Messe Düsseldorf

Joachim Schäfer: Medica/Compamed-Geschäftsführer geht mit „Fairwell“-Party in Ruhestand

| Autor: Peter Reinhardt

Nach zwölf erfolgreichen Jahren mit mehr als 5 Millionen Quadratmetern verkaufter Ausstellungsfläche wurde gestern Abend Messe-Vorstand Joachim Schäfer in den Ruhestand verabschiedet. Mit Schäfer sagt ein echter Kenner der Medizintechnik-Branche „goodbye“.

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Eloquenter Redner: Mit einer „etwas anderen Laudatio“ versucht Werner Matthias Dornscheidt als Vorsitzender der Messe-Geschäftsführung den „Code Schäfer“ zu entschlüsseln.
Eloquenter Redner: Mit einer „etwas anderen Laudatio“ versucht Werner Matthias Dornscheidt als Vorsitzender der Messe-Geschäftsführung den „Code Schäfer“ zu entschlüsseln.
( Bild: Reinhardt / Devicemed )
  • „Isch bin ’ne rischdieje Düsseldorfer“
  • „Code“ des Amerikaners in Deutschland offengelegt
  • Wolfram Diener folgt als neuer Messe-Vorstand auf Joachim Schäfer

Es gibt unzählige Möglichkeiten, Mitarbeiter in den Ruhestand zu verabschieden. Und die Wahl der Mittel beschreibt sehr gut das Wesen und Wirken des Scheidenden. Als gestern Abend ein „Fairwell“ für Joachim Schäfer, Vorstand der Messe Düsseldorf – und in dieser Funktion unter anderem verantwortlich für die Weltleitmessen Medica und Compamed –, stattfand, wurde noch einmal klar, welche Hochachtung sich Schäfer in den zwölf Jahren seines Wirkens in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt erarbeitet hat.

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Prägend: mehr als 20 Jahre in den USA

Im Schatten des Düsseldorfer Caravan-Salons waren neben zahlreichen externen Wegbegleitern auch alle Mitarbeiter der Messe Düsseldorf geladen, um Schäfer einen gebührenden Abschied zu bescheren. Klar, denn die Menschen waren Schäfer immer am wichtigsten, auch oder gerade die Mitarbeiter. Groß war daher die Feier, das ja, aber dennoch bodenständig. So wie Schäfer eben. Mehr Party als Gala, und natürlich mit Barbecue. Schließlich hat Schäfer vor seinem Engagement bei der Messe Düsseldorf über 20 Jahre in den USA gearbeitet. Das prägt, nicht nur kulinarisch, sondern auch menschlich, wie Werner Matthias Dornscheidt als Vorsitzender der Messe-Geschäftsführung später ausführen wird.

Erfolgreich: über 5 Millionen Quadratmeter Messefläche

Über 5 Millionen Quadratmeter Messefläche hat Schäfer für die Messe Düsseldorf an Aussteller vermietet, rechnet zunächst Oberbürgermeister Thomas Geisel vor, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Messe Düsseldorf ist. Da zahlt es sich aus, dass Schäfer neben vielen weiteren Qualifikationen auch studierter Städteplaner ist.

„Wer bist du, Joachim?“, fragt Dornscheidt zu Beginn seiner „etwas anderen“ Laudatio und kündigt den Anwesenden an, den „Code des Amerikaners in Deutschland“ offenzulegen. Unkonventionell, flexibel, zielorientiert sei Schäfer – und dabei unglaublich vielseitig. „Im besten Sinne ein Menschenfänger, ein höflicher Icebreaker, bei dem das Miteinanderreden immer an erster Stelle steht“, so Dornscheidt über seinen scheidenden Vorstandskollegen auf dem Weg in den Ruhestand, der wohl eher ein „Un-Ruhestand“ werde.

Eine Eigenschaft, die der Autor dieses Artikels nur bestätigen kann. Immer wieder hat Schäfer unsere Treffen auf der Compamed genutzt, um sich ein Feedback über die Stimmung unter den Ausstellern oder zu aktuellen Trends und Themen zu holen. Und wenn nötig, rief er zwischendurch auch einfach mal so „auf einen kurzen Schnack“ in der Redaktion an.

„Crazy“: an allem interessiert

„Denn Schäfer ist grundsätzlich an allem interessiert. Dabei ist er mitunter crazy, aber letztlich ein großer Entdecker“, fährt Dornscheidt fort. Für die Messe Düsseldorf habe Schäfer beispielsweise schon beizeiten die Themen Internationalisierung und Digitalisierung fest im Geschäft verankert. „Der ,Code Schäfer‘ enthält aber auch einen peniblen Drängler“, erklärt Dornscheidt, ehe er letztlich eingestehen muss, den „Code Schäfer“ nicht wirklich entschlüsseln zu können, und hilfesuchend seine Eingangsfrage erweitert: „Wer bist du, Joachim – und wenn ja, wie viele?“

Der Amerikaner, der zum Rheinländer wurde: Mit einem Altbier in der Hand sagt Messe-Vorstand Joachim Schäfer „goodbye“.
Der Amerikaner, der zum Rheinländer wurde: Mit einem Altbier in der Hand sagt Messe-Vorstand Joachim Schäfer „goodbye“.
( Bild: Reinhardt / Devicemed )

Die Antwort folgt auf dem Fuße: „Isch bin ’ne rischdieje Düsseldorfer“, gibt der Gefragte in bester Mundart zu Protokoll, ehe er den Anwesenden sein Erfolgsrezept verrät: „Die Menschlichkeit.“ Neben Wirtschaft, Ökologie und Sozialem ist dies für Schäfer die vierte Dimension der Nachhaltigkeit. Denn Messe sei ein Geschäft mit Menschen – und damit das schönste Geschäft überhaupt.

Großzügig: 10.000 Euro für die WfaA

Da wundert es nicht, dass Schäfer anlässlich seines „Fairwells“ anstelle von Geschenken zu Spenden für die WfaA, Werkstatt für angepasste Arbeit, aufgerufen hat, die er schon viele Jahre unterstützt. Einen Scheck über 10.000 Euro konnten deren Verantwortliche unter großem Applaus der Gäste in Empfang nehmen.

Doch bevor Schäfer endgültig von der Bühne tritt, lässt er es sich nicht nehmen, selbst seinen Nachfolger vorzustellen. Wolfram Diener ist der Neue. Ein erfahrener Messemacher, der von UBM Asia in Hongkong zurück nach Deutschland wechselt. „Er garantiert ein hohes Maß an Kontinuität“, verspricht Schäfer.

Neu: Wolfram Diener muss Medizintechnik noch kennenlernen

Die Medizintechnik-Branche sei ihm indes nur rudimentär bekannt, gibt Diener später im Gespräch mit Devicemed zu. Aber zwischen seinem Amtsantritt am 1. Oktober und der diesjährigen Medica/Compamed liegen nur wenige Wochen. Vom 12. bis 15. November wird Diener also spätestens Gelegenheit haben, das zu ändern.

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