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Wild Gruppe / Photonic

Licht als Innovator

| Autor/ Redakteur: / Kathrin Schäfer

Licht ist nicht nur ein unabdingbares Hilfsmittel zur Diagnose – es erweist sich auch in der Therapie von Krankheiten als wahrer Alleskönner. Zwei Neuentwicklungen auf diesem Gebiet zeigen, welchen Beitrag Auftragsfertiger zu Medtech-Innovationen leisten können.

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Die neue Zwei-in-eins-Kombileuchte soll einen nahtlosen Übergang von der Untersuchung zur Phototherapie bei Neugeborenengelbsucht ermöglichen.
Die neue Zwei-in-eins-Kombileuchte soll einen nahtlosen Übergang von der Untersuchung zur Phototherapie bei Neugeborenengelbsucht ermöglichen.
(Bild: KD Photography & Design / Wild)
  • Untersuchungsleuchten um den Aspekt Phototherapie erweitern
  • Zwei-in-eins-Kombigerät zur Diagnostik und Behandlung von Neugeborenengelbsucht
  • Multicolor-Lichtquelle für die Mikroskopie und Endoskopie
  • Baugruppen und Geräte für Ultrakurzpulslaser, Femtosekundenlaser, Excimerlaser, Nd:YAG-Laser, Diodenlaser, Faserlaser und CO2-Laser

Die Photonic GmbH ist die Beleuchtungsspezialistin innerhalb der Wild-Gruppe. Eines ihrer aktuellen Projekte: Sie erweitert ihre Untersuchungsleuchten der Marke ATO – Light for Life um den Aspekt der Phototherapie, um ein Zwei-in-eins-Kombigerät zur Diagnostik und Behandlung von Neugeborenengelbsucht zu schaffen. Das Gerät soll den Stress für Babys reduzieren, Workflows beim Personal optimieren und außerdem Kosten sparen. „Wenn die Diagnose nach der ersten Sichtkontrolle klar ist, kann sofort mit der Behandlung begonnen werden. Denn die Kombileuchte mit 50.000 Lux ist auch mit blauen LEDs mit einer dominanten Wellenlänge von 458 nm ausgestattet“, erklärt Joachim Enengl, Business Developer bei Photonic.

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Diagnose und Therapie mit nur einem Gerät

Die Behandlung der Neugeborenengelbsucht ist das erste Anwendungsgebiet, das Photonic mit der innovativen Kombi-Leuchte erschließen will. „Durch die Modularisierung der Untersuchungsleuchte und den Einsatz von weiteren Wellenlängen sind künftig aber auch die photodynamische Diagnose und Therapie von Hautkrebs, die Wundheilung sowie die Sterilisation von Keimen möglich“, führt Enengl aus.

Ebenfalls in der Entwicklung hat Photonic derzeit eine völlig neuartige Multicolor-Lichtquelle für die Mikroskopie und Endoskopie. Sie verspricht Anwendern geringere Kosten und eine höhere Lebensdauer als bisher. Bei Fluoreszenzanwendungen liefert sie auch mehr Energie im gewünschten Anregungsspektrum. Das Multicolor-Lichtquellen-Modul basiert auf der F6000-M, der laut Photonic derzeit hellsten Endoskopielichtquelle am Markt, und erweitert das Spektrum über den sichtbaren Bereich (VIS) in Richtung NIR und UV. Dazu werden mehrere LEDs optisch gemischt und wieder gemeinsam in einen Lichtleiter gekoppelt. Zum Einsatz kommen High-Power-LEDs, die speziell für Photonic entwickelt werden. Das für die Strahlmischung benötigte Optikdesign steuert die Firmenmutter Wild bei.

Laut Enengl gibt es am Markt bereits Multicolor-Lichtquellen; diese seien jedoch mit teuren Xenonlampen oder mit mehreren farbigen LEDs ausgestattet und hätten den Nachteil, dass im Spektrum zwischen diesen LEDs Lücken entstehen. Photonic hingegen möchte mit seiner Neuentwicklung eine Lösung mit durchgängig weißem Spektrum und zusätzlichen Wellenlängen im UV- und NIR-Bereich anbieten. Der Vorteil gegenüber einzelnen farbigen LEDs sei das kontinuierliche Visible Spectrum (VIS) und die Erweiterungen außerhalb von VIS, was einen universelleren Einsatz des Moduls ermögliche. Gegenüber Xenon-Lichtquellen habe man außerdem einen deutlichen ökonomischen (kein Leuchtmittelwechsel) und ökologischen Vorteil (keine Entsorgung der Leuchtmittel). „Die Multicolor-Lichtquelle wird nach spezifischer Kundenanforderung entwickelt und als Modul in Mikroskope oder Endoskope verbaut. Sollte applikationsbedingt ein Laser anstelle der LED gefragt sein, können wir das ebenfalls realisieren“, so Photonic-Geschäftsführer Thomas Köbel.

Der Laser als Therapiewerkzeug

Seine Anwendungsvielfalt und besonderen Eigenschaften machen den Laser insgesamt zum idealen Therapie-Werkzeug. Ob Dermatologie, Ophthalmologie, Chirurgie, Endoskopie, Laser-HNO-Behandlung oder PDT – die Wild-Gruppe verfügt in sämtlichen genannten Bereichen über Erfahrungen und stellt beispielsweise Baugruppen und Geräte für Ultrakurzpulslaser, Femtosekundenlaser, Excimerlaser, Nd:YAG-Laser, Diodenlaser, Faserlaser und CO2-Laser her. Die Montage sowie die Justage solcher Module erfordern Fähigkeiten, die der Systempartner alle unter einem Dach vereint: vom winkelsekundengenauen Ausrichten von Optiken mittels Zentrierdrehen bis hin zu Beam-Shaping. Mit einer speziellen Strahlformung ermöglicht die Firma Wild ihren Kunden eine enorme Vielfalt an Laser-Applikationen.

Grundsätzlich steigt die Relevanz von Auftragsfertigern wie der Wild-Gruppe, ist deren CEO Josef Hackl überzeugt und nennt dafür auch gleich mehrere Gründe: „Durch unsere Technologie-Roadmap und unser Partnernetzwerk haben wir unsere Kompetenzen in den letzten Jahren intensiv ausgebaut und können dadurch zunehmend schlüsselfertige Lösungen in immer kürzerer Zeit liefern. Es hat sich für viele Medizintechnikhersteller bewährt, uns immer früher einzubinden.“ In der Produktentwicklung beispielsweise bietet der Auftragsfertiger Baukastensysteme für Software- und Elektroniklösungen an, die eine wesentlich raschere Time-to-Market erlauben. Die Prototypenfertigung erfolgt ebenfalls im Haus, und auch in der Fertigung und Montage bietet Wild auf Wunsch ein Gesamtpaket an – von der Entwicklung der Justageprozesse bis zur Schaffung des nötigen Messumfelds und Prüf­equipments. „Dank laufender Investitionen in unsere Bauteil- und Reinigungsprozesse sowie Reinraumfertigung bieten wir unseren Kunden zudem eine sichere und geschlossene Prozesskette. Sämtliche Komponenten werden so partikelfrei und frei von filmischen Verschmutzungen gehalten“, so Hackl abschließend.

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