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Messe Düsseldorf Medica/Compamed-Video: Digitalisierungswelle sorgt für Aufbruchstimmung

| Redakteur: Peter Reinhardt

Viel zu lange wurde die Modernisierung der Gesundheitsbranche nicht entschlossen genug angefasst. Doch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Industrie pushen jetzt gemeinsam, wie ein aktuelles Video zum Topthema Digitalisierung auf der Medica/Compamed 2018 zeigt.

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Digitalisierung bestimmt längst unser Leben. Endlich nimmt nun auch die Gesundheitswirtschaft digitale Geschäftsmodelle in Angriff.
Digitalisierung bestimmt längst unser Leben. Endlich nimmt nun auch die Gesundheitswirtschaft digitale Geschäftsmodelle in Angriff.
(Bild: ctillmann / Messe Düsseldorf)
  • Sehen, was grundsätzlich möglich ist
  • Aufhol- und Handlungsbedarf bei digitaler Transformation
  • Aussicht auf 15 Mrd. Euro Umsatz mit digitalen Produkten und Dienstleistungen

Einmal mehr konnte die internationale Gesundheitswirtschaft bei der weltgrößten Medizinmesse Medica und der international führenden Zuliefererfachmesse Compamed in Düsseldorf thematisch „aus dem Vollen schöpfen“. Den rund 120.000 Fachbesuchern wurde an den vier Laufzeittagen, vom 12. bis 15. November 2018, ein Angebot präsentiert, das sich so umfangreich und international präsentierte wie niemals zuvor. „5.273 Aussteller aus 66 Nationen und mehr als 80 Prozent internationale Beteiligungen bedeuteten bei der Medica neue Top-Werte. An ihre Bestmarken knüpfte auch die Compamed nahtlos an mit 783 Ausstellern aus 40 Staaten“, erklärt die Messe Düsseldorf als Veranstalter.

Bilanz der Medica 2018 im Video: Schnelle Digitalisierung ist ein absolutes Muss.

Die gesamte Prozesskette innovativer Medizingeräte

„Nirgendwo sonst weltweit wird die gesamte Prozesskette der Innovationen für die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung medizinischer Geräte, Produkte, Instrumente und Hightech-Lösungen derart lückenlos gezeigt und parallel in hunderten Vorträgen namhafter Experten thematisiert“, zeigt sich Wolfram Diener, seit Oktober 2018 Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, beeindruckt von der programmatischen Bandbreite. Diener traut sich den Vergleich zu ziehen, denn er war zuvor über viele Jahre in führender Position beim Messeanbieter UBM im Asiengeschäft tätig und konnte damit auch Einblicke gewinnen hinsichtlich verschiedener Ländermärkte, deren Strukturen und Innovationsorientierung.

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„Bei der Medica können Besucher sehen, was grundsätzlich alles möglich ist im Hinblick auf eine moderne ambulante und stationäre Versorgung und wo neue Verfahren und Versorgungsmodelle schon vielversprechend Anwendung finden. Diese Impulse werden gerade auch im Hinblick auf den deutschen Markt immer wichtiger. Die Anbieter sehen sich hierzulande mit einem immer stärkeren Preisdruck konfrontiert, aber erfreulicherweise auch einer zunehmenden Orientierung hin zu Innovation und neuen Technologien“, berichtet Diener aus zahlreichen Gesprächen mit Ausstellern.

Studie zu Gesundheit 4.0: Chancen nutzen, nicht verspielen

Insbesondere in Bezug auf einen der maßgeblichsten Trends überhaupt, die digitale Transformation, besteht für Deutschland jedoch dringender Aufhol- und Handlungsbedarf im Sinne gemeinsamer Kraftanstrengungen aller maßgeblichen Player der Gesundheitsversorgung. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Rahmen der Medica 2018 vorgestellten Studie, die die Messe Düsseldorf und der Industrieverband Spectaris von Roland Berger haben durchführen lassen. Demnach investieren nicht einmal ein Drittel der Medizintechnikanbieter und der Krankenhäuser mehr als 2,5 Prozent ihres Umsatzes in Digitalisierungsprojekte. Zwei Drittel der Befragten schätzen den Digitalisierungsgrad der deutschen Gesundheitswirtschaft demnach eher gering ein, nahezu alle Befragten wünschen sich diesbezüglich mehr Engagement von der Politik.

Dabei birgt die Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft enormes Potenzial und viele Chancen, was durch die Studie „Gesundheit 4.0: Warum Deutschland Leitmarkt für die digitale Gesundheitswirtschaft werden muss und was jetzt zu tun ist“ Bestätigung findet. Durch innovative Anwendungen und Produkte unter anderem in den Bereichen

  • Vernetzung
  • Sensorik
  • Big Data
  • Künstliche Intelligenz

oder auch in Bezug auf die elektronische Gesundheitskarte sowie effizientere Unternehmens- und Klinik-Prozesse könnten allein bei den deutschen Medizintechnikherstellern bis zu 10.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

Jährlich 16 Prozent Wachstum mit digitalen Geschäftsmodellen

Laut Prognose werden die Medizintechnikunternehmen im Jahr 2028 allein mit digitalen Produkten und Dienstleistungen einen Umsatz von 15 Mrd. Euro erzielen. Aktuell sind es noch 3,3 Mrd. Euro. „Das entspricht einem jährlichen Umsatzplus von 16 Prozent in diesem Segment“, erklärt Spectaris-Geschäftsführer Jörg Mayer und prognostiziert: „Sollte es zu diesem Anstieg kommen, wird 2028 fast ein Drittel der Umsätze durch digitale Produkte erwirtschaftet. Kein Zweifel: Hier liegt die Zukunft, denn Medizinprodukte und Services ohne digitale Komponenten dürften künftig eher die Ausnahme als die Regel sein.“ Für die Studie wurden Entscheidungsträger aus mehr als 200 Unternehmen aller Größen sowie aus der Gesundheitsversorgung und der Politik befragt.

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