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Universitätsmedizin Mannheim

Gründungs- und Kompetenzzentrum Medizintechnologie im Entstehen

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Am 13. Februar ist auf dem Campus der Universitätsmedizin Mannheim der erste Spatenstich für ein rund 1.800 Quadratmeter großes Gründungs- und Kompetenzzentrum für Unternehmen aus der Medizintechnologie erfolgt. Zu diesem Zweck wird die freigewordene „Alte Apotheke“ von der Klinikum Mannheim GmbH für knapp vier Millionen Euro saniert und umgebaut. Nach der Umbauphase wird das Zentrum ab Januar 2015 von der Mannheimer Gründungszentren GmbH betrieben – in enger Abstimmung mit dem Clustermanagement Medizintechnologie der Wirtschaftsförderung.

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Spatenstich: Auf dem Campus der Universitätsmedizin Mannheim wird ein Gründungs- und Kompetenzzentrum für Medizintechnik errichtet.
Spatenstich: Auf dem Campus der Universitätsmedizin Mannheim wird ein Gründungs- und Kompetenzzentrum für Medizintechnik errichtet.
(Bild: Stadt Mannheim)

„Mannheim verfügt bereits über ein Umfeld starker und auf Innovation ausgerichteter Medizintechnologie-Akteure in Industrie, Klinik und Forschung. Mit aktiver Clusterpolitik wollen wir auch für die Zukunft beste Standortvoraussetzungen im Bereich Medizintechnologie schaffen und diese Branche weiter intensiv fördern. Das Gründungs- und Kompetenzzentrum für Medizintechnologie ist dabei eine Maßnahme von strategischer Relevanz“, betonte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. Dabei dankte er den Landesvertretern für die gewährte EU- und Landesförderung.

Rund 1,1 Mio. Euro Wirtschaftsförderung

„Mit einer Exportquote von über 65 Prozent zählt die Medizintechnik zu unseren wichtigsten Leit- und Wachstumsbranchen, mit internationaler Strahlkraft und hervorragenden Zukunftsperspektiven. Mannheim entwickelt sich mit seinen Projekten in diesem Bereich zu einem weiteren bedeutenden Zentrum der Medizintechnik im Land“, erklärt hierzu Günther Leßnerkraus vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg. Das Projekt wird mit rund 1,1 Mio. Euro Fördergeldern unterstützt. Davon kommen 292.465 Euro vom Land Baden-Württemberg und rund 835.616 Euro aus dem EU-Programm für „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ 2007-2013 (RWB).

„Wir haben den Bereich Medizintechnologie als Schwerpunktbereich in das Portfolio unserer Wirtschaftsförderung aufgenommen. Dies ist ein deutliches Bekenntnis der Stadt zur Förderung dieser Branche. In Mannheim schaffen wir einen international wettbewerbsfähigen Netzwerkverbund für die effiziente Entwicklung und nachhaltige Vermarktung von Medizinprodukten“, so Michael Grötsch, Wirtschaftsbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der Mannheimer Gründungszentren GmbH.

Unternehmen, Kliniker, Forscher und Experten zusammenbringen

Mit dem Gründungs- und Kompetenzzentrum für Medizintechnologie soll eine markt- und wertschöpfungsorientierte Konzeption umgesetzt werden. Geplant ist die systematische und zielgerichtete Zusammenführung von Unternehmen, Klinikern, Forschern und Experten über alle Phasen, die ein medizintechnisches Produkt durchläuft. Die Nähe der Bereiche zueinander soll einen raschen und effizienten Austausch von Informationen zwischen den einzelnen Akteuren erlauben – gleichsam die Grundvoraussetzung für die Entwicklung und Adoption neuer Medizintechnologien.

Start-ups und KMU im Fokus

Existenzgründungen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus dem Bereich Medizintechnologie sollen den Kern des Zentrums bilden. Für sie werden flexibel nutzbare Büroräume sowie eine zentrale Veranstaltungsfläche zur Verfügung stehen. Insgesamt kann das Zentrum gleichzeitig bis zu 24 Start-Ups beziehungsweise KMU mit bis zu 65 Arbeitsplätzen aufnehmen. Das Zentrum wird außerdem sogenannte „Innovation-Cubes“ umfassen. Dies sind Hybridräume, die wahlweise oder gleichzeitig beispielsweise als Büro, Elektrotechniklabor oder Pilotserienproduktionsraum genutzt werden können.

Um wirtschaftlichen Erfolg zu haben, werden die Medizintechnologie-Start-ups und KMU von einem Experten-Panel unterstützt. Acht erfahrene Experten beraten frühzeitig bei Fragen wie Zugang zu Produktentwicklungspartnern in der Klinik, Produktzulassung, Kostenerstattung durch die Krankenkassen, Marktforschung und internationale Marketing- und Vertriebsplanung.

Die Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie der Fraunhofer-Gesellschaft (PAMB) wird außerdem Büro-. Labor- und Werkstatträume im Zentrum anmieten. Es entstehen dort 25 Arbeitsplätze für Hochqualifizierte. Weiterhin beinhaltet das Haus einen Experimental-OP mit modernster Bildgebung im Rahmen des BMBF-Forschungsprogramms „Mannheim Molecular Intervention Environment“.

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