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Freie Ärzteschaft e.V. Kritik am Spardiktat in der ambulanten Medizin

Redakteur: M.A. Frauke Finus

„Die ambulante Medizin ächzt unter dem Sparkurs im Gesundheitswesen: Massenabfertigung in den Praxen, kaum Zeit fürs Patientengespräch, Entlassung von Praxispersonal und immer mehr junge Ärzte, die ins Ausland abwandern. Wer es wirklich ernst meine mit guter Patientenversorgung, müsse etwas ändern“, sagte die Freie Ärzteschaft (FÄ) im Vorfeld des Deutschen Ärztetages in Düsseldorf.

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„Wir fordern eine Gebührenordnung für Kassenpatienten mit fairen und festen Preisen, eine korrekte Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) für privat Versicherte mit Inflationsausgleich sowie die Aufhebung der Budgets", so FÄ-Vorstandsvorsitzender Wieland Dietrich.
„Wir fordern eine Gebührenordnung für Kassenpatienten mit fairen und festen Preisen, eine korrekte Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) für privat Versicherte mit Inflationsausgleich sowie die Aufhebung der Budgets", so FÄ-Vorstandsvorsitzender Wieland Dietrich.
(Bild: Freie Ärzteschaft e.V.)

Die Ärzteorganisation erwartet von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, dass er dem Kaputtsparen ein Ende bereitet. Gefordert wird eine Gebührenordnung für Kassenpatienten mit fairen und festen Preisen, eine korrekte Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) für privat Versicherte mit Inflationsausgleich sowie die Aufhebung der Budgets, erklärt FÄ-Vorstandsvorsitzender Wieland Dietrich.

„Terminvergabe über Call-Center ist eine absurde Idee“

„Wie seine Vorgänger lenkt Gröhe bislang in die falsche Richtung und träume von staatlich dirigierten Ärztelandverschickungsprogrammen“, kritisierte Dietrich. Die Probleme der Gebührenordnung für die gesetzlich Versicherten, den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM), schweige Gröhe tot. Zudem sei im Gegensatz zu Gebührenordnungen anderer Berufsgruppen die amtliche GOÄ seit fast 30 Jahren nicht inflationsbereinigt worden. Absurd erscheine Gröhes Idee von der 4-Wochen-Wartefrist bei Fachärzten mit Terminvergabe über Callcenter. „Ein Callcenter kann die individuelle Dringlichkeit gar nicht beurteilen", betont der FÄ-Chef. „Wenn stattdessen ein Teil der Überschüsse im Gesundheitsfonds für die Aufhebung der Budgets und Finanzierung der haus- und fachärztlichen Weiterbildung in den Arztpraxen eingesetzt würde, wäre diese Debatte schnell vorbei.“

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