Deloitte-Studie

Internet of Medical Things fordert Vertrauen und Akzeptanz

| Redakteur: Ira Zahorsky

Um das Potenzial des Internet of Medical Things (IoMT) voll zu nutzen, müssen Experten gefunden, Vertrauen und Akzeptanz geschaffen sowie die Vorteile überzeugend kommuniziert werden.
Um das Potenzial des Internet of Medical Things (IoMT) voll zu nutzen, müssen Experten gefunden, Vertrauen und Akzeptanz geschaffen sowie die Vorteile überzeugend kommuniziert werden. (Bild: © wladimir1804 - stock.adobe.com)

Das Internet of Medical Things (IoMT), welches als verbundenes Netzwerk medizinischer Geräte und Systeme Daten sammelt, ordnet und übermittelt, bietet im Gesundheitswesen große Potenziale im Hinblick auf Kosten, Versorgung und Personaleinsatz. Doch bislang fehlen Akzeptanz, Vertrauen und Experten.

Verschiedene Gründe sprechen für den Einsatz des Internet of Medical Things (IoMT):

  • Effizienz durch Automatisierung von Schlüsselprozessen,
  • Kostensenkung,
  • verbesserte Diagnostik und
  • patientenzentrierte Behandlung.

Doch wie weit wird netzwerkbasierte Technologie in der Gesundheitsbranche bereits angewendet und wie können Hersteller vernetzter Medizingeräte dieses Potential besser ausschöpfen? Im Rahmen einer Studie im gesamten europäischen Raum hat Deloitte 237 Entscheider aus der MedTech-Branche befragt. Knapp die Hälfte der Beteiligten hat nur teilweise (39 %) oder noch gar keine (10 %) neuen Geschäftsmodelle implementiert.

Im vergangenen Jahr betrug der Gesamtwert des IoMT-Markts in Europa zwar bereits rund zwölf Milliarden US-Dollar – 2020 sollen es 44 Milliarden sein. Doch um das Potenzial voll ausschöpfen zu können, muss die Branche die Initiative ergreifen. Hierbei spielen drei zentrale Herausforderungen eine Rolle:

  • Die erste Herausforderung ist die Suche nach den dringend benötigten Talenten, also Datenanalyse-Spezialisten, KI-Entwicklern, Bio-Sciences-Experten und ähnlichen Berufsprofilen. 71 Prozent der Befragten sind der Überzeugung, dass die zurzeit in dieser Hinsicht vorhandenen Ressourcen und Kapazitäten bei weitem nicht ausreichen. Hierzu bedarf es auch neuer Kooperationsmodelle mit Universitäten, anderen Unternehmen sowie Organisationen des Gesundheitswesens.
  • Nur wenn die MedTech-Branche ein tieferes und fundiertes Verständnis der Bedürfnisse und Mechanismen der Ärzten, Patienten und Vertretern der Kassen entwickelt, kann es gelingen, die Potenziale und Vorteile einer umfassenden Vernetzung sowie einer weitgehenden Automatisierung für jede einzelne Zielgruppe deutlich zu machen. Dazu bedarf es nicht immer eines radikalen Fortschritts: Auch eine entsprechende Erweiterung der Funktionalitäten bestehender Produkte und Services kann Mehrwert liefern.
  • Die dritte Herausforderung liegt ebenfalls in der Kommunikation. Es gilt, die vielfältigen Vorteile eines IoMT-basierten Gesundheitssystems so überzeugend darzustellen, dass sich alle Beteiligten des Gesundheitssystems auf den Wandel einlassen.

„Das Gesundheitswesen ist ein sensibler Bereich aus zahlreichen Mechanismen, Interdependenzen und wachsenden Herausforderungen. Im Zentrum sollte jedoch stets die ökonomisch vertretbare Optimierung der Behandlung und Heilung von Patienten stehen. Bevor die Vorteile des IoMT spürbar zum Tragen kommen können, müssen deshalb zunächst die Infrastruktur verändert und modifiziert werden sowie allgemeine Akzeptanz geschaffen werden. Letzteres hat viel mit Vertrauen zu tun. Erst wenn klar ist, dass alle gleichermaßen profitieren, kann eine solche Aufgabe erfolgversprechend in Angriff genommen werden“, erklärt Michael Dohrmann, Partner Life Science & Healthcare bei Deloitte.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf www.egovernment-computing.de.

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