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Kapitalmärkte 2018: Gute Aussichten für institutionelle Anleger

| Redakteur: Peter Reinhardt

Volker Mauß begrüßt die Teilnehmer der Apo-Neujahrskonferenz.
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Volker Mauß begrüßt die Teilnehmer der Apo-Neujahrskonferenz. (Bild: Deutsche Apotheker- und Ärztebank)

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Diversifizierung ist eines der großen Anlagethemen für institutionelle Investoren in diesem Jahr. Derweil steht die Weltwirtschaft trotz einiger politischer Spannungen so gut da wie schon seit Langem nicht mehr.

  • Digital Health gibt Gesundheitsmarkt zusätzlichen Auftrieb
  • Überraschend starke Konjunktur in Deutschland, dem Euroraum und Japan
  • Wirtschaftliche Erholung großer Schwellenländer bringt zusätzlich positive Effekte

„Egal, ob Aktien, Immobilien oder Renten – innovative Investmentideen sind gefragt, um ein ausgewogenes Rendite-/Risikoprofil zu erzielen“, erklärte Volker Mauß, Bereichsleiter Institutionelle Anleger der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apo-Bank), auf der Apo-Neujahrskonferenz 2018.

Apo-Neujahrskonferenz als Trendsetter etabliert

Die Veranstaltung hat sich in dieser Hinsicht zum Trendsetter für institutionelle Anlagethemen entwickelt. „So haben sich die Ideen, die seit der Erstauflage des Formats 2015 vorgestellt wurden, allesamt als renditestark erwiesen – von Gesundheitsinvestments über europäische Aktien bis hin zu dänischen Pfandbriefen“, wie Mirko Engels, Leiter Kundenbetreuung Institutionelle Anleger bei der Apo-Bank, den rund 60 Gästen erläuterte.

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Neue Branche Digital Health

Ein Investmentthema bleibt auch 2018 ein wichtiger Diversifizierungsfaktor: der Gesundheitsmarkt. Zumal mit Digital Health ein neuer Trend der Branche zusätzlichen Auftrieb gibt. „Bei Digital Health verschmelzen die beiden Megatrends Gesundheit und Digitalisierung“, erklärt Hendrik Lofruthe, Fondsmanager der auf Gesundheitsinvestments spezialisierten Apo-Bank-Tochter Apo-Asset. Viele spezialisierte Unternehmen, aber auch Technologie-Riesen würden Milliarden in Krankenhaus-IT, Telemedizin oder Services auf mobilen Geräten investieren. Dadurch entstehen zum Teil vollkommen neue Geschäftsmodelle und Märkte. Die Apo-Asset hat Mitte 2017 mit dem Apo Digital Health Aktien Fonds (ADH) den ersten in Deutschland zugelassenen Publikumsfonds aufgelegt, der erst kürzlich von der Ratingagentur Scope als Fondsinnovation des Jahres ausgezeichnet wurde.

Bei Immobilien international denken

Ein zweiter zentraler Diversifizierungsaspekt setzt auf Internationalität, zum Beispiel bei Immobilien. „Durch die anhaltenden Wertsteigerungen in den etablierten Immobilienmärkten werden Investitionen in dieser Assetklasse, die die Anforderungen an die Zielrendite erfüllen, zunehmend schwieriger“, so Mauß. Friedrich von Carlowitz, Fondsmanager bei GLL Real Estate Partners, stellte den Teilnehmern deshalb einen Dachfonds für institutionelle Investoren vor, den die Apo-Bank als Depotbank begleitet. Das Anlagekonzept ermöglicht eine noch breitere Diversifizierung in wachsende globale Immobilienmärkte jenseits der bereits genutzten Investitionsmöglichkeiten in diesem Segment. Dazu zählen unter anderem Standorte wie Phoenix, Sydney, Bukarest oder Santiago de Chile.

Der erste synchrone Aufschwung weltweit seit 2010

Das alles findet trotz einiger politischer Spannungen im Rahmen einer Weltwirtschaftslage statt, die so gut dasteht wie seit langem nicht mehr. Für das Gesamtjahr 2017 prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) ein globales Wachstum von 3,6 Prozent. Das wäre der erste synchrone Aufschwung weltweit seit 2010.

