Rapid.Tech + FabCon 3.D

Medizin und 3D-Druck – schon heute ein unzertrennliches Paar

| Redakteur: Peter Reinhardt

Ein umfangreicher Kongress begleitet seit vielen Jahren die Rapid.Tech + FabCon 3.D und hat sich für den Veranstalter zu einem Alleinstellungsmerkmal der Messe entwickelt.
Ein umfangreicher Kongress begleitet seit vielen Jahren die Rapid.Tech + FabCon 3.D und hat sich für den Veranstalter zu einem Alleinstellungsmerkmal der Messe entwickelt. (Bild: Messe Erfurt)

Auf der Rapid.Tech + FabCon 3.D erwartet die Besucher erneut ein zweitägiges Forum Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik. Diskutier werden die wachsende Bedeutung additiv gefertigter Medizinprodukte sowie Rechtlich und gesellschaftlich relevante Gesichtspunkte.

  • Stand der Technik und Perspektiven des 3D-Drucks in der Medizintechnik
  • Veränderte Liefer- und Leistungsbeziehungen in der additiven Fertigung
  • Fragen des Medizinrechts bei der additiven Fertigung
  • 3D Pioneers Challenge: Medizintechnik-Anwendungen unter den Finalisten

Medizin und 3D-Druck haben sich zu einem unzertrennlichen Paar verbunden. Nach einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom und des Ärzteverbandes Hartmannbund geht heute fast jeder zweite Arzt in Deutschland (47 Prozent) davon aus, dass im Jahr 2030 Implantate und Prothesen mittels additiver fertigung (Additive Manufacturing, AM) hergestellt werden.

Forum vereint Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik

Die wachsende Bedeutung additiv gefertigter medizinischer Produkte spiegelt auch das diesjährige Kongressprogramm der Rapid.Tech + FabCon 3.D auf der Messe Erfurt wider. „In den Veranstaltungen der Vorjahre wurden die Entwicklungen in den Bereichen Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik meist inhaltlich und zeitlich getrennt beleuchtet. In diesem Jahr vereinen wir die Themen erstmals zu einem zweitägigen Forum, das am 6. und 7. Juni stattfindet“, erklärt Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt. Er konnte namhafte Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden gewinnen, die den Stand der Technik und Perspektiven des 3D-Drucks in der Medizintechnik vorstellen.

„Additive Fertigung“ In dem neuen Grundlagenwerk "Additive Fertigung" erläutern bekannte Experten der ETH Zürich die zahlreichen Möglichkeiten der industriellen Entwicklung und Konstruktion additiv gefertigter Serien- und Endkundenteile. Neben erfolgreichen Produktbeispielen aus der Industrie werden neue Methoden und Vorgehensweisen vorgestellt, die dem Leser als praxisnaher Leitfaden dienen. „Additive Fertigung“ kann hier versandkostenfrei oder als eBook bestellt werden.

„Für additiv gefertigte chirurgische und medizinische Produkte sind schon viele Anwendungsfälle erschlossen. In dem Forum wollen wir aufzeigen, welche Leistungen sich bewähren und welche Aufgaben jetzt auf der Tagesordnung stehen. Ein Schwerpunkt ist, mit additiver Fertigung noch schneller und produktiver zu werden. Der 3D-Druck passt sehr gut für personalisierte Lösungen, beispielsweise bei Knochenersatz. Mit ihm sind jedoch genauso Serien möglich, so zum Beispiel im Dentalbereich. Ebenso geht es darum, neben schon sehr ausgereiften technischen Lösungen jetzt rechtliche Aspekte in der digitalen Fertigungskette auf eine gesicherte Basis zu stellen“, erläutert Ralf Schumacher, Leiter Digital Surgical Solutions beim schweizerischen Unternehmen Medartis AG und verantwortlich für die inhaltliche Gestaltung des Forums Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik.

Rechtlich und gesellschaftlich relevante Gesichtspunkten von AM

Mehrere Referate befassen sich darüber hinaus mit rechtlich beziehungsweise gesellschaftlich relevanten Gesichtspunkten der additiven Fertigung. Zusätzlich zu den generell veränderten Liefer- und Leistungsbeziehungen in der additiven Fertigung haben im medizinischen Bereich der Schutz und sichere Umgang mit sensiblen Patientendaten Priorität. Zu klären ist ebenso die Haftung der einzelnen Beteiligten wie Ärzte, CAD-Designer, Druck-Dienstleister und Materiallieferanten. Hinzu kommen spezifische Fragen des Medizinrechts, wie die Mitte 2017 vom Europäischen Parlament verabschiedete neue Medizinprodukteverordnung.

