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VDGH-Mitgliederbefragung IVD-Branche erwartet ein schwieriges Jahr

| Redakteur: Peter Reinhardt

Die Erwartungen der Diagnostika-Industrie an das wirtschaftliche Wachstum 2013 sind gegenüber dem Vorjahr deutlich gedämpft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Branchen-Umfrage, die der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) gestern in Berlin vorgestellt hat.

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Dr. Karl-Heinz Büscher, Vorstandsmitglied des VDGH: „Rund 70 Prozent unserer Unternehmen forschen in Deutschland. Für viele von ihnen ist Deutschland als Heimatmarkt entscheidend. Es ist alarmierend, dass wir uns in einem System bewegen, das Innovationen erschwert.“
Dr. Karl-Heinz Büscher, Vorstandsmitglied des VDGH: „Rund 70 Prozent unserer Unternehmen forschen in Deutschland. Für viele von ihnen ist Deutschland als Heimatmarkt entscheidend. Es ist alarmierend, dass wir uns in einem System bewegen, das Innovationen erschwert.“
(Bild: VDHG)

Der deutsche Diagnostika-Markt schrumpft in 2012 voraussichtlich um 1,5 Prozent auf insgesamt 2,19 Milliarden Euro (endgültige Zahlen liegen noch nicht vor). Dabei zeigt sich ein zweigeteiltes Bild: Während die klassische Labordiagnostik um knapp 3 Prozent wächst, beläuft sich der Rückgang bei den sogenannten Schnelltests auf fast 8 Prozent.

Blutzuckerteststreifen nur noch in Ausnahmefällen als Kassenleistung

Grund dafür ist zum einen der ab 1. Oktober 2011 wirksame Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), wonach Typ-2-Diabetiker, die nicht insulinpflichtig sind, nur noch in Ausnahmefällen Blutzuckerteststreifen als Kassenleistung erhalten. Zum anderen zeigt die Budgetierung der Ärzte bei der Verordnung von Teststreifen ihre Wirkung. Das Marktsegment befindet sich weiter im Abwärtstrend.

Gegenüber dem Vorjahr sind die Erwartungen spürbar gedämpft

Gut 10 Prozent der befragten Firmen erwarten letztlich für ihr Unternehmen eine Verschlechterung. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (54,2 Prozent) gehen von einer stagnierenden Situation aus. Ein gutes Drittel (35,4 Prozent) rechnet damit, dass sich die wirtschaftliche Situation ihres Unternehmens verbessern wird.

„Dies sieht auf ersten Blick noch recht optimistisch aus“, kommentiert VDGH-Vorstandsmitglied Dr. Karl-Heinz Büscher. Vergleiche man jedoch die Angaben mit den Ergebnissen der Vorjahresumfrage, so zeige sich, dass die Erwartungen gegenüber dem Vorjahr spürbar gedämpft sind. Damals prognostizierten noch mehr als 56 Prozent der Unternehmen eine Verbesserung der eigenen Situation, aktuell sind es 21 Prozent weniger. Der Anteil derjenigen, die eine stagnierende wirtschaftliche Entwicklung erwarten, hat sich gegenüber dem Vorjahr um fast 22 Prozent erhöht. „Insgesamt sehen wir eine Stimmungslage, die pessimistischer ist als im letzten Jahr“, so Büscher.

Aber: IVD-Branche glaubt an den Standort Deutschland

„Die IVD-Branche glaubt zwar nach wie vor an den Standort Deutschland“, sagt Dr. Martin Walger, Geschäftsführer des VDGH, „denn die Qualifikation der Mitarbeiter, die gute Zahlungsmoral und das Versorgungsniveau der Patienten sind gute Gründe dafür.“ Dies zeige auch die Investitionsbereitschaft und die Bereitschaft der meisten Firmen, Mitarbeiter zu halten oder in einigen Fällen sogar aufzustocken.

Dennoch schmelze der Vertrauensbonus: „Die schnelle Marktzulassung durch das CE-Kennzeichen hat bei der Nennung an Bedeutung verloren“, so Walger. Zwar sehen in der Personalisierten Medizin laut Befragung mehr als die Hälfte der Unternehmen weiterhin eine Zukunft, gleichwohl dürften aber die Umsatzpotenziale für die IVD-Industrie insgesamt überschaubar bleiben.

Kontakt:

VDGH - Verband der Diagnostica-Industrie e. V.

D-10117 Berlin

www.vdgh.de

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