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Rapid Prototyping Keramische Herzpumpe im 3D-Druckverfahren

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Eine an der TU Wien in Zusammenarbeit mit der MU Wien entwickelte Herzpumpe wird dank eines 3D-Druckverfahrens Realität. Erstmals ermöglicht dieses Verfahren die Verarbeitung keramischer Werkstoffe in einer auch als Rapid Prototyping bezeichneten Methode.

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Die Antriebsturbine der Herzpumpe ist aus Keramik, hergestellt im 3D-Druckverfahren
Die Antriebsturbine der Herzpumpe ist aus Keramik, hergestellt im 3D-Druckverfahren
(Bild: Manfred Spitzbart)

Mechanische Herzpumpen helfen, wenn das Herz versagt. Keramische Materialien bieten hier neue Möglichkeiten der Miniaturisierung - doch die konstruktionsbedingte Komplexität der Herzpumpen lässt bestehende Fertigungstechniken an den Anforderungen an Präzision und Widerstandskraft scheitern.

Prototypen aus Keramik

Eine Lösung könnten hier 3D-Druckverfahren sein: Eine Technik, bei der formbare Materialien Schicht für Schicht aufeinander aufgetragen und durch Belichtung ausgehärtet werden. So können selbst hochkomplexe, dreidimensionale Gebilde „gedruckt“ werden. Obwohl für Kunststoffe und Metalle bereits etabliert, war die Verwendung des Rapid Prototypings jedoch für die Verarbeitung keramischer Werkstoffe nicht möglich. Dies scheiterte bisher an den zu geringen Festigkeiten der gedruckten Bauteile.

„Während unserer Forschungstätigkeit an der TU Wien ist es uns gelungen, gleiche Festigkeitswerte wie bei anderen keramischen Formgebungsmethoden zu erreichen“, so Johannes Homa, Mitgründer von Lithoz. „Mit einer derartigen Weiterentwicklung der 3D-Drucktechnologie ermöglichen wir nun auch der keramischen Industrie erstmals den Einsatz des 3D-Drucks für die Herstellung von Prototypen.“

Weiteres Potential für die Medizintechnik

Für die Lösungsansätze, die sowohl das Material, die Maschine als auch die Belichtungsstrategien betreffen, wurden inzwischen fünf Patentanmeldungen eingereicht. Das Unternehmen Lithoz hat das Verfahren nun marktreif gemacht und den internationalen Vertrieb gestartet. Dabei zeigt die keramische Herzpumpe noch weiteres Potential für den Bereich der Medizintechnik. Vor dessen Eroberung steht noch dieses Jahr der Funktionstest der Herzpumpe. Lithoz ist ein Spin-Off der Technischen Universität Wien, das mit Unterstützung des Inits Universitäres Gründerservice diese Entwicklung marktreif macht.

Kontakt:

Lithoz GmbH

A-1040 Wien

www.lithoz.com

Inits Universitäres Gründerservice

A-1150 Wien

www.inits.at

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