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Barmer GEK Höhere Hilfsmittelausgaben / Nutzenbewertung gefordert

| Redakteur: Peter Reinhardt

Auf hohe Steigerungsraten bei den Hilfsmitteln macht Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK, bei der Präsentation von deren Heil- und Hilfsmittelreport 2014 aufmerksam.

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„Im unübersichtlichen Markt der Medizinprodukte brauchen wir vor allem eine Nutzenbewertung“, Dr-Rolf-Ulrich-Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK.
„Im unübersichtlichen Markt der Medizinprodukte brauchen wir vor allem eine Nutzenbewertung“, Dr-Rolf-Ulrich-Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK.
(Bild: Barmer GEK)

Bei Hilfsmitteln wie Rollstühlen, Krankenbetten und Hörgeräten seien die Ausgaben im ersten Halbjahr 2014 bei allen Kassen um 9,5 Prozent und bei der Barmer GEK sogar um 10,8 Prozent nach oben geschnellt. 2013 betrugen die Gesamtausgaben für Hilfsmittel 6,80 Mrd. Euro. „Obwohl in einer älter werdenden Gesellschaft der Bedarf an qualifizierter Hilfsmittelversorgung zunimmt, müssen wir die Preis- und Mengenentwicklung im Auge behalten. Im unübersichtlichen Markt der Medizinprodukte brauchen wir vor allem eine Nutzenbewertung“, so Schlenker.

Ausgaben für Heil- und Hilfsmittel steigen seit Jahren

Als Autor der Studie verweist Prof. Dr. Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen auf den langjährigen Trend steigender Ausgaben bei Heil- und Hilfsmitteln. So seien die Ausgabenzuwächse der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2013 zwar recht moderat geblieben, „in den Jahren von 2007 bis 2013 sind sie aber bei den den Hilfsmitteln von 5,52 Mrd. auf 6,80 Mrd. Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus um 23,2 Prozent“, rechnet Glaeske vor.

Qualität und Transparenz der Hilfsmittelversorgung in Deutschland verbessern

Neben der Nutzen- und Kosten-Nutzen-Bewertung gäbe es, so der Bremer Versorgungsforscher, begleitende Möglichkeiten, die Qualität und Transparenz der Hilfsmittelversorgung in Deutschland zu verbessern. Dazu gehörten höhere qualitative Anforderungen an Hilfsmittel und Medizinprodukte oder eine andere Funktion des jetzigen Hilfsmittelverzeichnisses. Es könne zum Beispiel nur solche Produkte führen, die einem hohen Stand der Technik entsprächen und Studien zum Patientennutzen vorweisen könnten.

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