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Mikropumpe schützt vor Erblindung Implantierbares Pumpensystem reguliert Augeninnendruck dauerhaft

Redakteur: Kathrin Schäfer

Forscher der Fraunhofer EMFT präsentieren auf der Compamed ein Konzept für ein implantierbares Pumpensystem, das den Augeninnendruck dauerhaft reguliert. Mit dem Ansatz soll erstmalig eine langfristig wirksame Therapie von Augenerkrankungen wie Glaukom oder Phthise möglich werden.

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Querschnitt des Auges mit Implantatposition: Die Projektpartner arbeiten kontinuierlich an einer weiteren Miniaturisierung, der Aufbau- und Verbindungstechnik sowie einem hermetischen Bond für die Mikropumpe.
Querschnitt des Auges mit Implantatposition: Die Projektpartner arbeiten kontinuierlich an einer weiteren Miniaturisierung, der Aufbau- und Verbindungstechnik sowie einem hermetischen Bond für die Mikropumpe.
(Bild: Fraunhofer EMFT)

Im Rahmen des BMBF-Förderprojekts Mikroaug entwickeln die Forscher unter der Konsortialführung des Heidelberger Unternehmens Geuder ein aktives, mikrosystemtechnisches Implantatsystem. Weitere Projektpartner sind Dualis Medtech, Binder Elektronik, Jvi, MVZ Prof. Neuhann sowie die Uniklinik Köln.

Das geplante Implantat besteht aus einer biokompatiblen Silizium-Mikromembranpumpe, hochminiaturisierter Ansteuer- und Auswerteelektronik sowie Filtern, Mikrokanülen und anwendungsabhängig einem Reservoir. Der Augendruck wird reguliert, indem das für den Überdruck verantwortliche Augenwasser abgepumpt und in den Schlemmkanal geleitet wird. Im Fall von Phthise lässt sich das Auge hingegen mithilfe des Miniatur-Dosiersystems kontinuierlich tonisieren. Dabei verfügt die Mikropumpe über eine intelligente Diagnosefunktionalität, um ein exaktes Dosierverhalten zu gewährleisten.

Der Arzt kann die Förderrate der Pumpe während der Therapie jederzeit über ein externes Steuermodul an den Augendruck anpassen. Dazu wollen die Projektpartner ein Telemetriemodul in das Implantat integrieren, das eine kontaktlose Systemkontrolle gestattet. Das Modul ermöglicht gleichzeitig ein Aufladen des akkubetriebenen Implantats in praktikablen Zyklen – ohne Austauschoperationen. Der Patient soll dazu lediglich eine Art Brille aufsetzen müssen. Trotz seiner Komplexität soll das System so klein werden, dass es auf dem Augapfel implantiert werden kann und die Module sich an die Form der Augenhöhle anpassen lassen.

Compamed 2014: Halle 8a, Stand K40

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