Implants 2016

Internationaler Kongress zur Orthopädietechnik

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Als CEO des Veranstalters und Beratungsunternehmens Avicenne wird Ali Madani auch den diesjährigen Kongress Implants leiten.
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Als CEO des Veranstalters und Beratungsunternehmens Avicenne wird Ali Madani auch den diesjährigen Kongress Implants leiten. (Bild: Vert Com)

Am 7. Juni findet in Paris der Implants statt, ein internationaler Fachkongress zur Orthopädietechnik und Biowerkstoffen. Er richtet sich jedoch nicht an Ärzte, sondern ausschließlich an Medizintechnikfirmen und deren Zulieferer.

Wie lässt sich die generative Fertigung maßgeschneiderter orthopädischer Produkte mit den Bedürfnissen eines Massenmarkts vereinen? Wie muss die Zusammenarbeit zwischen Medizintechnikfirmen und Auftragsfertigern aussehen, um Produkte wie intelligente oder antibakeriell wirkende Implantate herzustellen?

Diese Fragen stehen im Zentrum des Kongresses Implants in Paris. Mit seinen Vorträgen ausschließlich in englischer Sprache richtet er sich explizit an ein internationales Fachpublikum. So stammten 2015 nur rund 40 Prozent der Besucher aus Frankreich, 13 Prozent aus der Schweiz und rund 12 Prozent aus Deutschland. Immerhin noch 12 Prozent der Teilnehmer reisten aus den USA an, 9 Prozent aus Großbritannien.

Was die Struktur der Teilnehmer angeht, so machten Zulieferfirmen gut 62 Prozent aus. 28 Prozent stammten aus Orthopädie-Unternehmen, 6 Prozent aus dem Bereich Private Equity. Die restlichen 4 Prozent setzten sich aus Beratern oder Pressevertretern zusammen.

Einblicke in den Markt für orthopädische Produkte

Der Rückblick auf den Implants 2015 gibt einen Vorgeschmack auf das, was Besucher in diesem Jahr erwarten dürfen. So hat Ali Madani, CEO des Veranstalters und Beratungsunternehmens Avicenne, im letzten Jahr die Ergebnisse zweier Marktstudien vorgestellt.

Demnach konnte der globale Markt für orthopädische Implantate 2014 ein Plus von 4,4 Prozent und damit einen Umsatz von 37 Mrd. US-Dollar verzeichnen. Bei einem anhaltenden Zuwachs von 6,2 Prozent jährlich, so die Prognose, wird der Markt für orthopädische Implantate 2020 53 Mrd. US-Dollar betragen. Verantwortlich für das Wachstum von 2014 sind Zuwächse im Bereich der Knie- (+5,1 Prozent bzw. 8,5 Mrd. US-Dollar), Hüft- (+2,9 Prozent bzw. 6,4 Mrd. US-Dollar) und Wirbelsäulen-Implantate (+2,6 Prozent bzw. 8 Mrd. US-Dollar). Den größten Markt stellen die USA dar, gefolgt von Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien.

Sechs Hersteller halten 65 Prozent des Weltmarkts

Ebenso wie die Medizintechnik insgesamt wird der Markt weiterhin von demografischen Faktoren begünstigt. Allerdings wird er von zunehmend strengeren gesetzlichen Vorgaben sowie der verstärkten Kontrolle von Gesundheitsausgaben ausgebremst.

Ein spannendes Ergebnis der Studie ist: Nur sechs Hersteller, nämlich Depuy-Synthes, Stryker, Medtronic, Zimmer, Biomet und Smith & Nephew, halten 65 Prozent des Weltmarktes. Aufgrund einer zunehmenden Personalisierung des Angebots und hochwertiger lokaler Serviceleistungen erobern Wettbewerber jedoch Jahr für Jahr zirka 1 bis 2 Prozent Marktanteil.

Lohnfertiger und Zulieferer gewinnen an Bedeutung

Die zweite auf dem Kongress vorgestellte Studie hat sich mit den Fertigungsstrategien der bereits erwähnten sechs Marktführer beschäftigt. Das Ergebnis: Langfristig ist ein eindeutiger Trend zum Outsourcing von Produktionsprozessen erkennbar. So haben die Hersteller für die Produktion ihrer Implantate, Geräte und Zubehörteile 2014 3,6 Mrd. US-Doller intern ausgegeben – 4,1 Mrd. US-Dollar ließen sie jedoch bei Zulieferern. Die meisten Aufträge an Zulieferer vergibt Depuy-Synthes, die wenigsten Medtronic. Und auch die Unternehmen, die nicht zu diesen sechs Marktführer zählen, nehmen in hohem Maße Dienstleistungen von Zulieferern in Anspruch. Abgegeben wird hierbei am häufigsten die Herstellung von Geräten, danach kommt die Herstellung von Sterilisierungsplatten und -behältern.

Der bereits erwähnte Preisdruck führt dazu, dass Medizintechnikfirmen diesen an ihre Zulieferer weitergeben und sie dazu veranlassen, ihre Produktion in Billiglohnländer zu verlegen. Darüber hinaus ist zu beobachten, dass sie die Anzahl ihrer Zulieferer zu reduzieren versuchen.

So weit der Rückblick. Der Implants 2016 findet am 7. Juni im Étoile Saint-Honoré Conference Center in Paris statt. In diesem Jahr zählen Vertreter von Depuy Synthes, Stryker Orthopaedics sowie Smith & Nephew zu den Vortragenden.

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