch weiter zu verbessern, müssen Freiheiten und Grenzen ausgelotet werden. Neben Beständigkeit gegen UV- und Röntgenstrahlung, gegen chemische Stoffe, Unempfindlichkeit bei Flüssigkeitskontakt sowie Sterilisierbarkeit sind je nach Anwendungsfall weitere Spezifikationen zu gewährleisten. Kontaktflächen sollen bestenfalls antibakteriell, biokompatibel sowie benutzerfreundlich für Fachkräfte und Patienten zugleich sein. Dabei sind zahlreiche Normen zu erfüllen, um für den regulierten Markt zugelassen zu werden.

Das macht die Medizintechnik für Materialexperten zu einem spannenden Bereich. Die Herausforderung, bestmögliche Technologien zu identifizieren, steht zudem dem Zwang zur Kostenoptimierung gegenüber. Dieser Fragen nimmt sich die strategische Design-Consulting-Agentur Designaffairs in ihrem Lab „Color Material & User Interface“ (CMUI) an. Die Materialbibliothek im Münchner Headquarter dokumentiert relevante Materialien aus verschiedenen Kategorien.

Bibliothek mit mehr als 1.800 Materialien

„Mit ihrem klaren Fokus auf Industriedesign ist sie in ihrer Art weltweit einzigartig“, erklärt Designaffairs-Geschäftsführer Gerd Helmreich selbstbewusst. Die täglich wachsende Sammlung umfasst aktuell über 1.800 Materialien mit mehr als 6.000 Mustern. Neben Alternativen im Materialeinsatz und bei Fertigungstechnologien stehen Fokusthemen wie Smart Materials oder Materials for Medical im Zentrum der Arbeit. Im Rahmen von Research-Studien, Workshops oder Events können innovative Materialanwendungen mit allen Sinnen erlebt werden. Digital unterstützt wird die physische Sammlung durch die agentureigene Suchmaschine Materialaffairs.

Potenziale für materialbezogene Produktinnovationen hebt Designaffairs vor allem durch den disziplin-übergreifenden Knowledge-Transfer, aber auch durch die Mittlerfunktion der Agentur zwischen Forschung, Industrie und Anwendern. So fließen Erfahrungen aus Branchen wie Consumer Electronics, Aviation oder Automotive in die Bewertung und Auswahl von geeigneten Fertigungstechnologien für die Medizintechnik ein. Der Research-Prozess profitiert dabei von der Kombination des technischen Wissens mit der Gestaltungskompetenz der Materialexperten. Diese sehen in der Medizintechnik vorrangig Faktoren wie Nutzerfreundlichkeit, Flexibilität und Interaktivität als Innovationstreiber.

Materialtrends in der Medizintechnikindustrie

Um die Behandlung für Anwender und Patienten möglichst komfortabel zu gestalten, rücken neben neuartigen Material- auch Lichtkonzepte immer stärker ins Zentrum der Produktentwicklung. Für den klinischen Einsatz eignen sich vor allem transluzente Materialtechnologien, integrierte LEDs, lichtleitende Fasern oder lichtemittierende Polymere; aber auch Textilien, die den statischen, oft steifen Geräten eine neue Leichtigkeit verschaffen. Elastische Materialien spielen auch bei der Entwicklung smarter Gehäusekonzepte eine zunehmende Rolle. So können Geräte, die innen über einen simplen Stützrahmen verfügen und als Außenhaut flexible Strukturen nutzen, fast werkzeuglos verkleidet werden. Dazu zwei Beispiele aus der Praxis:

  • Bei der Neu-Konzipierung des Computertomographen Siemens Somatom Force überzeugte eine Produktinnovation, die den Zeitgeist der Branche trifft: Eine spezielle Verkleidung macht das CT-Gerät zum robusten Partner im dynamischen Arbeitsumfeld. Das innovative Beleuchtungskonzept öffnet den Trichter optisch und mindert so die Angst der Patienten. Neben dem Patientenbereich wird auch das äußere Gehäuse illuminiert, was die Grenzen zwischen Gerät und Umgebung fließend macht. Zudem lässt sich das neuartige Verkleidungskonzept durch nur eine Person öffnen, was Servicezeit und -kosten reduziert. Für das Gesamtkonzept gab es 2014 einen Red Dot Product Award.
  • Mit dem experimentellen Ambient Display ging Designaffairs noch einen Schritt weiter: Die Designer kombinierten eine LED-Matrix von Alucobond Media mit einer Honeycomb-Struktur aus Aluminium von Bencore.

Inspiriert von aktuellen Strömungen in der Kunst

Inspiriert von aktuellen Strömungen in der Kunst, große Oberflächen zum Leben zu erwecken, haben die Gestalter analoge Materialien mit digitalen Medien verknüpft. Die gewollte Unschärfe sorgt dafür, dass reale und virtuelle Welten verschwimmen. In der Medizintechnik könnten so ganze CT-Geräte mit unterschiedlichsten Farben und Mustern bespielt werden. Das Gefühl von Enge und Dunkelheit würde durch luftige Leichtigkeit ersetzt und ließe sich individuell an Patienten anpassen.

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