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Klinikum Rechts der Isar/TU München Live-Übertragung aus neuem Forschungsoperationssaal

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München (TUM) haben Wissenschaftler und Ärzte einen neuen Forschungsoperationssaal eingerichtet. Zur 13. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Computer- und Roboterassistierte Chirurgie e.V., die von 11.- 13. September am Klinikum rechts der Isar stattfindet, werden Operationen live aus dem neuen OP-Saal übertragen.

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Auf der 13. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Computer- und Roboterassistierte Chirurgie e.V., die dieses Jahr von der MITI-Arbeitsgruppe organisiert wird, finden Live-Übertragungen aus dem neuen Forschungsoperationssaal statt.
Auf der 13. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Computer- und Roboterassistierte Chirurgie e.V., die dieses Jahr von der MITI-Arbeitsgruppe organisiert wird, finden Live-Übertragungen aus dem neuen Forschungsoperationssaal statt.
(Bild: A. Schneider/TUM)

Bevor der Operateur beginnen kann, muss das OP-Team den Saal vorbereiten – Licht und Tisch müssen korrekt ausgerichtet werden, alle Geräte und Personen auf der richtigen Position sein. Am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München (TUM) gibt es jetzt einen Forschungsoperationssaal, der diese Arbeiten mit Hilfe zahlreicher Sensoren beschleunigt und erleichtert. Ein System aus vernetzten Sensoren misst im neuen Forschungs-OP permanent unterschiedliche Komponenten wie Licht, Stellung des OP-Tisches, Flüssigkeitsabfluss aus dem Bauchraum des Patienten oder die Stellung der Personen am Tisch und analysiert diese Daten anhand von definierten Workflowmodellen. Das bietet mehrere Vorteile: zum einen können die Einstellungen für bestimmte OPs immer wieder abgerufen werden, was eine große Zeitersparnis ist. Zum anderen kann der komplette Verlauf der OP nachvollzogen werden. Die Sensoren dienen darüber hinaus auch als Alarmsystem: Wird zum Beispiel mehr Flüssigkeit abgesaugt als in den Bauchraum eingespült wird, kann dies bedeuten, dass es eine blutende Wunde gibt – das System gibt dann Alarm.

Tablet-PC anstatt manueller Einstellungen

Zu Beginn können der Operateur und sein Team die einzelnen Komponenten über einen einfachen Tablet-PC anwählen und von dort steuern. So kann zum Beispiel die Stellung des Tisches schon vor der Bewegung auf dem Tablet-PC simuliert werden. Das Personal kann dadurch direkt sehen, ob die spätere Lagerung des Patienten im richtigen Winkel liegt, ohne es vorher ausprobieren zu müssen.

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„Das ist ein großer Vorteil für das OP-Team, da sonst alle Komponenten per Hand eingestellt werden müssten“, erklärt Prof. Hubertus Feußner, Chirurg am Klinikum und Leiter der Arbeitsgruppe Minimal-invasive Interdisziplinäre Therapeutische Intervention (MITI). In der Gruppe arbeiten Ingenieure, Ärzte und Informatiker gemeinsam an neuen diagnostischen Verfahren und therapeutischen Lösungen für die minimal-invasive Chirurgie – vor allem für den klinischen Alltag.

Ganze Operationssäle miteinander vernetzen

Die Wissenschaftler entwickeln in dem Forschungs-Operationssaal zudem eine Plattform, die es ermöglicht, dass alle Geräte über ein spezielles Netzwerk zentral angesteuert werden können. „Problematisch ist dabei vor allem, dass die Geräte von vielen unterschiedlichen Herstellern kommen und somit über unterschiedliche Schnittstellen verfügen“, erklärt Dr. Armin Schneider, wissenschaftlicher Leiter der Gruppe. In Zukunft wollen die Wissenschaftler noch mehr Geräte vernetzen und deren Daten für die Statusanalyse des operativen Eingriffes auswerten sowie den aktuellen Standort der Geräte registrieren. Zudem sollen mehrere OP-Säle miteinander vernetzt werden.

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