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Pro & Contra Medtech-Design: Neben Funktionalität zählt das Aussehen

Hersteller von Prothetik machen es vor, aber auch klassische Medizingeräte sind vor diesem Trend nicht gefeit: Medizintechnik wird nicht nur immer besser, sie muss auch immer schicker aussehen. Wie im Consumer-Bereich spielt also das Design eine zunehmend wichtige Rolle. Dabei geht es doch eigentlich um etwas anderes – oder? Zwei Redakteure, zwei Positionen – nicht immer ganz ernst gemeint.

Schickes Design spielt in der Medizintechnik eine zunehmed wichtige Rolle.
Schickes Design spielt in der Medizintechnik eine zunehmed wichtige Rolle.
(Bild: gemeinfrei)

„Schöne Rundungen“

„Form und Funktion bilden ein unschlagbares Duo, das auch moderner Medizintechnik gut tut“, findet Peter Reinhardt, Chefredakteur von Devicemed.
„Form und Funktion bilden ein unschlagbares Duo, das auch moderner Medizintechnik gut tut“, findet Peter Reinhardt, Chefredakteur von Devicemed.
(Bild: Vogel Business Media)

Peter Reinhardt, Chefredakteur Devicemed: Es gibt nur eine Chance für den ersten Eindruck. Und der ist häufig entscheidend. Natürlich muss Medizintechnik heute nicht nur funktionieren, sondern auch schön sein! Denn das steigert die Akzeptanz, ganz gleich, ob die Kollegin in diesem Spiel mitspielen will oder nicht.

Ich jedenfalls bekenne mich ganz klar zu schönem Design. Eine natürliche Freiformfläche hier, ein fließender Übergang da – schöne Rundungen sind allemal besser als einfach nur quadratisch und praktisch. Ich sage: „Schluss mit Konstruktionen a là Bauernschrank.“ Die Natur ist häufig das beste Vorbild. Form und Funktion bilden hier ein unschlagbares Duo, das auch moderner Medizintechnik gut tut.

„Wir sind nicht perfekt“

„Schicke, ,moderne Medizintechnikʻ wie Prothesen, die als Style-Objekte daherkommen, erweckt den Anschein, als müsse und könne man weiter mit der Leistungsgesellschaft mithalten“, hält Devicemed-Redakteurin Kathrin Schäfer dagegen.
„Schicke, ,moderne Medizintechnikʻ wie Prothesen, die als Style-Objekte daherkommen, erweckt den Anschein, als müsse und könne man weiter mit der Leistungsgesellschaft mithalten“, hält Devicemed-Redakteurin Kathrin Schäfer dagegen.
(Bild: Vogel Business Media)

Kathrin Schäfer, Redakteurin Devicemed: Wir jagen dem neusten iPhone hinterher, wir posten die schönsten Bilder von uns auf Facebook – haben Sie auch den Eindruck, es geht uns manchmal mehr um den Schein als das Sein? Darum, uns permanent zu perfektionieren und diesen Erfolg nach außen zu tragen?

Wer krank ist, kann in diesem Spiel oft nicht mehr mitspielen. Schicke, „moderne Medizintechnik“ wie Prothesen, die als Style-Objekte daherkommen, erweckt dennoch den Anschein, als müsse und könne man weiter mit der Leistungsgesellschaft mithalten. Für Menschen, die krank sind, ein ganz schöner Druck. Schöne Rundungen machen vielleicht Spaß – aber auch Kranksein gehört zum Leben dazu, oder?

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Über den Autor

 Kathrin Schäfer

Kathrin Schäfer

Redakteurin