Suchen

Compamed 2014

„Innovationsgetriebene Hersteller sind im Vorteil“

| Autor/ Redakteur: Autor | Joachim Schäfer / Kathrin Schäfer

750 Aussteller dürfen Besucher der Compamed vom 12. bis 14. November in Düsseldorf erwarten. Zu den thematischen Trends zählen in diesem Jahr „Wearables“ und „Smart Textiles“, neue Materialien sowie der 3D-Druck.

Firmen zum Thema

Joachim Schäfer, Messe Düsseldorf: „Wer die eigene Forschung und Produktentwicklung nicht vernachlässigt und den Zusatznutzen neuer Gerätegenerationen und Verfahren klar herausstellen kann, hat am Markt gute Karten.“
Joachim Schäfer, Messe Düsseldorf: „Wer die eigene Forschung und Produktentwicklung nicht vernachlässigt und den Zusatznutzen neuer Gerätegenerationen und Verfahren klar herausstellen kann, hat am Markt gute Karten.“
(Bild: Messe Düsseldorf/C. Tillmann)

Die Medizintechnik zählt unverändert zu den wachstumsstärksten Branchen weltweit. Allerdings wächst das Nachfragevolumen selbst in Schwellenländern weniger basierend auf einer Mengenausweitung, sondern getrieben durch gezielte Investitionen in moderne Systeme und Verfahren. Medizintechnikhersteller, die die eigene Forschung und Produktentwicklung nicht vernachlässigen und den Zusatznutzen neuer Gerätegenerationen und Verfahren klar herausstellen können, haben also gute Karten.

Damit gebührt auch den Zulieferunternehmen als Partnern für die Produktentwicklung, Fertigung und Services der Medizintechnik-Industrie eine bedeutsame Rolle. Ihre Leistungsfähigkeit stellen sie jedes Jahr auf der Compamed – High tech solutions for medical technology unter Beweis. Gleich ob es sich um neue Materialien und entsprechende Prozesse zu ihrer Be- und Verarbeitung handelt, um die Miniaturisierung von Bauteilen, die Entwicklung von modernen Bedienoberflächen medizintechnischer Geräte, sterile Verpackungen oder die komplette Auftragsfertigung, es ist sehr oft das Know-how der Compamed-Aussteller, das den Ausgangspunkt bildet für große Fortschritte in der Medizintechnik.

Bildergalerie

Wearables und Smart Textiles liegen im Trend

Bezogen auf die Messe-Neuheiten liegen derzeit besonders im Trend Mikrosystemtechnik-Lösungen für mobile Diagnostik-, Monitoring- und Therapiesysteme. In Bezug auf kompakte, körpernah getragene Messtechnik, so genannte „Wearables“ und „Smart Textiles“, beschäftigten sich Anbieter beispielsweise damit, wie die benötigte Technik bestmöglich in Kleidung integriert werden kann. Zu lösen gilt es dabei zahlreiche Herausforderungen: So müssen die Trägertextilien weiterhin dehnbar sein, ohne dass Kontakte abreißen, und sie sollten auch hinreichend robust für die Pflege bleiben.

Die technischen Voraussetzungen hierfür erfüllen winzige Sensoren, flexible und dehnbare Substrate aus Silikon, Polyurethan, Polyimid oder Textilien, die großflächig Elektronikbaugruppen aufnehmen können, sowie miniaturisierte Verbindungstechnologien, energieeffiziente Kommunikationselektronik und Energiespeicher, die sich drahtlos aufladen lassen.

Linsen aus Keramik für die Endoskopie

Ein Themen-Klassiker bei der Compamed sind neue Materialien. Anzuführen sind hinsichtlich aktueller Trends innovative Anwendungsbeispiele von Hochleistungskeramik. Gleich ob es sich etwa um Kniegelenkkomponenten, um Pfanneneinsätze oder Kugelköpfe handelt – aus der Implantatemedizin ist der Werkstoff nicht mehr wegzudenken. Gute Gewebeverträglichkeit, geringer Abrieb, hohe Widerstandsfähigkeit und ein geringes Allergierisiko sind erwähnenswerte Vorteile.

Selbst als Alternative zu transparenten Werkstoffen auf Basis von Glas oder Polymeren bietet sich Keramik an, wie die Aussteller bei der Compamed unterstreichen werden. Es gibt Unternehmen, die eine Keramik von extrem hoher Transparenz bei gleicher Festigkeit wie Saphirglas anbieten können. Ein hoher Brechungsindex sowie ein konkurrenzfähiges Preis-Leistungs-Verhältnis bescheren einer solchen Neuheit gute Marktperspektiven beispielsweise hinsichtlich der Fertigung von feinen Linsen für die Endoskopie.

Eine Kombination aus Material und Prozesstechnik stellt der 3D-Druck dar. Ein schon relevantes Anwendungsfeld haben individuell auf den Patienten abgestimmte Bohrschablonen zum Beispiel bei Operationen an Knien oder Hüften gefunden. Thematisiert wurde bei der letzten Compamed auch schon das europäische Projekt „Arti-Vasc 3D“ zur Entwicklung und Herstellung von Implantaten für Weichgewebe im 3-D-Druckverfahren. Diese könnten als medizinischer Gewebeersatz oder als Testsystem für Pharmazeutika dienen.

3D-Druck: gestern Science Fiction, heute Realität

Wenngleich es noch wie „Science Fiction“ anmutet, so geht es unter anderem um künstliche Stützstrukturen für Blutgefäße und Adern. Hierfür das richtige Material zu finden, das im 3D-Druck bearbeitbar ist und auch zu vertretbaren Kosten verwendet werden kann, stellt eine wesentliche Herausforderung dar. Man darf gespannt sein, inwieweit sich Forschungsinstitute und Anbieter der Lösung zur Compamed 2014 angenähert haben.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 42870687)