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Health Tracking

Google-Armband sammelt Patientendaten

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Google stößt weiter in den Bereich der Medizintechnik vor. Ein am Handgelenk getragenes Wearable sammelt Gesundheits- und Umgebungsdaten. Das Gerät dient aber nicht als Fitness-Tracker, sondern soll Ärzte bei medizinischen Studien und Feldtests unterstützen.

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Der am Handgelenk getragene Gesundheitstracker von Google sammelt Gesundheitsdaten wie Pulsrate, aber auch Umgebungsinformationen wie Lichtintensität oder Umgebungsgeräusche. In erster Linie soll das Gerät Ärzte bei Patientenstudien unterstützen.
Der am Handgelenk getragene Gesundheitstracker von Google sammelt Gesundheitsdaten wie Pulsrate, aber auch Umgebungsinformationen wie Lichtintensität oder Umgebungsgeräusche. In erster Linie soll das Gerät Ärzte bei Patientenstudien unterstützen.
( Bild: Google )

Smartwatches und Fitness-Tracker gehören aktuell zu den verbreitetsten Anwendungen von Wearables. Die Apple Watch oder das Microsoft Band werben beide damit, den Träger durch das Sammeln von relevanten Gesundheitsdaten bei ihrem täglichen Training zu unterstützen.

Nun hat auch Google ein neues Wearable zum Gesundheitstracking vorgestellt. Anders als die genannten Konkurrenten soll das Armbanduhr-ähnliche Gerät nicht zur Unterstützung der täglichen Trainingsroutine dienen, sondern richtet sich direkt an Fachmediziner. "Ärzte haben schon immer nach neuen Wegen gesucht, um Einsicht in die subtilen biologischen Muster zu erlangen, die eine frühere Diagnose oder Eingreifen bei einer Erkrankung ermöglichen," erklärte Andy Conrad, Leiter des Life Sciences Team bei Google, gegenüber dem Social Media Aggregator Mashable.

"Wir hoffen, dass wir mit dieser Technologie eine neue Kategorie an kontinuierlicher Informationen von medizinischer Qualität erschließen können, die es leichter macht, diese Muster zu verstehen und ernsthafte Gesundheitsprobleme in den Griff zu bekommen".

Das Gerät sammelt nicht nur Gesundheitsdaten wie Pulsrate, Herzrhytmus oder Hauttemperatur. Sie erfasst auch Umgebungsinformationen, die sich auf den Stresslevel oder den Gesundheitszustand einer Person auswirken könbnen, wie etwa Geräuschpegel oder Lichtintensität. Dabei werden die Daten wissenschaftlich rigoroser erfasst, als es bei Fitness-Trackern üblicherweise der Fall ist. Google zielt mit dem Wearable nicht auf den Massenmarkt, sondern richtig sich an Forscher oder medizinisches Fachpersonal.

Intensive Tests mit dem medizinischen Armband sollen ab Sommer 2015 starten. Google strebt an, schnell die nötigen behördlichen Regelungen zu erlangen, um das Gerät im medizinischen Kontext verwenden zu können. Partnerschaften mit akademischen Einrichtungen und Pharmaziefirmen werden hierfür derzeit angestrebt.

Das medizinische Armband stammt aus Googles Unterabteilung Google X. Dieses Forschungsteam arbeitet an diversen zukunftsorientierten elektronischen Produkten. Aus dieser Abteilungen stammen unter anderem die Konzepte für Google Glass oder für Kontaktlinsen, die den Blutzuckerspiegel eines Patienten messen können.

Dieser Artikel ist erschienen im Themenkanal Medizintechnik der Fachzeitschrift Elektronikpraxis.

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