China

Medical-Manager nach Geiselnahme wieder frei

| Redakteur: Peter Reinhardt

Weitestgehend unbeobachtet von der deutschen Medizintechnikbranche ist seit vergangenem Freitag in China der Mitgründer der US-Firma Speciality Medical Supplies von einigen seiner Mitarbeiter gefangen gehalten worden. Heute nun ist Chip Starnes freigelassen worden, nachdem er die an ihn gestellten Forderungen zumindest teilweise erfüllt hat.

Rund 80 der 110 Mitarbeiter hatten bis dahin sicher gestellt, dass der Unternehmer das Fabrikgelände in der Nähe der Hauptstadt Peking nicht verlassen konnte. Sie forderten Abfindungen, wie sie bereits anderen Mitarbeitern ausgezahlt wurden, deren Jobs nach Indien ausgelagert worden waren.

„Was sie nicht verstehen ist, dass sie ihre Jobs gar nicht verlieren.“

Während seiner Geiselhaft konnte Starnes durch ein Fenster der Fabrik, in der er gefangen gehalten wurde, mit Journalisten des Wall Street Journal sprechen: „Was sie nicht verstehen ist, dass sie ihre Jobs gar nicht verlieren.“ Einzig die Herstellung von Diabetes-Tests werde nach Indien ausgelagert, die Fabrik in China werde dennoch weitergeführt – und weiterhin würden dort über hundert Mitarbeiter gebraucht, versicherte Starnes.

Geiselnahmen sind in China nicht unüblich

Im Kampf um Abfindungen waren die Arbeiter laut Starnes nicht zimperlich: Sie hätten ihn wie einen Kriegsgefangenen behandelt, mit lauten Geräuschen gestört und auf Schlafentzug gesetzt. Befremdlich ist, dass „Verhandlungen“ dieser Art in China durchaus nicht unüblich sind.

Mehr dazu in der Xing-Gruppe Medizintechnik

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