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Smarte Kontaklinse Google stellt Patentantrag für den „Iris-Fingerabdruck“

| Redakteur: Hendrik Härter

Die biometrische Identifikation über das Auge ist wesentlich sicherer als der klassische Weg über einen Fingerabdruck. Für diese Lösung mit der smarten Kontaktlinse hat Google jetzt einen Patentantrag gestellt.

Sicherer „Iris-Fingerabdruck“ dank smarter Kontaktlinse. Google hat sich seine Kontaktlinse patentieren lassen.
Sicherer „Iris-Fingerabdruck“ dank smarter Kontaktlinse. Google hat sich seine Kontaktlinse patentieren lassen.
(Google )

Es ist noch gar nicht so lange her, da hat Google eine smarte Kontaktlinse vorgestellt, um den Blutzuckerspiegel bei Diabetikern zu messen. Dazu wurden ein Glukose-Sensor und ein Wireless-Transmitter in die Linse implementiert. Doch Google sieht in seiner smarten Kontaktlinse mehr Potenzial.

Unter dem Sicherheitsaspekt lässt sich die Linse auch für die biometrische Identifikation einsetzen. Also eine Art Fingerabdruck der Iris und zudem noch schwerer zu hacken als der klassische Fingerabdruck mit dem Finger. Das Projekt wurde am 2. Juni zum Patent angemeldet und beinhaltet neben der smarten Kontaktlinse einen Lichtsensor, der direkt über der Iris sitzt. Damit lässt sich das Auge scannen und der individuelle „Iris-Fingerprint“ abnehmen.

Sicherer Zugang über das Auge

Anschließend wird der Fingerpringt der Iris mit der gespeicherten Information verglichen und der Zugang zu einer Website oder einem Account gewährt oder nicht. Google legt nach eigenen Worten großen Wert auf die Sicherheit der personenbezogenen Daten. Die erhobenen Informationen bleiben anonymisiert.

Wie eingangs erwähnt, kann die smarte Kontaktlinse mehr, als den Blutzuckerspiegel messen. Es soll künftig auch möglich sein, die Medikamentendosis auf eine längere Zeit verteilt zu verabreichen. Auch Menschen, die nachts nur schlecht sehen könnten von der Linse profitieren. Auch Diagnosen sollen möglich sein: In den Tränen ist mit Lacryglobin ein potenzieller Marker, um bestimmte Krebsarten zu identifizieren. Mit Partner will Google seine smarte Kontaktlinse weiter verbessern. Sensimed ist ein Schweizer Unternehmen, das mit der Linse die Augenentzündung bei Glaukom-Patienten misst. Oder die University of Michigan plant Infrarotlinsen, um auch im Dunkeln zu sehen.

Schweizer sollen Linsen produzieren

Im Rahmen einer Zusammenarbeit hat Google bereits im vergangenen Jahr eine Partnerschaft mit dem Schweizer Unternehmen Novartis angestrengt, um die Linsen zu produzieren. Allerdings sollen die Linsen nicht von 2019 auf den Markt kommen.

Dieser Artikel ist erschienen im Themenkanal Medizintechnik der Fachzeitschrift Elektronikpraxis.

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