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Pro & Contra

„Hallo, versteht mich jemand!?“

| Autor: Peter Reinhardt, Kathrin Schäfer

Rund neunzig Prozent aller Probleme im zwischenmenschlichen Bereich sind auf mangelnde Kommunikation zurückzuführen, heißt es. Doch was tun, wenn das Gegenüber einfach nicht versteht, was man sagt. Speziell der Austausch zwischen Medizinern und Technikern ist nicht immer ganz einfach.

Der Austausch zwischen Medizinern und Technikern ist nicht immer einfach.
Der Austausch zwischen Medizinern und Technikern ist nicht immer einfach.
( Bild: gemeinfrei )

Klartext reden

„Als Ingenieur wundere ich mich schon, wenn Chirurgen beispielsweise von „kindsfaustgroßen“ Tumoren oder ähnlichem reden. Hallo, haben die noch nichts von Länge, Breite und Höhe gehört?“, fragt Peter Reinhardt, Chefredakteur von Devicemed.
„Als Ingenieur wundere ich mich schon, wenn Chirurgen beispielsweise von „kindsfaustgroßen“ Tumoren oder ähnlichem reden. Hallo, haben die noch nichts von Länge, Breite und Höhe gehört?“, fragt Peter Reinhardt, Chefredakteur von Devicemed.
( Bild: Vogel Business Media )

Peter Reinhardt, Chefredakteur Devicemed: Ich bin Chefredakteur. Richtig. Aber ich bin auch Ingenieur. Diplom-Ingenieur (FH) Maschinenbau alter Schule, um genau zu sein. Und als solcher wundere ich mich schon, wenn Chirurgen beispielsweise von „kindsfaustgroßen“ Tumoren oder ähnlichem reden. Hallo, haben die noch nichts von Länge, Breite und Höhe gehört – ausmultipliziert auch Volumen genannt?! Das ist für jedermann eindeutig und verständlich.

Immerhin: Die Sprache der Ärzte ist sehr direkt. Das wiederum gefällt mir. Klartext ohne überflüssige Floskeln. Aber drückt euch doch bitte ein bisschen präziser aus. Dann verstehen wir Ingenieure euch auch besser. Wofür haben wir schließlich SI-Einheiten.

Toleranz üben

„Nur wenn beide Seiten einander verstehen, können sie gute Medizinprodukte entwickeln“, Kathrin Schäfer, Redakteurin bei Devicemed.
„Nur wenn beide Seiten einander verstehen, können sie gute Medizinprodukte entwickeln“, Kathrin Schäfer, Redakteurin bei Devicemed.
( Bild: Vogel Business Media )

Kathrin Schäfer, Redakteurin Devicemed: Ich bin zwar keine Ärztin, aber eines weiß ich sicher: Jeder Mensch ist anders. Jedes Organ und jeder Tumor auch. Dafür, dass Ärzte nicht mit den Begrifflichkeiten und Maßeinheiten der Ingenieurwissenschaften arbeiten, habe ich deshalb vollstes Verständnis. Immerhin ist die Medizin eine eigene Wissenschaft, gewachsen aus jahrhundertelangen Traditionen und Erfahrungen. Dies spiegelt sich in ihren Denkweisen und Terminologien wider.

Dennoch – dass dies für den Kollegen frustrierend ist, kann ich nachvollziehen. Nur wenn beide Seiten einander verstehen, können sie gute Medizinprodukte entwickeln. Toleranz für die Eigenheiten des jeweils Anderen ist gefragt.

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