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Gesundheitswirtschaft hält sich vor Bundestagswahl mit Investitionen zurück

| Redakteur: Kathrin Schäfer

„Die zurückgenommenen Investitionsabsichten zeigen, dass die Rahmenbedingungen von der neuen Bundesregierungrichtig gesetzt werden müssen“, Achim Dercks, stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer, der Gesundheitswirtschaft.
„Die zurückgenommenen Investitionsabsichten zeigen, dass die Rahmenbedingungen von der neuen Bundesregierungrichtig gesetzt werden müssen“, Achim Dercks, stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer, der Gesundheitswirtschaft. (Bild: DIHK)

Nach einem soliden Start ins Jahr 2013 zeigt sich die Gesundheitswirtschaft nicht gänzlich immun gegen konjunkturelle Schwächen, so die jüngste Sonderauswertung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Als Gründe für zurückhaltende Investitionsbereitschaft werden unter anderem die anstehende Bundestagswahl und drohende Reformen im Gesundheitswesen genannt.

Die Auswertung basiert auf einer Konjunkturumfrage vom Frühjahr dieses Jahres, an der sich gut 700 Unternehmen der Gesundheitswirtschaft beteiligt haben. Das Ergebnis: Das bislang hohe Expansionstempo lässt hauptsächlich bei Investitionen und Beschäftigung leicht nach. Das verlangsamte Wachstum spiele sich jedoch auf relativ hohem Niveau ab, so der Bericht, der die Gesundheitswirtschaft immerhin als „Stabilitätsanker der Gesamtwirtschaft“ bezeichnet. Achim Dercks, stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer, nennt die Branche gegenüber der Rheinischen Post auch weiterhin „ein wichtiges Zugpferd der deutschen Wirtschaft“.

Gedämpfte Erwartungen in der Gesundheitswirtschaft

Der DIHK-Report bestätigt die hohe Exportquote in der Medizintechnik, verbunden mit einer international hohen Nachfrage nach deutschen Gesundheitsgütern. Auch die hierfür ausschlaggebenden Faktoren werden benannt: demografischer Wandel und mehr Wohlstand in den Exportländern. Bestätigt wird außerdem, dass in der Medizintechnik überdurchschnittlich viel in neue Produkte investiert wird, wenn auch jüngst etwas verhalten. Die aktuell leicht gedämpften Erwartungen der Betriebe der Gesundheitswirtschaft wiederum wiesen zwar auf „eine gewisse Zurückhaltung hin“, so Dercks, „sind aber kein Signal für eine ernsthafte Schwäche“.

Die richtigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen setzen

Allerdings zeigten insbesondere die zurückgenommenen Investitionsabsichten, dass die Rahmenbedingungen richtig gesetzt werden müssten. „Ein Auftrag für die neue Bundesregierung“, betont Dercks. Fast jeder zweite Betrieb in der Gesundheitswirtschaft nenne in der Erhebung, die auf der DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2013 basiert, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Hauptrisiko für seine künftige Geschäftsentwicklung. Damit kommt der kommenden Bundestagswahl eine hohe Bedeutung zu. Der Bericht warnt vor Überregulierung und wirtschaftsfeindlichen Reformen bei den anstehenden Reformen im Gesundheitswesen.

Was Beschäftigung angeht, so seien die Pläne auch hier etwas verhaltener, aber „für 2013 rechnen wir mit einem weiteren Beschäftigungszuwachs von rund 60.000 Arbeitsplätzen“, so Dercks. Dies gehe einher mit einem weiter zunehmenden Fachkräftemangel sowie der Angst vor hohen Arbeitskosten.

Mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen zulassen

Insgesamt braucht das Gesundheitswesen nach Auffassung des stellvertretenden DIHK-Hauptgeschäftsführers mehr Wettbewerb: „So sollte es mehr Möglichkeiten für Krankenkassen geben, mit Leistungsanbietern individuelle Verträge zu schließen und auf diese Weise gute Qualität zu günstigen Preisen zu gewährleisten.“

Aber auch seitens der Krankenkassen sei mehr Konkurrenz möglich und nötig, etwa indem sie zunächst ihre Beitragssatzautonomie zurückerhielten, schlug Dercks vor – „als Zwischenschritt hin zu einem System lohnunabhängiger, pauschaler Prämien mit einem steuerfinanzierten Sozialausgleich für einkommensschwache Versicherte.“

Kontakt:

Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.

D-10178 Berlin

www.dihk.de

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