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7. Compamed Frühjahrsforum Hightech-Konstruktionen für den menschlichen Körper

Autor / Redakteur: Autor | Klaus Jopp / Kathrin Schäfer

Das Compamed Frühjahrsforum bietet stets gut ein halbes Jahr vor Messestart die Gelegenheit, sich über Trends zu informieren und auszutauschen. Beim 7. Compamed Frühjahrsforum am 25. April in Stuttgart standen Erkenntnisse im Bereich der Wiederherstellung, des Ersatzes und der Unterstützung von Körperteilen inklusive ihrer Funktionen im Mittelpunkt.

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Flexible Dünnfilmschaltungen bietet die Reinhardt Microtech GmbH an. Die Anwendungsmöglichkeiten für derartige Implantate reichen von „intelligenten Kontaktlinsen“, die frühzeitig Glaukome detektieren und behandeln oder den Augendruck messen können, über Apnoe-Implantate bis hin zu Blutzuckersensoren und optischen Herzkathetern, so Dr. Alexander Kaiser.
Flexible Dünnfilmschaltungen bietet die Reinhardt Microtech GmbH an. Die Anwendungsmöglichkeiten für derartige Implantate reichen von „intelligenten Kontaktlinsen“, die frühzeitig Glaukome detektieren und behandeln oder den Augendruck messen können, über Apnoe-Implantate bis hin zu Blutzuckersensoren und optischen Herzkathetern, so Dr. Alexander Kaiser.
(Bild: Ivam)

Die inhaltliche Bandbreite gab bereits das Tagungsthema „Mikrosystemtechnik-Evolution: raffinierte Hightech-Konstruktionen für den menschlichen Körper – Exoskelette, Endoprothesen, Neuroprothesen und Bioimplantate“ vor.

3D-Drucktechnologie senkt Fertigungskosten

Mit einer hochaktuellen Thematik, den Möglichkeiten des 3D-Drucks im Medizintechnik-Bereich, setzen sich zum Beispiel Wissenschaftler der Universität Rostock auseinander. So wird am Lehrstuhl für Fluidtechnik und Mikrofluidtechnik (LFM) der dreidimensionale Druck von patientenspezifischen Implantaten erforscht. Hier könnte additives Manufacturing, also der Einsatz von 3D-Drucktechnologie, ein erhebliches Potenzial im Hinblick auf die Senkung der Fertigungskosten von Implantaten bieten.

An der Universität Rostock wird das Verfahren zur Herstellung individueller, resorbierbarer Knochenersatzimplantate eingesetzt. Dabei handelt es sich um einen pulverbasierten Prozess zur schichtweisen Herstellung von Modellen direkt aus Computerdaten. Dünne Schichten eines Pulvers werden auf eine Grundplatte aufgebracht, die durch gezielte Binderzugabe entsprechend des aktuellen Bauteilquerschnitts verfestigt werden. „Ausgangsmaterial ist ein Granulatgemisch auf Calciumphosphatbasis, das sich als anorganischer Bestandteil des Knochens hervorragend eignet, um Knochendefekte zu verschließen“, erklärt Dipl.-Ing. Christian Polzin vom LFM. Das Granulatgemisch wird mit einer Dextrinlösung mittels eines Druckkopfs verklebt. Die 3D-gedruckten Modelle werden nach einer angemessenen Trocknungszeit im Pulverbett gesintert. Durch Auswahl der Materialien und Design der Knochenersatzimplantate kann das Einwachs- bzw. Abbauverhalten individuell angepasst werden.

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