Szenarien im Spannungsfeld der Zahntechnik

Chancen für eine hochwertige prothetische Versorgung bietet der 3D-Druck im Bereich der Zahntechnik. Welche Szenarien hier im Spannungsfeld zwischen kleinteiliger Laborlandschaft, zunehmenden Fachkräftesorgen, neuen betriebswirtschaftlichen Grundlagen, aber auch verstärkten chair-side-Anwendungen direkt beim Zahnmediziner möglich sind, wird ebenfalls diskutiert.

Verbesserte Verfahren und Fertigungsprozesse sowie die Nutzung weiterentwickelter Materialien für noch stabilere, individuell angepasste orthopädische und chirurgische Implantate sowie biokompatible Hochgeschwindigkeits-Drucklösungen in der Zahnmedizin sind weitere Schwerpunkte der zweitägigen Veranstaltung.

Kongressprogramm sucht seinesgleichen

Das Forum Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik ist Teil der Internationalen Messe und Konferenz für additive Technologien Rapid.Tech + FabCon 3.D, die vom 5. bis 7. Juni 2018 auf der Messe Erfurt stattfindet. Die Veranstaltung feiert in diesem Jahr ihr 15-jähriges Jubiläum und ist damit einer der internationalen Vorreiter für 3D-Druck-Technologien. Zum umfangreichen und in dieser Form laut Veranstalter einmaligen Programm der Kongressmesse gehören auch

  • die Anwendertagung und das Forum AM Science, die jeweils am 6. und 7. Juni 2018 durchgeführt werden.
  • Erstmals im Programm ist das Forum Recht am 5. Juni 2018.
  • Am 5. Juni 2018 finden ferner die Foren Additive Lohnfertigung, Automobilindustrie, Konstruktion sowie Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau statt.
  • Am 6. Juni 2018 laden die Foren 3D gedruckte Elektronik & Funktionalität sowie 3D Metal Printing zur Teilnahme ein.
  • Am 7. Juni 2018 rundet das Forum Luftfahrt das hochkarätige Kongressprogramm der drei Messetage ab.

3D Printing Conference erneut mit 3D Pioneers Challenge

Die 3D-Druck-Community trifft sich erneut an allen drei Tagen zur 3D Printing Conference. Neben Trendthemen und technischen Innovationen präsentieren die Referenten auch Einblicke hinter die Kulissen ihrer Forschungs- und Entwicklungstätigkeit sowie von ausgerichteten Wettbewerben. Die Themenauswahl erstreckt sich von der Start-Up Finanzierung über Digital Fabrication bis hin zu Bildungsthemen. Beim Start-Up-Award werden wieder die innovativsten Gründer und bei der 3D Pioneers Challenge die besten Designideen gesucht.

Unter dem Motto „pushing boundaries!“ adressiert die Challenge bereits zum dritten Mal weltweit Spezialisten, die über den Tellerrand hinausschauen. Disziplinen: Design, Digital, Architektur, Fashion, Material, Medtech und Mobility. Aus der Medizintechnik sind in diesem Jahr zwei Bewerber unter den Finalisten:

  • Bego bietet mit dem Varseo S einen 3D-Drucker zur schnellen und flexiblen laborseitigen Fertigung verschiedener dentaler Versorgungen aus Harzen.
  • Flexa (Anna Ryzhova, Nadia Narges Rezaei, UDK Berlin - Industrial Design-Technologie): Anpassung eines Sport-BHs mittels Scanner und 3D-Druck.

Bis zur Preisverleihung auf dem Galaabend der der Rapid.Tech + FabCon 3.D am 6. Juni 2018 werden die Finalisten vorab auf Facebook vorgestellt. Die 3DPC Winner 2018 werden direkt auf der Messe von den Juroren ermittelt.

Mehr als 200 Aussteller werden in der ausgebuchten Messe die neuesten Entwicklungen, Produkte und Leistungen rund um das Additive Manufacturing vorstellen. 2017 kamen 4.800 (2016: 4.500) Fachbesucher und Kongressgäste sowie 207 Aussteller (2016: 176) aus 13 Ländern zur Rapid.Tech + FabCon 3.D nach Erfurt.

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Weitere Artikel über additive Fertigung, Auftragsfertigung und Fertigungseinrichtungen finden Sie in unserem Themenkanal Fertigung.

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