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Biosensorik

Mikroreferenzelektrode gewinnt Wettbewerb

| Autor/ Redakteur: Kathrin Schäfer / Stéphane Itasse

Drei Nachwuchsforscher aus dem Bereich BioMEMS und Sensorik am NMI haben am 5. Juli den 1. Preis des Ideenwettbewerbs „Science2Start 2012“ erhalten. Dem Team aus Ingenieuren und Chemikern ist es gelungen, mit Hilfe eines ionenleitfähigen Kunststoffs ein wichtiges Funktionselement für die Biosensorik zu miniaturisieren und damit die Überwachung von Stoffwechselprodukten in Produktionsprozessen zu vereinfachen.

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Die aus Wissenschaftlern, Kapitalgebern und Unternehmern zusammengesetzte Jury überzeugte die wissenschaftliche Exzellenz und das wirtschaftliche Potenzial dieser patentierten Entwicklung. „Seit vier Jahren zeichnen wir die besten Ideen des Wettbewerbs „Science2Start“ aus. Es geht uns dabei um Gründungsideen, die wissenschaftliche Exzellenz mit Vermarktungspotenzial verbinden“, würdigt Dr. Klaus Eichenberg, Geschäftsführer der BioRegio Stern Management GmbH, in seiner Ansprache das NMI und seine Preisträger.

Das Ziel: eine miniaturisierte Referenzelektrode

Für viele biochemische Prozesse bedarf es z.B. bei der Herstellung von Bioprodukten oder Arzneimitteln oder zur Patientenüberwachung im Intensivbereich der kontinuierlichen Analyse, sei es zur Überprüfung der korrekten Funktionalität, zur Fehlersuche oder zum frühzeitigen Erkennen von Störungen. Sensoren sollten dabei sehr klein und wartungsarm sein. Für Referenzelektroden, die in allen Sensoren eingesetzt werden, war eine Miniaturisierung bisher nicht möglich.

Die Lösung: ionenleitfähiger Kunststoff

Diesen Engpass für die Realisierung elektrochemischer, kalibrierfreier Mikromesssysteme überwindet nun die im Ideenwettbewerb ausgezeichnete Mikroreferenzelektrode. Dabei setzen die Forscher des NMI auf eine neue Bauform der Elektrode: statt der herkömmlich flüssigkeitsbasierten Glaselektrodenbauform entwickelten sie ein Modell auf Basis eines ionenleitfähigen Kunststoffs.

Neue Elektrode für viele Anwendungen einsetzbar

Resultat ist eine Elektrode, die sich mit gängigen mikrosystem-technischen Verfahren kostengünstig miniaturisieren lässt, und sehr gute elektro-chemische Eigenschaften zeigt. Langzeitstabil, lagerfähig, sterilisierbar und biokompatibel - mit diesem Profil empfiehlt sich die neue Elektrode für ein weites Anwendungsfeld, beispielsweise in der Medizintechnik für die Überwachung von Intensivpatienten oder zur Diabetestherapie, in der chemischen Industrie und Biotechnologie.

Kontakt:

NMI Naturwissenschaftliches

und Medizinisches Institut

an der Universität Tübingen

D-72770 Reutlingen

www.nmi.de

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