Weltmännertag

Männer sind Vorsorgemuffel bei der Krebsfrüherkennung

| Redakteur: Peter Reinhardt

„Männer sollten nicht aus Schamgefühl oder einem falsch verstandenen Sicherheitsempfinden heraus per se auf die Krebsvorsorge verzichten“, Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der Barmer GEK.
„Männer sollten nicht aus Schamgefühl oder einem falsch verstandenen Sicherheitsempfinden heraus per se auf die Krebsvorsorge verzichten“, Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der Barmer GEK. (Bild: Barmer GEK)

In Deutschland geht nur gut jeder neunte Mann zur Prostatakrebsvorsorge. Das teilt die Barmer GEK zum Weltmännertag am 3. November mit. Frauen stehen dem Thema Prävention wesentlich offener gegenüber.

Nur 4,65 Millionen aller anspruchsberechtigten Männer nahmen im Jahr 2014 die Möglichkeit zur kostenlosen Früherkennungsuntersuchung wahr. Das entspricht gerade mal einer Quote von 11,7 Prozent, womit Männer Präventionsmuffel bleiben. Im Jahr 2010 absolvierten 11,4 Prozent den Check. „Dabei kann die Krebsvorsorgeuntersuchung Leben retten. Je früher Krebs erkannt wird, desto eher ist er heilbar. Männer sollten sich überlegen, häufiger zur Vorsorge gehen“, ermuntert Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der Barmer GEK, die Herren der Schöpfung und verweist auf die Teilnahmeraten bei Frauen.

Frauen stehen Prävention offener gegenüber

Im Jahr 2014 sind dagegen 16,93 Millionen der anspruchsberechtigten Bürgerinnen zu den Vorsorgetests ab 20 Jahren gegen Brust- und ab 30 Jahren gegen Gebärmutterhalskrebs gegangen. Das sind immerhin 41 Prozent. Nach der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses können sie die Untersuchungen einmal im Jahr auf Kassenkosten wahrnehmen. Für Männer ab 45 Jahren gibt es den Prostata-Check. Zudem bestehen Vorsorgetests für Haut- und Dickdarmkrebs für beide Geschlechter.

Männer aus dem Saarland sind besonders nachlässig

Bei der Prostatakrebsvorsorge gibt es deutliche regionale Unterschiede. Während in Mecklenburg-Vorpommern 13,87 Prozent der anspruchsberechtigten Männer im Jahr 2014 zum Check gingen, waren es im Saarland nur 9,81 Prozent. „Männer sollten nicht aus Schamgefühl oder einem falsch verstandenen Sicherheitsempfinden heraus per se auf die Krebsvorsorge verzichten. Prostatakrebs ist bei Männern mit etwa 40.000 neuen Fällen pro Jahr die häufigste bösartige Tumorerkrankung“, so Marschall.

Männer gehen seltener zum Hautkrebsscreening

Auch beim Hautkrebsscreening hinken Männer hinterher. Im Jahr 2014 nahmen 17,6 Prozent der männlichen und 19,1 Prozent der weiblichen Barmer-GEK-Versicherten ab 35 Jahren am Gratis-Hautcheck teil. „Vor allem Risikogruppen sollten das Haukrebsscreening regelmäßig wahrnehmen. Dazu gehören Personen mit sehr zahlreichen Muttermalen am Körper oder auch Menschen mit einem abgeschwächten Immunsystem“, erklärt Marschall.

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