Krankenkassen und Politik in der Pflicht

Krankenversicherte nutzen Digitalisierung kaum

| Redakteur: Ira Zahorsky

Die Politik muss klare Richtlinien für digitale Lösungen vorgeben, damit die Krankenkassen ihre Versicherten besser informieren können.
Die Politik muss klare Richtlinien für digitale Lösungen vorgeben, damit die Krankenkassen ihre Versicherten besser informieren können. (Bild: © Zerbor-stock.adobe.com)

Obwohl die Digitalisierung im Gesundheitswesen den Versicherten zahlreiche Vorteile bietet, können nur wenige mit dem Thema etwas anfangen. Die Angebote werden demnach auch nur selten genutzt.

Eine Studie der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK zeigt, dass die Versicherten mehr Aufklärung zu digitalen Lösungen brauchen. Nur jeder Sechste (16 Prozent) der von YouGov im Auftrag der SBK befragten 2.027 Bürger kennt etwa den Unterschied zwischen elektronischer Gesundheitsakte (eGA) und elektronischer Patientenakte (ePA). „Der Nutzen für Patienten muss im Mittelpunkt aller digitalen Maßnahmen stehen. Das bedeutet aber auch, dass der Versicherte über seine Möglichkeiten Bescheid wissen muss“, stellt daher SBK-Vorstand Dr. Hans Unterhuber klar. Die Befragten sehen die Krankenkassen hier in der Pflicht – doch die brauchen Politik und Ärzte an ihrer Seite.

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Informationen, Expertise und Beratung

Gerade einmal sechs Prozent der Deutschen fühlen sich ausreichend zu digitalen Lösungen informiert. Die große Mehrheit fordert deshalb mehr Informationen: von den Hausärzten (26 %), von den Medien (21 %) und von der Politik (14 %). Als wichtigsten Informationsträger nennen die Deutschen die Krankenkassen. Mehr als jeder Zweite sieht sie in Punkto Digitalisierung in der Pflicht (56 %). Auch Verantwortung und Expertise in diesem Bereich liegen laut den Befragten bei den Krankenkassen (49 %). Politik (14 %), Ärzte und Verbände (12 %) und Verbraucherschutz (6 %) folgen mit deutlichem Abstand.

Hans Unterhuber, Vorstand der Siemens Betriebskrankenkasse
Hans Unterhuber, Vorstand der Siemens Betriebskrankenkasse (Bild: SBK/Eric Thevenet)

„Das ist ein klares Zeichen“, so Unterhuber. „Wir als Krankenkasse müssen den Versicherten abholen und ihn umfänglich informieren.“ Doch nicht nur Informationen und Expertise sind von den Krankenkassen gewünscht: Auf die Frage, wann sie einen Zugriff der Krankenkassen auf die Patientendaten erlauben würden, antwortete mehr als ein Viertel „zu Beratungszwecken“ (27 %).

Digitalisierung ja, Verantwortung nein?

Die Problematik ist: Bisher sind keine klaren Richtlinien für digitale Lösungen vorhanden. Im Fall der ePA und deren Einführung 2021 hat das Bundesgesundheitsministerium kürzlich die verantwortliche Umsetzung an die Selbstverwaltung gegeben. „In der Politik müssen Rahmenbedingungen und Standards festgelegt werden, um den Versicherten sicheren Umgang mit digitalen Lösungen zu gewährleisten. Die Leistungserbringer müssen sich öffnen und an einer einfachen Handhabung für den Kunden mitwirken. Wir wollen einen mündigen Patienten, der uneingeschränkte Datenhoheit genießt und von den Vorteilen der Digitalisierung profitiert. Das funktioniert aber nicht, wenn sich viele Beteiligte aus der Verantwortung ziehen oder gegen Neues sperren“, unterstreicht Unterhuber.

Bis dahin geht die SBK zusammen mit anderen Kassen mit der Gesundheits-App Vivy schon erste Schritte hin zu sinnvollen Angeboten.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf unserem Partnerportal www.egovernment-computing.de.

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