France

Standort Schweiz Mekka für die Medizintechnik?

Redakteur: Kathrin Schäfer

Welche Bedeutung hat der Unternehmensstandort Schweiz? Dies ist eine der Fragen, die beim Europa Forum Luzern im November diskutiert werden. Erste Antworten liefert Luigi Sorrentino, General Manager der Zimmer Schweiz, der in Luzern referieren wird. Anders als der aktuelle Branchenbericht zur Schweizer Medizintechnik zählt Sorrentino die positiven Aspekte des Standorts auf.

Anbieter zum Thema

Luigi Sorrentino von Zimmer Schweiz: „‚Made in Switzerland‘ steht für eine ausgezeichnete Produktivität, die durch neue Technologien sowie Automatisierung ständig verbessert und durch qualifizierte Mitarbeitende umgesetzt wird.“
Luigi Sorrentino von Zimmer Schweiz: „‚Made in Switzerland‘ steht für eine ausgezeichnete Produktivität, die durch neue Technologien sowie Automatisierung ständig verbessert und durch qualifizierte Mitarbeitende umgesetzt wird.“
(Bild: Zimmer)

Luigi Sorrentino, General Manager Zimmer Schweiz und Vice President Operations & Logistics EMEA, erklärt: „Es hat sowohl strategische als auch historische Gründe, dass Zimmer mit weltweit insgesamt rund 8.500 Mitarbeitenden den europäischen Firmensitz in der Schweiz führt.“ Zimmer hat 2003 Centerpulse, ehemals Sulzer Medica, übernommen. Centerpulse war ein stark auf den Hüftgelenkersatz ausgerichtetes Unternehmen mit Hauptsitz in Winterthur. Durch den Zukauf wurde das mehr auf Kniegelenke ausgerichtete Zimmer-Portfolio ergänzt.

Orthopädieprodukte aus der Schweiz

Aber auch die geographische Lage, ein unternehmensfreundliches wirtschaftspolitisches Umfeld sowie ein exzellentes Angebot an Fach- und Führungskräften haben dazu beigetragen, dass Zimmer weiter in diesen Standort investiert hat. Die Anzahl der Mitarbeitenden ist von zirka 630 im Jahr 2003 auf heute 1.000 gewachsen, was Winterthur innerhalb des Zimmer-Konzerns neben dem Hauptsitz für EMEA zum größten Standort in Europa und auch zum zweitgrößten Standort weltweit macht. In Winterthur werden Hüft-, Knie-, Ellenbogen- und Schulterprothesen sowie Produkte für die Wirbelsäulen- und Trauma-Versorgung produziert. Etwa 80 Prozent der Produkte bleiben in EMEA. Die verbleibenden 20 Prozent gehen nach Nord- und Südamerika und nach Asien. Zimmer Schweiz ist generell bestrebt, den Nicht-EMEA-Anteil zu erhöhen.

Made in Switzerland ist ein Gütesiegel

„‚Made in Switzerland‘ steht für eine ausgezeichnete Produktivität, die durch neue Technologien sowie Automatisierung ständig verbessert und durch hochmotivierte und qualifizierte Mitarbeitende umgesetzt wird. ‚Swissness‘, eine linguistische Neuschöpfung, unter der die Schweiz selbst als Marke subsumiert wird, steht für Qualität, Zuverlässigkeit und herausragende Innovationskraft. Alles zusammen Attribute, die in der Medizintechnik einen hohen Stellenwert einnehmen, besonders bei Produkten, die im menschlichen Körper zum Einsatz kommen.

Denn für uns steht die Patientensicherheit im Zentrum unseres Handelns“, sagt Luigi Sorrentino. „Made in Switzerland“ sei ein absolutes Vertrauensmerkmal, das Beschaffungsentscheidungen stark beeinflusse, obwohl sich auch in dieser Branche der professionelle Einkauf verstärkt globalen Beschaffungsstrategien zuwende. Der Firmenstandort Schweiz bringe Vorteile wie auch Nachteile, betont Luigi Sorrentino: „Wir agieren in einem planbaren politischen Umfeld, das eine unternehmensfreundliche Wirtschaftspolitik und einen flexiblen Arbeitsmarkt sicherstellt und fördert.“ Dies alles sei verbunden mit einer sehr hohen Lebensqualität und attraktiven Lebensbedingungen für die Schweizer und internationalen Mitarbeiter.

Praxisnah und gut ausgebildete Fachkräfte

Ein weiterer Vorteil sei ein duales Ausbildungssystem für technische und kaufmännische Berufe, welches das Angebot an praxisnah und gut ausgebildeten Arbeitskräften sicherstelle. „Wir selbst nehmen ebenfalls unsere gesellschaftliche Verpflichtung ernst und bilden verschiedene Fachrichtungen aus. Zimmer Winterthur hat zu jedem Zeitpunkt über 50 Auszubildende im Haus.“ Ein Standortvorteil sei auch eine Vielzahl an Universitäten und Hochschulen, die die Spezialisten von morgen ausbilden.

Handelshürden als Herausforderung

Als Nachteil bezeichnet Sorrentino den derzeit sehr starken Schweizer Franken, der sicherlich nicht dazu beitrage, einen Standort oder eine Produktion in der Schweiz zu begründen. „Die Kostennachteile, die uns dadurch entstehen, müssen durch Produktivitätszuwächse ausgeglichen werden, um auf einem hart umkämpften globalen Markt weiterhin wettbewerbsfähig bleiben zu können.“ Entscheidend sei ebenfalls ein unkomplizierter und freier Zugang zu den Beschaffungs- (Material und Betriebsmittel) und Absatzmärkten, um die bestmöglichen Kosten- und Lieferbedingungen zu finden. Als Nicht-EU-Land gebe es eine Reihe von Abkommen, die den Warenverkehr erleichtern, aber auch gewisse Hürden, die im globalen Wettbewerb hinderlich wirken. Ein weiterer Faktor sei die Einschränkung des freien Personenverkehrs. „Mit der Einführung der Ventilklausel sehen wir einen negativen Einfluss bei der Personalrekrutierung auf uns zukommen, können dies aber aus heutiger Sicht noch nicht quantifizieren. Mit einer Arbeitslosenquote von derzeit unter 3 Prozent herrscht in der Schweiz nahezu Vollbeschäftigung, was uns eine gewisse Planungssicherheit gibt. Dennoch stehen wir bisweilen vor der Herausforderung, den schwankenden Bedarf an Arbeitskräften zeitnah zu befriedigen.“

Kontakt:

Zimmer GmbH

CH-8404 Winterthur

www.zimmer.com

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:42249980)