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Medizingeräte mit dem Fuß dirigieren

| Autor/ Redakteur: Autor | Guido Becker / Kathrin Schäfer

Aus der „guten alten“ Elektromedizin ist inzwischen Elektronikmedizin und, je nach Disziplin und Aufgabenstellung, eine IT-Medizin geworden. Diese Entwicklung betrifft auch die Mensch-Maschine-Schnittstellen, also die Bediensysteme. Auch sie werden „elektronischer“.

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Neue Generationen von Fußbediensystemen lassen sich in Reinigungs- und Desinfektionsanlagen zusammen mit OP-Schuhen und Instrumenten reinigen.
Neue Generationen von Fußbediensystemen lassen sich in Reinigungs- und Desinfektionsanlagen zusammen mit OP-Schuhen und Instrumenten reinigen.
(Bild: Steute)

Immer häufiger werden Diagnose und (am besten) minimal-invasive Operation kombiniert (zum Beispiel bei endoskopischen Eingriffen), und immer häufiger übernehmen Assistenzsysteme – die entsprechend bedient und gesteuert werden müssen – Einzelaufgaben im OP. Bediensysteme von Geräten der Elektromedizin müssen folglich zunehmend komplexere Bedienvorgänge abbilden – und zwar so, dass größtmögliche Ergonomie erreicht wird und Fehlbedienungen ausgeschlossen sind. Aktuelle Trends sind außerdem der zunehmende Einsatz kundenspezifischer Bediensysteme, die Erfüllung auch extremer Hygiene-Anforderungen und der Ersatz kabelgebundener Bedieneinheiten durch Funksysteme.

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Maßgeschneiderte Systeme

Der Steute-Geschäftsbereich Meditec bietet Fußbediensysteme an. Denn in vielen Einzeldisziplinen der Elektromedizin benötigen Operateure beide Hände für den Eingriff beziehungsweise für das Führen des jeweiligen Gerätes. Die Steuerung übernimmt der Fuß. Zu den Trends bei diesen Mensch-Maschine-Schnittstellen gehört der Wunsch der Gerätehersteller nach kundenspezifischen Systemen. Er resultiert in hohem Maße aus der eingangs dargestellten komplexeren Bedienung der Geräte.

Wo vor einigen Jahren noch ein zwei- oder dreipedaliger Fußschalter ausreichte, um Ein/Aus-Funktionen zu betätigen, wird heute eine analoge Signaleingabe gewünscht, um die Drehzahl eines chirurgischen Instruments zu regulieren oder ein Assistenzsystem zu positionieren. Deshalb hat Steute das gesamte Meditec-Programm neu strukturiert und in zwei Produktlinien gegliedert. Die „Classic“-Linie baut auf Standardkomponenten auf und ist modular aufgebaut: Gehäuse, Aktoren, Schalteinsätze und Übertragungstechnologien können zu anwendungsorientierten Lösungen konfiguriert werden.

Ein solches Baukastensystem stößt aber an Grenzen, wenn die Stelleinrichtungen hoch komplex sind, besondere Funktionen bieten müssen oder entsprechend dem Corporate Design des Geräteherstellers gestaltet werden sollen. Maßgeschneiderte Bediensysteme werden deshalb in der „Custom“-Produktlinie zusammengefasst und meistens mit dem dazugehörigen Medizingerät sowie in Zusammenarbeit mit Kunden entwickelt. Bei beiden Produktlinien ist die Abkehr von kabelgebundener Kommunikation sehr deutlich. Kabellose Bediensysteme lassen sich freier, ohne die Restriktionen des Kabels, positionieren. Sie sind somit ergonomischer zu bedienen und hygienischer. Zudem gibt es kein Kabel, über das man stolpern könnte.

Funk ersetzt Kabel

Voraussetzung war ein Funkstandard, der hohe Anforderungen an Verfügbarkeit und Übertragungssicherheit erfüllt – auch unter den Bedingungen in Krankenhaus und OP mit diversen Funknetzen. Steute Meditec hat mit SW 2.4-MED eine Funktechnologie zur Serienreife gebracht, die lange Batteriestandzeiten erreicht. Die Wireless-Technik kommt bei fast allen „Custom“-Projekten und bei zahlreichen Stelleinrichtungen der „Classic“-Produktlinie zum Einsatz. Sie funkt auf dem universellen, weltweit verfügbaren 2,4-GHz-Band und bietet Sicherheitsfunktionen, die einen Betrieb mehrerer Funksysteme in einem Senderaum erlauben und erkennen, wenn sich ein Bediengerät außerhalb des Senderaums befindet. Zum Wireless-Programm gehören auch neue Handbediengeräte mit Funkbetätigung.

Hygiene in Krankenhaus und OP ist ebenfalls ein Faktor, der die Entwicklung von Bediensystemen beeinflusst. Steute Meditec hat Fußbediensysteme im Angebot, die dahingehend ertüchtigt werden können, dass sie mit konventionellen Reinigungs- und Desinfektionsanlagen (RDG) und damit zusammen mit den im OP genutzten Schuhen und anderen Instrumenten gereinigt oder desinfiziert werden können.

Mehrere Geräte steuern

Künftige Generationen von Bediensystemen werden nochmal flexibler sein und zusätzliche Funktionen ermöglichen, ohne dass sie mehr Bedienelemente benötigen. Denn die Belegung der einzelnen Bedienelemente kann in Abhängigkeit vom jeweils gewählten Menü verändert werden.

Das reduziert die Komplexität an der Mensch-Maschine-Schnittstelle, verbessert die Ergonomie und vermindert damit das Risiko von Fehlbedienungen. In einem weiteren Schritt könnten Bediensysteme auch unterschiedliche Geräte der Elektromedizin im OP steuern.

Autor: Guido Becker, Produktmanager Meditec bei Steute Schaltgeräte.

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