„Entscheidend für die positive Entwicklung ist insbesondere die wirtschaftliche Erholung großer Schwellenländer, allem voran Brasilien und Russland“, erklärt dazu Dr. Hanno Kühn, Chief Investment Officer der Deutschen Apotheker- und Ärztebank. Überraschend stark habe sich die Konjunktur aber auch in Deutschland, dem Euroraum und Japan gezeigt.

Entsprechend optimistisch sind die Aussichten für nun begonnene Jahr. Dank anhaltend expansiver Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken, dem Ende der Sparprogramme im Euroraum sowie zunehmender Investitionstätigkeit in den Industrieländern sollte sich das weltweite Wachstum fortsetzen.

In Deutschland prognostiziert die Apo-Bank einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 2,1 Prozent und damit auf Vorjahresniveau. „Besonders erfreulich ist, dass die wirtschaftliche Entwicklung im Gegensatz zur Vergangenheit nicht mehr primär vom Export abhängt, sondern unter anderem auch von einem robusten privaten Konsum getragen wird“, so Kühn weiter.

2018 wird ein Aktienmarkt-freundliches Jahr

Angesichts dieses dynamischen makroökonomischen Umfelds steht den Anlegern nach Ansicht der Apo-Bank ein weiteres Aktienmarkt-freundliches Jahr in Aussicht. „Berücksichtigt man zusätzlich, dass im anhaltenden Niedrigzinsumfeld Anleiheinvestoren auch weiterhin nur Renditen unterhalb der Inflationsrate erzielen können, ist selbst für sicherheitsorientierte Anleger eine höhere Aktiengewichtung alternativlos“, erklärt Kühn.

Dass die Aktienmärkte bereits generell überbewertet sind, glaubt Kühn indes nicht: „Zwar haben die wichtigsten Indices in den letzten Jahren deutliche Kursanstiege verzeichnet. Gerade in den vergangenen zwölf Monaten sind aber auch die Gewinnerwartungen der Unternehmen kräftig gestiegen. Somit sind die Kurs-Gewinn-Verhältnisse in den meisten Regionen konstant geblieben“.

Die Apo-Bank jedenfalls erwartet den Deutschen Aktienindex DAX zum Jahresende 2018 bei 13.800 Punkten. Ähnlich optimistisch sieht die Einschätzung für den Euro Stoxx 50 und den S&P 500 aus. Trotzdem heißt es für Anleger wachsam bleiben. „Aktuell sind zwar keine dunklen Wolken zu erkennen“, resümiert Kühn. Risiken könnten jedoch von einer deutlichen Wachstumsverlangsamung in China, einem Fed-Zinsschock oder einer Eskalation des Nordkorea-Konflikts ausgehen.

Schwellenländeranleihen gefragt

Wer indes eine breitere regionale Streuung im Rentenbereich suche, solle auf Emerging Markets setzen. So bieten Schwellenländeranleihen ein heterogenes Anlageuniversum mit attraktivem Risiko-/Renditeverhältnis gegenüber anderen Assetklassen. Gleichzeitig können sie aufgrund der geringen Korrelation zu klassischen Märkten einen Diversifikationsbeitrag im Portfolio bieten. „Mit Schwellenländeranleihen wachstumsstarker Märkte in Lateinamerika und Osteuropa ist der Rechnungszins erreichbar“, ist sich Philip Meier, Portfolio Manager von Legal & General Investment Management, sicher. Eine Besonderheit des Investmentansatzes ist der Fokus auf kurze Laufzeitenbereiche, die weniger empfindlich auf mögliche Zinssteigerungen reagieren.

Multi Credit: breit investiert im Rentenbereich

Ebenfalls auf den Rentenbereich zielt die dritte Diversifizierungsstrategie: Multi Credit. Bei Multi Credit konzentriert sich der Investor auf die Vereinnahmung von Credit Spreads und legt dabei sehr variabel in alle Rentensegmente an – von Staats- und Unternehmensanleihen, über High-Yield-, Nachrang-, Hybrid- und Wandelanleihen bis hin zu Covered Bonds. Insbesondere können hier Marktineffizienzen und Unterbewertungen ausgenutzt werden, wie Stephan Ertz, Leiter der Abteilung Credits bei Union Investment Institutional, erläuterte.

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